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Analyse: So lief die Saison für die Abwehrspieler der Krefeld Pinguine

Eishockey : So lief die Saison für die Pinguine-Abwehr

Analyse In der Defensive gab es positive Überraschungen, offensive Stärken und einen Strafzeiten-König.

Die Saison der Krefeld Pinguine ist seit nunmehr sechs Tagen beendet. Für Freitagabend war rund um die Kabine der Schwarz-Gelben eine Saisonabschlussfeier mit den Fans geplant, doch die aktuellen Entwicklungen zwangen die Pinguine diese abzusagen. Unsere Redaktion wirft in dieser Folge der Saisonanalyse einen Blick auf die Verteidiger der Schwarz-Gelben in der abgelaufenen Spielzeit:

Phillip Bruggisser (52 Spiele, 13 Tore, 18 Vorlagen, 21:47 Minuten/Spiel, 32 geblockte Schüsse)

Offensiv zählt der Däne zu den besten der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Kein anderer Verteidiger hat so viele Schüsse auf das gegnerische Tor abgegeben. Nur Maury Edwards (Ingolstadt) und Simon Sezemsky (Augsburg/beide 15 Tore) waren treffsicherer als Bruggisser. Defensiv offenbart der 28-jährige allerdings einige Schwächen. Dennoch, mit einem defensivstarken Partner ist alleine aufgrund seiner Überzahlstärke eine Weiterverpflichtung überlegenswert. Abhängig ist dies auch von der konzeptionellen Planung, wie viele Lizenzspieler die Schwarz-Gelben in der Defensive einplanen.

Garrett Noonan (52 Spiele, 5 Tore, 15 Vorlagen, 20:12 Minuten/Spiel, 34 geblockte Schüsse)

Auch in seiner zweiten Saison in Krefeld hat Noonan kein einziges Spiel verpasst. Durch sieben Punkte im Powerplay (Vorjahr 0) konnte er seine Punktausbeute von zwölf auf 20 steigern. Der Kanadier sitzt häufig auf der Strafbank, mit 23 Zwei-Minuten-Strafen haben nur vier andere DEL-Verteidiger mehr dieser kleinen Vergehen auf ihrem Konto. Trotz seiner Härte war er vor dem eigenen Tor nicht immer konsequent genug.

Alex Trivellato (51 Spiele, 3 Tore, 10 Vorlagen, 20:32 Minuten/Spiel, 45 geblockte Schüsse)

Der in Bozen geborene Verteidiger zählt zu den positiven Überraschungen der abgelaufenen Saison. Nach Torsten Ankert hat Trivellato die meiste Einsatzzeit in Unterzahl. Bei 5 gegen 5 spielte der 27-Jährige zumeist mit Bruggisser zusammen und sicherte den Dänen ab. Da Trivellato nicht unter das Ausländerkontingent fällt, sollten die Schwarz-Gelben das Arbeitspapier mit dem Kapitän der italienischen Nationalmannschaft verlängern.

Torsten Ankert (52 Spiele, 2 Tore, 10 Vorlagen, 18:28 Minuten/Spiel, 57 geblockte Schüsse)

Bei vielen Fans hat Ankert keinen leichten Stand. Einige Anhänger wünschen sich eine Vertragsauflösung des ehemaligen Kölners. Doch Ankert war in Unterzahl der gefragteste Pinguin. Mit 57 geblockten Schüssen zählt Ankert zu den besten Verteidigern der Liga. Nach dem Weggang von Mark Cundari spielte Ankert fast ausschließlich mit Mike Schmitz, dem schwächsten Verteidiger der Schwarz-Gelben, zusammen. Ankert musste viel Verantwortung übernehmen und konnte sich nicht immer auf seinen Nebenmann verlassen.

Philip Riefers (51 Spiele, 3 Tore, 6 Vorlagen, 16:36 Minuten/Spiel, 20 geblockte Schüsse)

Als Riefers seinen Vertrag vor einem Jahr verlängerte, gaben die Pinguine bekannt, dass der gelernte Stürmer fortan als Verteidiger eingeplant wird. Brandon Reid hoffte auf konstantere Leistungen als im Jahr zuvor, in dem der 29-Jährige zum Teil sogar während eines Spiels vom Angreifer zum Abwehrspieler umfunktioniert wurde. Die Konstanz ließ Riefers vermissen, er leistete sich vor allem einige Stellungsfehler.

Mark Cundari (23 Spiele, 1 Tor, 7 Vorlagen, 19:24 Minuten/Spiel, 9 geblockte Schüsse)

Der einzige Neuzugang in der Verteidigung war ein Fehleinkauf. Die Hoffnung war groß, dass Cundari nach einem Jahr in Berlin, in dem er verletzungsbedingt nur 14 Spiele bestreiten konnte, an seine Leistungen aus Augsburg anknüpfen könnte. Doch er verletzte sich in der Vorbereitung an der Schulter und fand im Anschluss nie zu seiner Form. Anfang Januar wurde der Vertrag aufgelöst, der 1,75 Meter große Abwehrspieler wechselte nach Villach (Österreich).

Mike Schmitz (51 Spiele, 2 Tore, keine Vorlage, 9:15 Minuten/Spiel, 20 geblockte Schüsse)

Zu Saisonbeginn war Schmitz der siebte Verteidiger. Das Krefelder Eigengewächs bekam nur Eiszeit, wenn ein anderer Defensivspieler ausfiel. Das änderte sich nach dem Abgang von Cundari. Mit 13:24 Minuten stieg seine durchschnittliche Eiszeit um mehr als vier Minuten im Vergleich zum Saisondurchschnitt. Doch Schmidt wirkte häufig überfordert. Der 24-jährige konnte sich nur selten für einen neuen Vertrag empfehlen.

Tom-Eric Bappert (9 Spiele, kein Tor, keine Vorlage, 4:53 Minuten/Spiel, 3 geblockte Schüsse)

Der 21-Jährige spielte überwiegend in der Oberliga für den Krefelder EV 1981, es reichte nur zu neun DEL-Spielen mit wenig Einsatzzeit. Da Bappert auch in der kommenden Saison noch zu den U23-Spielern zählt, könnte er bei entsprechender Leistung und Weiterentwicklung häufiger im DEL-Kader der Pinguine auftauchen.