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Die Zweifel des Pinguine-Kapitäns

Eishockey : Die Zweifel des Pinguine-Kapitäns

Pinguine-Kapitän Torsten Ankert geht mit gemischten Gefühlen in die Vorbereitung auf den Magenta-Cup.

Ein komisches Gefühl sei es gewesen, sagt Torsten Ankert, als er am vergangenen Donnerstag vor der Yayla-Arena gemeinsam mit Kai Hospelt wieder umdrehen musste. „Wir haben uns kurz mit Trainer Glen Hanlon besprochen und er sagte dann, dass wir der Mannschaft sicherheitshalber fernbleiben sollen an diesem Tag“, blickt Ankert auf den ersten Tag in seinem Leben zurück, an dem er mit der Corona-Pandemie so richtig in Kontakt gekommen ist. Im erweiterten Umfeld von Hospelt hatte es einen Verdachtsfall gegeben, schnell stellte sich jedoch heraus, dass von den Spielern, die täglich gemeinsam von ihrem Wohnort Köln zum Training an die Westparkstraße kommen, keine Infektionsgefahr ausging. Und doch werden Corona-Testungen jetzt in den kommenden Wochen wohl zum Alltag der Eishockeyspieler gehören.

Ankert: „Wir Spieler wussten nie Bescheid“

Denn nur regelmäßige Tests werden sicherstellen können, dass die Teams, die ab Mittwoch, 11. November, am Magenta-Cup teilnehmen werden, kein Ansteckungsrisiko sind. Gespielt wird dann vor leeren Zuschauerrängen. „Das ist schon ein komisches Gefühl, wenn man daran denkt“, sagt Ankert. Einerseits überwiege beim Kapitän der Krefeld Pinguine die Vorfreude, dass der Spielbetrieb „endlich“ wieder losgehe, „andererseits bin ich aber auch skeptisch, was da noch auf uns zukommt“, erklärt der 32-Jährige. Zu viel sei in den vergangenen Wochen und Monaten zu unklar gewesen in Bezug auf einen möglichen Saisonstart in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). „Wir Spieler wussten nie Bescheid, mal hörte man hier eine Info, mal da eine andere. Aber verlässliche Informationen gab es eigentlich nie“, so Ankert. Seine Kritik richtet sich an den Verband. „Viele Jungs sind einfach unsicher, wie es jetzt weitergehen wird. Da ist auch viel Frust dabei. Aber wir müssen jetzt auch nach vorne schauen und sind froh, endlich wieder auf dem Eis zu stehen.“ Mit der Verkündung des Magenta-Cups und der darin angeschlossenen Teilnahme der Krefeld Pinguine sei jetzt alles sehr schnell gegangen. „Jetzt ist der Trainer da, aber einige Spieler fehlen noch, es ist wahrlich keine gewöhnliche Situation. Aber wir werden jetzt das Beste daraus machen.“ Mit welchen Spielern Ankert und seine Mitstreiter in den kommenden Wochen gemeinsam auf dem Eis stehen werden, scheint noch vollkommen offen zu sein. Während Geschäftsführer Sergey Saveljev schon offen darüber sprach, dass möglicherweise Spieler aus Nordamerika (NHL oder AHL) für eine gewisse Zeit bei Vereinen in Deutschland unter Vertrag stehen könnten, sagte Trainer Hanlon dazu: „Ich spreche erst über Spieler, wenn sie hier sind und ich ihnen auch in die Augen schauen kann. In Nordamerika war das immer so, dass eines Tages ein NHL-Verein anrief und mir sagte, wir wollen drei Spieler loswerden, die kannst Du haben. Da habe ich mir dann meist schon die Hände gerieben und habe die Reihen umgestellt. Am nächsten Tag kam dann der Anruf, dass die Spieler doch nicht kommen würden.“

Welches Team geht beim Magenta-Cup aufs Eis?

Wohl erst im Laufe des Monats werde sich herauskristallisieren, mit welchem Team die Pinguine beim Magenta-Cup und der möglicherweise Mitte Dezember beginnenden DEL-Saison an den Start gehen werden. Ankert, so sagt er, mache sich natürlich darüber Gedanken, was sein werde, wenn kein Startschuss in der DEL erfolgt. „Eishockeysport in Deutschland wird es immer geben, aber einige Vereine haben jetzt schon zu kämpfen. Es muss definitiv einen Plan geben, wenn es nicht losgeht Mitte Dezember.“

Seinen eigenen Verein sieht der gebürtige Essener hingegen ganz gut aufgestellt. „Wir Spieler sind jetzt auch nicht über jede Einzelheit auf Gesellschafterebene informiert, aber zumindest habe ich das Gefühl, dass wir in Bezug auf mögliche finanzielle Altlasten besser dastehen als andere Vereine in der Liga derzeit.“