Die neuen Krefeld Pinguine: Rynnäs soll Torwart-Tradition fortsetzen

Eishockey : Rynnäs soll Torwart-Tradition fortsetzen

Analyse Die Krefeld Pinguine haben ihren Kader zur Saison 2019/20 runderneuert. Unsere Zeitung wirft einen Blick auf das neue Team (Teil 1).

Vier Punkte und zwei Hände voll an Toren: So marginal war der Abstand der Pinguine in der vergangenen Saison auf das Erreichen des so lange herbeigesehnten Play-off-Platzes zehn. Die erste Saison unter dem Trainerteam Brandon Reid und Pierre Beaulieu, sie darf den Verantwortlichen und Fans der Schwarz-Gelben trotz des Verpassens der Endrunde aber trotzdem durchaus Hoffnung auf erfolgreichere Tage an der Westparkstraße machen. Denn Reid, so machte es in weiten Teilen der Saison den Anschein, scheint dem Team seine Spielidee erfolgreich eingeimpft zu haben.

Jetzt soll die Mannschaft mit neuem Personal versehen den Rückstand auf die besten zehn Mannschaften in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gänzlich wettmachen. Mit der Verpflichtung des Kanadiers Justin Hodgman haben die Pinguine in der vergangenen Woche ihre neunte und vor dem Saisonstart letzte Importlizenz vergeben. Damit haben die Krefelder alle Schlüsselpositionen ihres Kaders für die neue Spielzeit vergeben. Die WZ wirft einen Blick auf die Veränderungen innerhalb des Teams. Im ersten Teil auf die Torhüter und die Abwehrreihen.

Tor

Abgänge: Patrick Klein, Ilya Proskuryakov

Zugang: Jussi Rynnäs

Mit Jussi Rynnäs haben die Schwarz-Gelben ihren Wunschtorhüter verpflichtet. Das Trainerteam um Brandon Reid wollte für die neue Spielzeit einen körperlich großen Torhüter, der viel Platz im Tor einnimmt. Dieses Vorhaben ist ihnen mit dem 1,96 Meter großen Rynnäs gelungen. Der 32-jährige Finne verfügt über viel Erfahrung, verbrachte vier Jahre in Amerika und spielte in den europäischen Topligen Liiga (Finnland) und KHL (Russland).

Rynnäs wird nachgesagt, trotz seiner Körpergröße schnell in seinem Torraum unterwegs zu sein und nur wenige Nachschüsse zuzulassen. Mit Rynnäs haben die Pinguine wieder einen Top-Torhüter unter Vertrag, der zusammen mit Dimitri Pätzold ein stärkeres Duo bilden wird als es die Krefelder in den vergangenen Jahren hatten.

Rynnäs soll möglichst an die lange Torwart-Tradition mit so erfolgreichen Goalies wie Karel Lang, Robert Müller und Scott Langkow anknüpfen. Die Trainer hatten in der vergangenen Saison immer einen Torhüter gefordert, der notfalls auch Spiele für die Pinguine durch seine Paraden entscheiden könne. Rynnäs soll dieser Schlussmann sein.

Abwehr

Abgänge: Martin Lefebvre, Patrick Seifert, James Bettauer

Zugänge: Mark Cundari, Tom-Eric Bappert, Tom Schmitz


In der Verteidigung haben die Pinguine nur eine einzige größere Veränderung vorgenommen. Mark Cundari wird Martin Lefebvre ersetzen. Während Lefebvre in der DEL überfordert war, hat Cundari vor allem in seinen beiden Jahren in Augsburg bewiesen, dass er ein Verteidiger ist, der sowohl in der Defensive stabil spielen kann als auch in der Offensive Akzente setzen kann (jeweils mehr als 30 Scorerpunkte). Im vergangenen Jahr in Berlin warf ihn eine Knieverletzung zurück, so dass der Kanadier auf lediglich 14 Saisoneinsätze kam. Hat der 29-Jährige seine Knieverletzung vollständig auskuriert, ist den Pinguinen eine hervorragende Verpflichtung geglückt.

Einzig Verletzungssorgen könnten die Schwarz-Gelben in der Abwehr in Bedrängnis bringen, denn Tom-Eric Bappert und Tom Schmitz werden zunächst für das U23-Team auflaufen. Nur Mike Schmitz, der in der vergangenen Spielzeit auf zehn Einsätze kam, könnte im Falle von Ausfällen der Top-6-Verteidiger aushelfen. Durchaus möglich, dass die Pinguine noch einen Abwehrspieler mit deutschem Pass verpflichten, denn die Planungen in der Defensive sollen noch nicht vollständig abgeschlossen sein.

Mehr von Westdeutsche Zeitung