Tomlinson bleibt bis 2012

Der Trainer hat seinen Vertrag bei der DEG um ein Jahr verlängert. Ob auch Torhüter Aubin bleiben wird, ist aber noch offen.

Düsseldorf. „Ich freue mich, dass ich meine Arbeit in Düsseldorf fortsetzen kann.“ Jeff Tomlinson wirkt gewohnt locker, als wäre nichts passiert. Dabei hatte der 40-jährige Deutsch-Kanadier seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag bei der Düsseldorfer EG gerade um ein Jahr verlängert.

Lance Nethery, in Personalunion Manager und Geschäftsführer des Klubs aus der Deutschen Eishockey Liga, hat damit die wichtigste Personalie vom Tisch. Tomlinson hatte Angebote diverser Klubs vorliegen, darunter von seinem ehemaligen Verein, den Eisbären Berlin. „Düsseldorf war aber mein erster Ansprechpartner. Das Umfeld ist sehr professionell“, sagt Tomlinson.

Lance Nethery hatte schon im Dezember vergangenen Jahres durchblicken lassen, dass er mit Tomlinson weiter zusammenarbeiten wollte. „Er ist frisch und ehrgeizig, spricht deutsch und kennt die Liga gut“, sagt Nethery. „Darum habe ich ihn damals geholt, und er hat meine Vorstellungen erfüllt. Jeff lässt offensives und attraktives Eishockey spielen. Außerdem setzt er sehr auf junge deutsche Spieler. Wir wollen den Weg mit ihm weiter gehen.“

Die Vertragsverlängerung mit dem ehemaligen DEL-Profi überrascht weniger, dafür aber der Zeitpunkt, denn die DEG steckt nach fünf Niederlagen in Folge in einer (kleinen) Krise. „Das kommt in einer langen Saison mit so vielen Spielen vor. Wir müssen uns jetzt schnell wieder fangen und Erfolge einfahren“, sagt Tomlinson, der von Nethery auch zu Entscheidungen im personellen Bereich befragt wird. „Natürlich sage ich Lance meine ehrliche Meinung zu Spielern. Ich arbeite für die DEG, das ist mein Job“, sagt der 40-Jährige.

Immerhin laufen die Verträge von Rob Collins, Evan Kaufmann und Tyler Beechey aus. Dazu gesellt sich nach den zuletzt durchwachsenen Leistungen von Jean-Sebastien Aubin die Torhüterdiskussion. Im Vorjahr der beste Torwart der Liga, schwanken die Leistungen Aubins in dieser Saison ganz erheblich.

Weshalb Gerüchte die Runde machen, dass sein noch bis 2012 gültiger Vertrag vorzeitig aufgelöst wird, weil im Sommer die große Möglichkeit besteht, Publikumsliebling Jochen Reimer von den Grizzly Adams Wolfsburg zurückzuholen. Der will dort das ständige Wechselspiel mit Kollege Daniar Dshunussow nicht weiter mitmachen, strebt einen Wechsel an und hat nach Aussage von Bruder Patrick auch mehrere Angebote vorliegen.

„Von uns nicht. Aubin hat einen Vertrag. Das respektieren wir“, sagte Lance Nethery, schränkte aber ein: „Wenn Aubin natürlich auf mich zukommen sollte, ergibt sich eine andere Situation.“

Schließlich wird Aubin im Juli 34 Jahre alt. Jochen Reimer ist erst 25 und dazu Deutscher. Nethery gab dann auch zu, mit Aubin gesprochen zu haben. Ob es dabei um einen vorzeitigen Abschied ging, ließ er allerdings nicht durchblicken.

„Es ist ja nicht so, dass es nur am Torwart liegt. Rob Collins und Patrick Reimer haben gegen Berlin klare Chancen vergeben. Wir finden halt im Moment immer Mittel und Wege, um nicht zu gewinnen“, sagte Nethery.

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