Verabschiedung bei der DEG: Unzählige Autogrammwünsche und auch Wehmut

Eishockey DEL : DEG: Viel Applaus bei der Abschlussfeier

Mehrere Hundert Fans der Rot-Gelben verabschieden Gogulla, Strodel und Co.

Wenn die Fans der Düsseldorfer EG im Frühling auf ihre Eishockey-Lieblinge treffen und diese nur in Jeans und Hemd statt mit Trikot, Helm und Schlittschuhen für Fotos und Autogrammwünsche zur Verfügung stehen, ist klar: Die Saison in der Deutschen Eishockey Liga ist für ihren Klub beendet. Am Sonntag war das mal wieder der Fall. Eine Woche nach dem Ausscheiden im Play-off-Viertelfinale gegen die Augsburger Panther fand im Quartier Bohème auf der Ratinger Straße in der Düsseldorfer Altstadt die übliche Abschlussveranstaltung statt.

Während andere Menschen bei frühsommerlichen Temperaturen das eine oder andere Altbier in der Sonne verköstigten, drängten sich im Henkel-Saal mehrere Hundert Anhänger durch die Reihen, um ihre Trikots, Poster oder Schals unterschreiben zu lassen. Der Andrang war so groß, dass die für 75 Minuten angesetzte und auf zwei Stunden verlängerte Autogrammstunde um 18 Uhr schließlich abgebrochen wurde, damit das geplante Bühnenprogramm starten konnte.

Wie immer kamen dabei alle Spieler des DEG-Kaders noch einmal zu Wort, blickten in kurzen Interviews auf die abgelaufene Saison zurück, bedankten sich beim Verein und den Zuschauern für Zusammenarbeit und Unterstützung und gaben zumindest kleine Einblicke in die persönlichen Vorhaben der kommenden Wochen und Monate. Besonders herzlich verabschiedet wurden am Sonntagabend Philip Gogulla und Manuel Strodel. Gerade beim Top-Stürmer fiel das auf, hatte der 31-Jährige nach Bekanntwerden seines Abgangs in den sozialen Netzwerken doch viele negative Kommentare erhalten. Ganz anders waren die Reaktionen der Anwesenden am Sonntag. Da gab es kein böses Wort in Richtung Gogullas.

Er und Strodel standen aber exemplarisch auch dafür, wie unterschiedlich die Stimmungslage sein kann. Während Gogulla nach der besten Saison seiner Karriere aller Voraussicht nach zum EHC München wechseln wird und sich sehr erfreut über die vielen positiven Reaktionen der anwesenden Fans zeigte, wirkte Strodel durchaus geknickt. Das hing sicherlich nur bedingt mit dem Gesundheitszustand des dienstältesten Düsseldorfers zusammen, der nach einer erlittenen Stressfraktur im Fuß auf Krücken unterwegs war. Strodel, der 2008 im Nachwuchsbereich der DEG begonnen und nun kein neues Angebot des Managements erhalten hatte, machte aus seiner Enttäuschung über seinen Abschied keinen großen Hehl.

Auch Co-Trainer Tobias Abstreiter verabschiedet sich von der DEG

Besonders aufmerksam hörte das Publikum beim Interview mit Calle Ridderwall zu, der für viele überraschend zur langen Liste von (bisher) zwölf Abgängen zählt. Der 30 Jahre alte Schwede erklärte, dass rein private Gründe den Ausschlag für seine Entscheidung gegeben hätten, die Profi-Karriere mit sofortiger Wirkung zu beenden. Auch Ridderwall wurde mit viel Applaus verabschiedet.

Abschied genommen wurde am Sonntag aber nicht nur von Spielern. In Tobias Abstreiter verlässt bekanntlich auch der Co-Trainer den Klub. Nach fünf Jahren an der Seite von Christof Kreutzer, Mike Pellegrims und Harold Kreis übernimmt der Landshuter die U 20-Nationalmannschaft des Deutschen Eishockey-Bundes. Noch ein bisschen länger für die DEG tätig war Betreuer Mike Lindner, der den Verein nach neun Jahren im Sommer verlassen wird. Auch Thomas Meinders, in den vergangenen drei Saisons einer der beiden Pressesprecher der Rot-Gelben, wurde mit Applaus verabschiedet.

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