Fesers Ausfall wiegt schwer

Der Center fällt sechs Wochen aus. Die Pinguine wollen personell nicht nachlegen. Heute spielen sie gegen Bremerhaven.

Krefeld. Justin Feser ist wieder dabei — beim Spiel. Damit aber keine falschen Hoffnungen genährt werden. Der Kanadier mischt nicht auf dem Eis bei den Krefeld Pinguinen mit. Er sei aber, wie Sportdirektor Matthias Roos sagt, beim Spiel heute gegen Bremerhaven im Stadion.

Das beschreibt nur bedingt den Gesundheitszustand des Centers. Fakt ist hingegen, dass es so über Wochen bleiben wird. Feser fällt aus. Nachhaltig. Sechs Wochen. Womöglich noch länger. Was der Zugang genau hat, darüber verbreiten die Pinguine keine Informationen. Das ist vereinbarte und neue Politik unter dem Pinguine-Dach zwischen Cheftrainer und Sportdirektor. Rick Adduono lächelt kurz smart, als er auf die Art der Verletzung Fesers angesprochen wird, sagt dann: „Eine Körperverletzung.“

Das könnte man auch falsch verstehen. Es dient aber mehr dem Schutz des und der Spieler sowie des Clubs. Denn, wenn draußen, in der rauen Wirklichkeit und beim Gegner auf dem Eis, niemand dezidiert weiß, wem es denn wo gerade zwickt, droht eben auch niemandem Gefahr durch gezielte Bearbeitung der neuralgischen Stellen, wenn der Profi wieder aufs Eis zurückkommt.

Feser erwischte es am vergangenen Freitag beim 5:3-Erfolg gegen Ingolstadt. Er hatte gerade das Tor zum 5:3-Endstand erzielt, als er rüde von den Kufen geholt wurde. Rüde deshalb, weil er sich auf den Torschuss konzentrierte und gleich darauf umgefahren wurde. Matthew Peleck war zu spät gekommen, um Fesers Schuss abzublocken, fuhr den Check aber konsequent durch. Mit seinen 107 Kilogramm gegen die bescheidenen 82 Kilogramm des eher schmächtigen Pinguins. Operiert werden muss Feser nicht, eine deftige Gehirnerschütterung aber dürfte ihm gewiss sein.

Auf den Ausfall des Centers wollen die Pinguine personell nicht reagieren. Das jedenfalls sagt Roos. Nach der Länderspielpause Mitte November soll Feser wieder dabei sein. Bis dahin sind es immerhin 15 Spiele, die er fehlen wird. Mehr als ein Viertel der Saison. Das schmerzt die Sportliche Führung vor allem deshalb, weil Feser richtig gut in Schwung war. Der aktuell formstärkste Zugang der Spielzeit — mit drei Treffern und zwei Vorlagen. Und so lobte Adduono seinen Ausfall über den Klee — gut eingelebt, gut integriert, jemand der gut funktioniert im Team. Adduono: „Feser hat immer 100 Prozent gegeben.“

Wegen des unstrittigen Fouls von Peleck an Feser werden die Pinguine aber nicht bei der Deutschen Eishockey Liga intervenieren. Man habe sich das Video 50 bis 60 Mal angesehen, sagt Roos. Es sei aber nichts eindeutig. Peleck gehe erst zum Puck und checkt dann. Also keine böse Absicht. Unstrittig sei aber auch, so Roos, dass „alle 50:50-Entscheidungen bisher nicht für uns ausgefallen sind“. Eine zeitigere Rückholaktion von Nikolas Linsenmaier aus Freiburg als Feser-Ersatz mache wenig sind, da ihm Spielpraxis fehle, die er im Breisgau bekäme.