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Eishockey: So plant Roos die Zukunft der Krefeld Pinguine

Eishockey in Krefeld : So plant Roos die Zukunft der Pinguine

Der Geschäftsführer der Krefeld Pinguine ist aus den USA zurückgekehrt. Bis Ende des Monats sollen alle offenen Fragen geklärt sein.

Um 6.05 Uhr landete die Maschine aus Newark am Düsseldorfer Flughafen. Die letzten windigen Nachwirkungen von Orkan „Sabine“ rüttelten im Landeanflug noch mal an der Euro-Wings-Maschine, in der Matthias Roos, Geschäftsführer und Sportdirektor der Krefeld Pinguine, saß. Am Tag nach dem vermeintlichen Ende des Gesellschafterstreits mit der Energy Consulting und deren Verhandlungsführer Mikhail Ponomarev, hatte sich Roos in der vergangenen Woche auf den Weg nach Nordamerika gemacht.

Nachdem der Pinguine-Geschäftsführer zuvor nach eigenen Angaben aufgrund der Streitigkeiten mit Ponomarev zwei geplante USA-Aufenthalte hatte verschieben müssen, reiste Roos vergangenen Mittwoch Richtung New Jersey. Ein Privaturlaub, der zumindest an den ersten Tagen nicht ohne einige wichtige Telefonate auskam. Denn trotz der schriftlich verkündeten Einigung mit Energy Consulting sind längst nicht alle Formalitäten geklärt. „Ich bin schon auf dem Weg zum Notar“, teilte Roos am Dienstagmittag im Gespräch mit unserer Redaktion mit.

Bürgschaft für Lizenz zur Saison 2020/21 soll hinterlegt werden

So müsste beispielsweise die aktuelle Gesellschafterliste eingetragen, eine abschließende Unterschrift geleistet werden. „Hinzu kommen jetzt natürlichen die normalen Aufgaben für mich.“ Heißt: Bis zum 15. Februar muss bei der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ein entsprechendes Reporting zur Einhaltung von Planzahlen eingereicht werden. Zudem müsste für die Beantragung der Lizenz für die Spielzeit 2020/21 eine Bürgschaft in Höhe von 100 000 Euro hinterlegt werden. „Dinge, die es jetzt zu klären gilt“, so Roos, der am Dienstag die dazu nötigen Gespräche mit Gesellschaftern, Sponsoren und dem namentlich noch nicht bekannten Investor tätigen wollte.

Das erste Loch in der Kasse der Pinguine wurde unterdessen bereits in den vergangenen Tagen gefüllt. Verbindlichkeiten in Höhe von fast 400 000 Euro hatten die Pinguine zuletzt im Streit um eine zukünftige Gesellschafterstruktur zeitlich enorm unter Druck gesetzt. Gesellschafter und Sponsoren hätten eine sechsstellige Summe zur Verfügung gestellt, um Abgaben des Vereins an Krankenkassen und das Finanzamt leisten zu können. Trotzdem ist die angestrebte Stammkapitalerhöhung um 750 000 Euro und damit der Einstieg eines Investors unumgänglich, so Roos. Bis Ende Februar sollte die Kapitalerhöhung laut dem Geschäftsführer unter Dach und Fach sein. Der Startschuss für eine bessere Zukunft? Erstmal wäre das von Roos so oft zitierte Loch von rund 1,1 Millionen Euro gestopft. Die Saison der Pinguine wäre gerettet und damit wohl auch der Beginn einer möglichen Neuausrichtung gelegt. „Wie die neue Gesellschafterstruktur aussehen wird, sehen wir dann“, sagt Roos und ergänzt: „Wir konzentrieren uns jetzt auf die Spiele gegen Berlin und Iserlohn.“ Im Hintergrund können jetzt aber auch die Planungen für die Zukunft der Pinguine-Mannschaft anlaufen.

Mehrere Anfragen für Spieler der Krefeld Pinguine

Ob die Mannschaft in der aktuellen Konstellation bis zum Ende der Hauptrunde in Gänze bestehen bleibt, ließ Roos offen. „Es gab in den vergangenen Wochen mehrere Anfragen für Spieler von uns, akut ist mir aber nichts bekannt.“ Das Thema könnte nach Roos’ Rückkehr aber an Fahrt aufnehmen. Denn in der prekären Situation der Pinguine wären Gehaltseinsparungen oder Ablöseeinnahmen ein finanzieller Segen.

Nach WZ-Informationen könnten mehrere Spieler der Pinguine noch vor Ablauf der regulären Saison eine Auswärtsstation einlegen. Ähnlich wie dies bereits Daniel Pietta und Marcel Müller in der Spielzeit 2017/18 taten, als sie in acht Spielen für den schwedischen Erstligisten Leksands IF aufliefen.