Warum die DEG den Vertrag mit Weiß auflöst

Warum die DEG den Vertrag mit Weiß auflöst

Der 28-Jährige fällt einer Umstrukturierung zum Opfer — und geht nach Nürnberg.

In den Planungen der Düsseldorfer EG für die nächste Saison spielte Daniel Weiß schon länger keine Rolle mehr. Er tauchte jüngst nicht mal mehr in der Kaderliste des Clubs aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auf — obwohl der Vertrag des Stürmers noch bis Sommer 2019 datiert war. Bereits Mitte Mai hieß es, dass der 28-Jährige keine Zukunft in Düsseldorf habe und zu den Nürnberg Ice Tigers zurückkehre, bei denen er schon 2012/2013 spielte. Seit gestern ist das nun offiziell. Da verkündete die DEG die Auflösung des Vertrags, kurze Zeit später stellten die Nürnberger Daniel Weiß als Zugang vor.

Das gefällt nicht allen Fans der Rot-Gelben. Weiß war während seiner zwei Jahre in Düsseldorf zwar kein Publikumsliebling, hatte sich durch seine gute Defensivarbeit, seine Stärke am Bullypunkt und seinen Einsatz im Unterzahlspiel aber Freunde gemacht. Keine Eishockey-Mannschaft der Welt kommt ja ohne Spieler wie Daniel Weiß aus. Spieler, die selten etwas zum Saisonvideo beisteuern, sich aber nicht zu schade sind, in den Ecken zu arbeiten, Checks zu fahren und sich in Schüsse zu werfen.

Auch rund um die Brehmstraße verliert niemand ein schlechtes Wort über Daniel Weiß, das Problem war sein Gehalt. Der Stürmer soll zu den Besserverdienern gehört haben. Dafür waren neun Tore und 15 Vorlagen in zwei Jahren zu wenig. Niki Mondt, der Sportliche Leiter, hat das freigewordene Geld in offensivstärkeres Personal investiert.

Im Gegensatz zu den Vorjahren versuchen sie bei der DEG nun nicht mehr, vier gleichstarke Sturmreihen aufzubieten. E s soll — wie in Nordamerika üblich — eine klare Hierarchie im Team geben. Daran habe es zuletzt gemangelt. Mondt monierte in seiner Analyse der enttäuschenden Saison, dass es „zu wenige Leader im Team“ gegeben habe. Zudem war die DEG zu abhängig von einzelnen Torjägern wie Alexander Barta (25 Saisontreffer) und John Henrion (22).

In den vergangenen Wochen wurde der Kader deshalb umgebaut, namhafte Spieler wie Ken-André Olimb, Calle Riderwall, Philip Gogulla und Jerome Flaake kamen. Dafür musste die Gehaltsstruktur geändert werden. Mehr Geld für die besten sechs Stürmer. Da war im Gehaltstopf nicht mehr genug übrig, um auch in den hinteren Reihen überdurchschnittlich zu bezahlen.