Sturmreihen sind sehr gut besetzt

Eishockey DEL : Düsseldorfer EG: Die Tops und Flopps des Wochenendes

Eishockey Ein später 3:0-Erfolg in Schwenningen, und ein umkämpftes 4:3 in Bremerhaven. Was lief gut? Was nicht?

Das zweite Wochenende mit zwei Siegen, Tabellenführer – nie ist die DEG besser in eine Saison der Deutschen Eishockey Liga gestartet. Möglich machen das ein 3:0 in Schwenningen und ein 4:3 in Bremerhaven. Erneut funktionierte viel beim Team von Trainer Harold Kreis, aber längst nicht alles.

Top: Bernhard Ebner

Die Stärken des 28-Jährigen waren schon immer auf beiden Seiten der Mittellinie zu finden. Nie erlebte der Verteidiger eine Spielzeit mit weniger als 20 Scorerpunkten. Diese Saison scheint er aber offensivfreudiger denn je zu sein. Nach vier Spielen ist Ebner mit zwei Toren und vier Vorlagen der beste Punktesammler der DEG. „Er hat im Moment einen Riecher, wann er nach vorne gehen und was er dort mit der Scheibe machen kann“, sagt Trainer Kreis. In Bremerhaven traf Ebner doppelt und bereitete das Siegtor von Jaedon Descheneau vor.

Flop: Unnötige Strafen

Durch die verschärften Regeln – seit dieser Saison werden Stockschlag, Haken und Behinderung viel konsequenter geahndet – gibt es deutlich mehr Strafzeiten. Die Trainer mahnen ihre Spieler seit Wochen zur Vorsicht, doch die jahrelange Regelauslegung, nach der viel mehr erlaubt war, steckt noch in den Köpfen. Am Wochenende kassierte die DEG fünf dieser Strafen, insgesamt sind es bereits elf. Wäre das Unterzahlspiel nicht so stark (Erfolgsquote: 95 Prozent), hätte die DEG die „Disziplinlosigkeiten“ teuer bezahlen müssen.

Top: Jaedon Descheneau

Er war in den hinteren Reihen eingeplant. Erst seit der Verletzung von Jerome Flaake ist Jaedon Descheneau in den ersten Sturm mit Alexander Barta und Philip Gogulla aufgerückt – und macht seine Sache ausgezeichnet. Der Frankokanadier, dessen fehlende Zahnreihe von zahlreichen Schlachten erzählt, ist der punktbeste Stürmer. Sein Siegtor in Bremerhaven war bereits sein sechster Punkt. Macht er so weiter, wird es Flaake schwer haben, seinen Platz zurückzuerobern.

Flop: Powerplay

Strafen gibt es derzeit zu Hauf, wenn die DEG auf dem Eis steht – für und gegen sie. 34 Überzahlspiele gab es bereits. Aber passiert ist dabei kaum etwas. Was zum einen an der starken Unterzahl der DEG liegt, zum anderen an ihrer schwachen Überzahl. In 14 Powerplays gab es erst ein Tor, am Wochenende kein einziges, trotz neun Überzahlspielen.

Top: 3. und 4. Reihe

Die größte Aufmerksamkeit bekommen naturgemäß die ersten beiden Sturmreihen. Erst recht, wenn sie so produktiv sind wie die der DEG. 21 Scorerpunkte haben die Top-Sechs gesammelt. Aber auch die Reihen drei und vier sind in Form. Am Wochenende erzielten beide Formationen wichtige Tore und schnürten ihre Gegner teilweise eine Minute am Stück ein. Buzas, Pimm und Reiter tun das eher über Scheibenkontrolle, die Draufgängerreihe Manuel Strodel, Leon Niederberger und Lukas Laub über Tempo und Unbekümmertheit.

Flop: Eiszeit Huß

Nur einer dürfte derzeit nicht zufrieden sein: Johannes Huß. Der 20 Jahre junge Verteidiger, der vergangene Saison 21 Spiele machte und dabei ziemlich abgeklärt für sein Alter wirkte, steht zwar auf den Spielberichtsbogen und sitzt auch auf der Bank, sah aber noch keine Sekunde Eis. Ob ihm da ein Wechsel zum Kooperationspartner nach Bad Nauheim in die 2. Liga nicht besser bekommen würde? Vielleicht, doch davon ist vorerst nicht auszugehen. Kreis lässt seine Verteidiger zwar nicht rotieren und braucht deswegen bloß sechs für drei Pärchen, er benötigt Huß aber als Ersatzmann.

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