Fans schaffen neues Leitbild für die Krefeld Pinguine

Eishockey : Die Krefeld Pinguine haben ein neues Leitbild

1261 Fans haben sich an einer Online-Umfrage von Sarah Keussen beteiligt. Die 22-Jährige hat anhand der Antworten einen Slogan für den DEL-Klub geschaffen.

Leidenschaft, Teamfähigkeit, Zusammenhalt: Diese Eigenschaften prangen in schwarzen großen Buchstaben an der Kabinenwand der Krefeld Pinguine. Werte, über die sich die Mannschaft des DEL-Klubs definieren will. Jetzt hat auch der Verein einen eigenen Slogan entwickelt, mit dem sich alle Mitarbeiter der Pinguine und auch die Fans der Schwarz-Gelben identifizieren können und sollen. Entworfen wurde der sogenannte Claim von Sarah Keussen.

Die 22-Jährige ist duale Studentin an einer privaten Hochschule in Köln und arbeitet seit August 2017 in der Geschäftsstelle der Pinguine. „Im Rahmen einer Hausarbeit für mein Studium hatte ich die Möglichkeit, einen Claim für die Pinguine zu entwickeln“, berichtet Keussen. Was sich relativ simpel anhört, war vor allem bei der Planung der Arbeitsschritte und der Auswertung von Daten ein großer Aufwand. „Wir in der Geschäftsstelle haben uns vorab überlegt, wie wir auch die Fans mit einbeziehen können in so ein Projekt“, sagt sie. Herausgekommen ist ein Online-Fragebogen, in dem alle, die es mit den Pinguinen halten, ihre Meinung zu Werten mitteilen konnten, die der Verein vertreten soll. „Insgesamt wurden 20 Fragen gestellt. Anhand der Antworten wollten wir ein Leitbild für die Pinguine entwickeln.“

Eine Woche lang haben Fans
ihre Meinung online abgeben

Insgesamt 1261 Personen nahmen an der einwöchigen Online-Umfrage im Frühjahr dieses Jahres teil. „Da waren alle dabei, Steh- oder Sitzplatz, Familien oder VIP-Karten-Inhaber“, erklärt Keussen, die die Antworteten auswertet und miteinander vergleicht. Herausgekommen ist der Slogan: „Familie, Heimat, Nähe“. „Ganz oft war aus den Antworten herauszulesen, dass die Pinguine wie eine Familie sind, dass sie aber auch ein Stück Krefeld, eine Tradition und damit eben ein Stück Heimat für viele Fans sind. Zudem gaben viele Anhänger an, den Verein so gern zu haben, weil es alles so fannah organisiert sei.“

Fabian Herzog, Fachbereichsleiter Sponsoring und Ticketing, hat das Claim-Projekt von Sarah Keussen betreut. Er sagt: „Die Pinguine sind in der Vergangenheit oft daran gescheitert, genau solch ein Leitbild zu erstellen. Jetzt sind wir sehr froh, dass Sarahs Arbeit so erfolgreich war. Gerade im Kontakt mit Sponsoren ist solch ein Leitbild ungemein wichtig für einen Verein. Schaut man sich in der Sportlandschaft um, gibt es kaum noch einen Profiverein, der ohne solch einen Werte-Slogan die eigene Vermarktung mit voranbringt.“ Vor dem Spiel gegen Bremerhaven am vergangenen Wochenende wurde ein Bandenbereich in der Yayla-Arena mit dem Claim „Familie, Heimat, Nähe“ versehen. Weitere Aktionen sollen folgen. „Ob auf offiziellen Dokumenten der Geschäftsstelle oder auch auf den Trikots der Mannschaft sowie weiteren Merchandise-Produkten könnte der Slogan Verwendung finden“, so Herzog.

Leitbild der Pinguine soll auf der Homepage bereitgestellt werden

Das Werk von Sarah Keussen umfasst rund 30 Seiten und soll nach Angaben der Pinguine bald auch online auf der Homepage des Vereins zu finden sein. Für die Studentin könnten die Pinguine erneut Thema werden, wenn es um ihre Abschlussarbeit geht. „Ich muss dafür im Dezember oder Januar mein Thema einreichen. Natürlich gibt es da auch die Möglichkeit, die jetzigen Ergebnisse noch mal zu vertiefen und weiter auszuarbeiten oder ein anderes Thema aus dem Umfeld der Pinguine aufzunehmen“, sagt sie.

Dass sie selber jahrelang als Fan der Schwarz-Gelben auf der Nordtribüne gestanden habe und 2017 dann ihren Weg in die Geschäftsstelle der Pinguine fand, sei ihr bei ihrer Arbeit zugute gekommen, sagt Keussen. „Uns war es sehr wichtig, dass die Fans bei der Suche nach Leitmotiven für den Verein auch gehört werden. Wir hätten niemals damit gerechnet, dass sich so viele Leute an der Umfrage beteiligen.“

Nach 20 Fragen gab es für die Fans auch die Möglichkeit, sich Dinge zu wünschen. „Da kam natürlich ganz oft der Wunsch nach den Play-offs“, schmunzelt Keussen. Den könne die 22-Jährige zwar nicht erfüllen. „Aber ich hoffe natürlich auch, dass es mal wieder klappt“, sagt sie.