Krefeld Pinguine: Adduonos Ansage an den Paradesturm

Krefeld Pinguine : Adduonos Ansage an den Paradesturm

„Sie müssen die Besten der Liga werden“, fordert der Kanadier. Zwei Stürmer und zwei Verteidiger sollen noch kommen.

Krefeld. Es sind hektische Tage und auch eine nicht ganz einfache Zeit für Rick Adduono. Als er Krefeld im März verließ, war das überstürzt. Seine Mutter war erkrankt, starb wenig später. Als Adduono plante, wieder nach Krefeld zu kommen, verzögerte sich die Anreise. Sein jüngerer Bruder erkrankte. Auch ihn verlor Audduono. Montag wirkte er gefasst, die Arbeit lenkt vielleicht auch ein bisschen ab.

Und das, obwohl es eigentlich kein Eishockey gibt. Okay, die Weltmeisterschaft im Lande, da heißt es scouten. Und so war Rick Adduono seit seiner Ankunft am vergangenenDienstag in Paris auf Spielersuche. Am Montag hielt er einen Stapel Papier hoch, Notizen, Exposes zu potenziellen neuen Pinguinen. „200 Spieler“, sagt Adduono. Nein nicht allein auf dieser Liste. Es die die Zahl, mit denen sich die sportliche Führung der Pinguine seit Wochen auseinandersetzt. Und bei vielen sind mittlerweile Nägel mit Köpfen gemacht worden. Indes — es fehlen noch Häuptlinge. Adduono skizziert das Anforderungsprofil jener, die noch kommen sollen. Es müssen komplette Spieler sein, mit Qualität zu führen. Die Mitspieler — auf dem Eis und in der Kabine. Das Manko der vergangenen Saison soll und darf sich nicht wiederholen. Er habe noch nie in seiner Zeit als Trainer so viel geredet, sagt Adduono: „Mit Agenten, Trainern und Spielern.“

Zwei Stürmer und zwei Verteidiger sollen es noch sein. Und wenn der Kanadier so erzählt, fällt auch oft das Wort Budget. Etwa in der Art: „Das Budget ist das, was das Budget ist.“ Will heißen: Es gibt nichts zu klagen, über die finanziellen Mittel, die zur Verfügung stehen. Das hört Aufsichtsratchef Wolfgang Schulz gerne in Oppum an der Kuhleshütte.

Je länger die Zeit ohne Eishockey ist, je größer ist offenbar auch die Freude auf den Wiedereinstieg. Und so lautet Adduonos Credo für die Zukunft seiner Spieler: „Sie müssen das Spiel lieben. Und sie müssen lieben, zu gewinnen.“ Auf dem Weg dorthin hat er offenbar auch einen Rückzug gemacht — von der nach der enttäuschenden Saison ausgegebenen These, der Paradesturm mit Pietta, Müller und Umicevic werde zukünftig nicht mehr zusammenspielen. Am Montag sagte er auch ein bisschen als Kampfansage: „Sie müssen die Besten der Liga werden.“ Nicht mehr, aber auch nicht weniger erwartet Adduono.

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