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Was bleibt von der DEG-Saison?

Was bleibt von der DEG-Saison?

Mehr Fans, mehr Sponsoren, zwischenzeitlich gar der Sprung auf Platz eins. War die Saison wirklich der nächste große Schritt?

Düsseldorf. Der Regen war in den vergangenen Tagen unerbittlich. Immer wieder machte das eigentlich schöne Osterwetter für ein paar kräftige Schauer Pause. Fast war es fast so, als wolle jemand ganz sicher gehen, dass die Kreide-Graffiti, die die DEG-Mitarbeiter vor dem Start der Play-offs im ganzen Stadtgebiet gemalt hatten, verschwinden. Als hätte es eines letzten Beweises bedurft, dass die Eishockey-Saison für die Düsseldorfer EG vorbei ist.

Was bleibt von der DEG-Saison?

Nun geht es allerorten an die Bilanz. Auch die Düsseldorfer EG selbst blickte am Ostermontag auf die Saison zurück — und zog ein durchweg positives Fazit. Und in der Tat gab es für Verein, Aktive und Fans gleich mehrere Feiertage. Die Champions-League-Abende samt Qualifikation für die K.o.-Phase. Der erste Sieg seit Jahren in Iserlohn, der der DEG den Weg als beste Auswärtsmannschaft der Liga ebnete. Das 6:3 in Köln mit dem jetzt bereits legendären Drei-gegen-fünf-Tor von Ken-André Olimb, das zum Startschuss für zwölf Siege aus 13 Spielen wurde. Die zwischenzeitliche Tabellenführung, die die Euphorie aus der Vorsaison zu einem dauerhaften Phänomen werden ließ. Das 1000. Spiel von Daniel Kreutzer sowie der Tag, an dem der Kapitän ewiger Topscorer der Deutschen Eishockey Liga wurde. Oder die DEL—Gala nach der Hauptrunde, bei der Mathias Niederberger als Torwart des Jahres und Christof Kreutzer als Trainer des Jahres ausgezeichnet wurden.

Auch abseits des Eises gab es Erfolge zu verbuchen. Neue Sponsoren, die meisten Zuschauer (mehr als 8000 im Schnitt) seit knapp 20 Jahren, große Zuwächse im Social-Media-Bereich. Weit mehr als 60 000 Follower hat die DEG mittlerweile bei Facebook, Twitter und Instagram.

Dass manche Fans die Saison dennoch nicht als den großen nächsten Schritt begreifen wollen, liegt an den letzten Wochen. Einen einzigen Sieg fuhr die DEG im Viertelfinale gegen Wolfsburg ein. Im vergangenen Jahr war sie noch ins Halbfinale gekommen. Dort steht nun eine Mannschaft wie die Kölner Haie, die nach einer über weite Teile katastrophalen Saison samt Trainerwechsel zum richtigen Zeitpunkt aufgewacht ist. Bei der DEG lief es genau andersrum: Als es entscheidend wurde, ging ihr die Luft aus, nach der Länderspielpause gab es nur noch drei Siege aus 13 Spielen.

Trainer und Spieler sprachen nach dem Play-off-Aus trotzdem von einer „spielerischen Weiterentwicklung“ und dem „nächsten Schritt“. Gerade Christof Kreutzer betonte mehrfach, dass niemand vergessen dürfe, wo der Verein vor zwei Jahre stand und dass er sich immer noch im Aufbau befinde. Zudem habe die Serie gegen Wolfsburg ein „viel höheres Niveau“ gehabt das Viertelfinale in der Vorsaison gegen Hamburg.

Das stimmte, allerdings zeigte die Wolfsburg-Serie auch, dass die zwischenzeitliche Tabellenführung eben doch nicht dem wahren Leistungsstand des Teams entsprach. Taktisch und läuferisch war die DEG den Grizzlys deutlich unterlegen. Kollektiv und individuell. Gerade als es drauf ankam, war von Leistungsträgern wie Rob Collins, Norm Milley und Ken-André Olimb nicht mehr viel zu sehen. Daniel Kreutzer hatte Probleme, mit dem Tempo seiner teilweise viel jüngeren Mit- und Gegenspieler mitzuhalten. Chris Minard konnte den Abgang von Andreas Martinsen in die NHL nicht kompensieren, Joonas Rönnberg und David Van der Gulik waren ebenso wie Alexej Dmitriev Mitläufer, junge Spieler wie Daniel Fischbuch und Corey Mapes haben im Gegensatz zu Manuel Strodel, Marcel Brandt und Alexander Preibisch nicht den nächsten Schritt gemacht.

So bleibt zwar trotzdem ein positives Fazit, aber keins, das Anlass zu übermäßigem Jubel gibt. Um auch in den Play-offs oben angreifen zu können, fehlt der DEG noch einiges.