Die Planungen der Pinguine für die Saison 2019/20

Eishockey : Die Tops und Flops der Pinguine

Nach dem vorzeitigen Saison-Aus ziehen die Krefelder Bilanz und basteln am Kader für die kommende Spielzeit.

Die Aufarbeitung der Spielzeit wird auf der Führungsetage der Krefeld Pinguine noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Profis hatten schneller eine Antwort auf das Play-off-Aus nach dem 0:1 gegen Straubing. Schließlich müssen sie mit der verpassten Chance unmittelbar umgehen. Einer, der darin dummerweise in den vergangenen Jahren leidvoll Übung erfahren hat, ist Daniel Pietta. Das umso mehr, weil er eine richtig gute Saison spielte, mit der Anzahl der Spiele immer effizienter agierte und aktuell Top-Scorer des Teams ist. Zum vierten Mal knackte er in seinen 14 Spielzeiten in der DEL die 50-Punkte-Marke.

Für den Center der Paradereihe gibt es drei wesentliche Merkmale, warum die Saison am Sonntag beendet sein wird. Pietta sagt: „Uns hat die Cleverness gefehlt, wenn wir geführt haben. Dadurch haben wir viele Punkte verloren. Die Manschaft ist jung, und da spielt sich dann viel im Kopf ab. Zudem hatten wir mit Nürnberg und Berlin am Ende zwei Konkurrenten, von denen man annehmen konnte, dass sie irgendwann richtig gut punkten.“ Gleichwohl konstatiert Pietta: „Wir haben besseres Eishockey gespielt als in den Jahren vorher.“ Dass es nicht reichte, habe auch daran gelegen, dass es „für uns ab Dezember schwerer war, Tore zu schießen“

Berglund führt die Torschützenliste an

Daher werden die Verantwortlichen alles versuchen, um Jacob Berglund zu halten. Der Top-Torjäger der DEL hat alle Erwartungen übertroffen und führt mit 30 Treffern die Torschützenliste an. Auch wenn er im kommenden Jahr wahrscheinlich nicht die gleiche Trefferquote erreichen wird – in dieser Spielzeit landeten 23,3 Prozent seiner Schüsse im Tor -, wäre er auch im nächsten Jahr an der Seite von Daniel Pietta und Chad Costello für 20 Treffer gut. Sollte es Berglund in seine schwedische Heimat zurückziehen, gilt es, einen torgefährlichen Ersatz zu finden, der zu Vorbereiter Costello und Pietta passt.

Ewanyk neben Pietta der
einzige gelernte Mittelstürmer

Bei den Verpflichtungen muss das Augenmerk auf den Centern liegen. Denn in den Planungen waren die Mittelstürmer-Stellen wie angedacht besetzt – Pietta, Berglund, Arturs Kruminsch und Travis Ewanyk. Seit Ende Dezember spielt Berglund als Außen mit Pietta und Costello, bedingt durch den Abgang von Jordan Caron. Kruminsch konnte durch seine schwere Erkrankung kein Spiel bestreiten, so dass Ewanyk, der aufgrund schwacher Leistungen im Oktober noch häufig auf der Tribüne saß, neben Pietta der einzige gelernte Mittelstürmer im Kader war.

Daran änderte auch die Nachverpflichtung von Samson Mahbod nichts. Mahbod spielte zunächst als Flügelstürmer, konnte auch als Center nicht überzeugen. In den vergangenen Wochen kam Mahbod gar nicht mehr zum Einsatz. Das hatte zur Folge, dass Ewanyk Mittelstürmer der zweiten Reihe war. Eine Reihe, die Torgefahr ausstrahlen soll und ihre Stärken in der Offensive hat – das genaue Gegenteil von Ewanyk. Der Deutsch-Kanadier hat sich im Verlauf der Saison gesteigert und sollte auch in der nächsten Spielzeit das Krefelder Trikot tragen. In der Rolle, die vor Saisonbeginn für ihn angedacht war – Mittelstürmer der vierten Reihe.

Die beiden anderen Center hießen in den vergangenen Wochen Mathias Trettenes und Tim Miller. Während Trettenes auch in seinem zweiten Jahr an der Westparkstraße kaum bis keine Akzente setzen konnte und für eine Weiterverpflichtung kein Kandidat ist, war Miller eine der wenigen positiven Überraschungen der Saison. Kämpfen, Unterzahl, Schüsse blocken – die Stärken von Miller. Aber er ist kein gelernter Mittelstürmer, kann jedoch zusammen mit Ewanyk und Martin Schymainski eine kampfstarke vierte Reihe im kommenden Jahr bilden.

Schwierige Entscheidung
bei Kabanov

Aus dem bisherigen Kader bleiben als Außenstürmer für die zweite und dritte Reihe Kirill Kabanov, Greger Hanson, Vinny Saponari und James Bettauer übrig. Bettauer kann ähnlich wie Philip Riefers sowohl Stürmer als auch Verteidiger spielen. Reid brachte ihn gegen Saisonende häufiger im Sturm, in Über- und Unterzahl jedoch als Verteidiger, wo er nicht enttäuschte. Einer der unauffälligen Spieler ist Saponari, der acht Treffer erzielte und dem im nächsten Jahr eine Leistungssteigerung zuzutrauen ist. Mit den passenden Nebenleuten kann Saponari eine gute Rolle auch in der zweiten Reihe spielen. Der Vorteil für die Pinguine ist, dass Saponari keine kostbare Lizenz benötigt. Greger Hanson war als Sturmpartner von Chad Costello eingeplant, allerdings haben die beiden Angreifer kaum zusammen gespielt. Für den 31-Jährigen werden die Pinguine nach einem Ersatz Ausschau halten. Eine schwierige Entscheidung ist Kabanov. Als Torjäger eingeplant erzielte der Russe nur drei Saisontore. Doch im Forechecking ist kaum ein anderer Krefelder so effizient wie der Russe – und er ist ein Zögling von Trainer Brandon Reid.

Mehr von Westdeutsche Zeitung