Eishockey : 700. DEL-Spiel - Daniel Pietta feiert Jubiläum

In Augsburg feiert er ein Jubiläum. Vor vier Jahren krönte er im Heimspiel gegen Augsburg sein 500. Spiel mit dem Siegtor.

Von Aufregung kann man wirklich nicht reden. Daniel Pietta schlenderte am Mittwoch nach der Trainingseinheit gelassen in die Geschäftsstelle der Pinguine im König-Palast – Shorts, Kurzarm-Shirt, Turnschuhe. Bei 24 Grad Außentemperatur im Oktober durchaus angemessen. Und schließlich gibt es in so einem Leben als Profisportler auch abseits der Eisfläche immer etwas zu regeln.

Daniel Pietta: „Mit Siegen ist alles einfacher“

Offensichtlich auch mit der gebotenen Gelassenheit. Pietta ist gut gelaunt. Es läuft aktuell bei den Pinguine und der Center hat seinen Anteil am Aufschwung. Genießt das: „Mit Siegen ist alles einfacher.“ Die andere Zeit kennt er gut. Sie war lang. Natürlich viel zu lang. Dreimal keine Play-offs, davor raus direkt in den Vor-Play-offs. Und das Spiel am Freitag in Augsburg ist keines wie jedes andere in einer Saison. Und in der Karriere des Daniel Piettas. Man könnte es auch als Markstein sehen. Als jenen, bei dem die Malaise um den sportlichen Niedergang begann und die mit dem aktuellen Spiel nun auch zum Gradmesser für den weiteren sportlichen Weg werden kann.

Im 500. Spiel trifft er in der Verlängerung zum 2:1

Am Freitag jedenfalls steht Pietta zum 700. Mal auf dem Eis bei einem DEL-Spiel. Es könnte ein Deja vu-sein, aber dafür ist die Profikarriere wohl zu kurzlebig. Ob er sich denn an den Gegner seines Jubiläum zum 500. Spiel in der DEL erinnere? Pietta: „Boah, neee.“ Wir konnten helfen. Augsburg war es. Gut vier Jahre ist es her. Am 3. Oktober 2014 war es. Ein Abend eigentlich gemalt, um für ewig in Erinnerung zu bleiben. Pietta trug ein besonderes Trikot. Die Zahl 500 stand darauf. Es war ein zähes Spiel. 1:1 hieß es nach 60 Minuten, Verlängerung. Und dann – bäng. 2:27 Minuten sind gespielt. Die Adrenalin-Ausschüttung grenzenlos. Tor für die Pinguine. Pietta trifft und krönt sein Jubiläum. Es war der 550. Sieg der Pinguine in der DEL.

In Augsburg läuft Pietta nicht mit der 700 auf dem Trikot auf

Einige weitere sind dazugekommen. Viel zu wenige natürlich. Für Fans und Pietta natürlich auch. 200 weitere Spiele hat er also weiter eingesammelt in gut vier Jahren. Mehr geht eben nicht ohne Zubrot Play-offs. „Wie viele es denn noch werden sollen?“ Das wisse man ja nie. „Aber so alt bin ja auch noch nicht.“ Am 9. Dezember wird Pietta 32 Jahre alt. Sein Vertrag bei den Pinguine läuft bis 2025. Da wird vierstellig natürlich einen übliche Zielmarke sein. Das bestätigt Pietta gerne. So hatte er es vor vier Jahren gesagt auf die Frage: „Wie viele Spiele es denn noch werden sollen?“ Pietta sagte trocken: „Ich würde gerne noch mal ein Interview führen, in dem wir über 1000 vergangene Spiele sprechen.“ Machen wir. Versprochen.

Jetzt aber erst einmal die 700. Es wird aber auf dem Trikot beim Geburtsjahr des Centers bleiben. Statt mit der 700 läuft er in Augsburg mit der 86 auf. Das Siegtor darf er trotzdem gerne machen. Am Sonntag kommt dann Mannheim, der Spitzenreiter. Dann wird Pietta fürs Jubiläum geehrt, zusammen mit Adrian Grygiel, der am Sonntag in Nürnberg sein 900. DEL-Spiel bestritt und mit dem Sieg vollendete.

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