Staffelübergabe ohne Schulden

Staffelübergabe ohne Schulden

DEG: Geschäftsführer Schmellenkamp scheidet aus, Manager Nethery übernimmt seine Aufgaben mit.

Düsseldorf. Es war ein offenes Geheimnis. Am Mittwoch meldete die Düsseldorfer EG Vollzug. Lance Nethery wird ab kommender Woche auch die Aufgaben des ausscheidenden Geschäftsführers Elmar Schmellenkamp übernehmen. "Ich werde noch mehr zu tun haben", erklärt Nethery, der vom Aufsichtsrat der DEG Metro Stars für diese Aufgabe gewählt worden war.

Der gleichzeitig als sportlicher Manager fungierende 52-jährige Kanadier soll allerdings nicht als "klassischer Geschäftsführer" arbeiten, sondern die Aufgabenbereiche von Schmellenkamp werden auf mehrere Schultern verteilt. "Wir werden das hinkriegen", verspricht Nethery, der als vorrangiges Ziel das Abbremsen des Zuschauerrückgangs ansieht. "Wir werden das nicht völlig umdrehen können, aber drei bis vier Prozent mehr Fans als in der vergangenen Saison sollten wir schon anstreben."

Nach zehn Jahren DEG schaut Elmar Schmellenkamp auf "eine spannende Zeit" zurück. Die hohe Verschuldung, der Steuerskandal und der Abstieg haben die erste Phase geprägt. "Gemeinsam mit der Metro und namentlich Jochen Suhr haben wir den Verein entschuldet und saniert", erklärt Schmellenkamp, der nach einem Entgegenkommen der Stadt bei der Miete für den ISS-Dome auch eine DEG ohne Schulden an seinen Nachfolger übergibt. Und das, obwohl die großen Hoffnungen, die sich an den Umzug in die neue Spielstätte geknüpft haben, nicht erfüllt wurden.

Dennoch ist es sportlich insgesamt gut gelaufen - bis auf dieses Jahr mit dem frühen Scheitern in den Play-offs. "Die gute sportliche Basis, die durch Lance Netherys solide Arbeit gelegt worden ist, hat uns zweimal ins Halbfinale und zweimal ins Finale geführt", sagt Schmellenkamp, der künftig in der Marketing-Agentur seiner Frau am Schreibtisch sitzen wird. "Nach einer Woche Urlaub in Rom ist der Terminkalender schon wieder richtig voll." Eine Mitarbeit im Aufsichtsrat kann sich Schmellenkamp zwar vorstellen, "aber eigentlich sollen da Leute sitzen, die uns auch wirtschaftlich prägen können".

So wäre es aus Schmellenkamps Sicht sehr hilfreich, wenn Oberbürgermeister Dirk Elbers Mitglied des DEG-Aufsichtsrates wäre. Sein Vorgänger Joachim Erwin saß in diesem Gremium und hat ebenfalls zur Entschuldung der DEG GmbH beigetragen. Die positiven Prognosen für den Eishockey-Klub und die Gesellschaft sind aber auch erst durch die Hilfe der Stadt wirklich realistisch geworden.

Nethery erhält einen Vertrag für ein Jahr - ohne zusätzliche Vergütung. Er sprach Schmellenkamp ein "Riesen-Riesen-Dankeschön" aus und bedauerte es, dass das Engagement des Geschäftsführers letztlich nicht mit einem Meistertitel belohnt worden ist. Ab der kommenden Woche sitzt Nethery in Schmellenkamps altem (größerem) Büro.

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