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Düsseldorfer EG: Nach Saisonaus: Die DEG gelobt Besserung

Düsseldorfer EG : Nach Saisonaus: Die DEG gelobt Besserung

Erneut gucken die Düsseldorfer in den Play-offs nur zu. Trainer und Spieler blicken selbstkritisch auf die enttäuschende DEL-Saison.

Düsseldorf. An offenen Worten hat es dieser Tage nicht gefehlt. Rund um die letzten Saisonspiele der Düsseldorfer EG waren sie gar in beeindruckender Zahl zu vernehmen. Da klagte niemand über himmelschreiende Ungerechtigkeiten oder übel gelaunte Eishockey-Götter. Dass die DEG als Tabellenelfter nun zusehen muss, wenn sich der Großteil der Deutschen Eishockey Liga ins Abenteuer Play-offs stürzt, sei einzig und allein ihre Schuld.

Den Anfang der öffentlichen Selbstgeißelung hatte Alexander Barta bereits am vergangenen Mittwoch nach dem 1:2 in Nürnberg gemacht, als er die Qualität des Kaders in Frage stellte. Zwei Tage und ein ernüchterndes 2:6 gegen Berlin später war Kapitän Darryl Boyce dran: „Ich selbst bin unter meinen Möglichkeiten geblieben, unser Trainer wurde gefeuert, unser Co-Trainer hat wegen uns keine olympische Medaille gewonnen, und wir haben die Play-offs verpasst. Ich nehme nichts Positives mit“, sagte er.

Und auch nach dem abschließenden 7:3 am Sonntag gegen Krefeld hörte sich das kaum anders an: „Die Saison ist enttäuschend, wir haben unser Ziel nicht erreicht, das muss man ganz klar sagen“, fasste Trainer Tobias Abstreiter die Lage nach nur 21 Siegen aus 52 Spieltagen zusammen. Und kannte einen Grund dafür: „Wir haben viel zu wenige Leader gehabt, die in entscheidenden Situationen mit bestem Beispiel voran gehen und die Ärmel hochkrempeln. Du braucht Leute, die die Mannschaft an die Hand nehmen.“ Doch die gab es kaum im DEG-Kader der Saison 2017/2018. Weil die Lücken, die Daniel Kreutzer (Karriereende) und Tim Conboy (langzeitverletzt) hinterlassen hatten, niemand ausfüllen konnte.

Zumindest einen gab es, der voranging: Alexander Barta entwickelte sich trotz seiner schwachen Vorsaison zum Fanliebling. Weil er auf dem Eis mit 25 Saisontoren ein Vorbild war, und weil er sich daneben zu so etwas wie dem teaminternen Pressesprecher entwickelte — auch wenn er nicht jede Frage der Reporter mochte. Das machte ihn gleichzeitig zum wahren Kapitän des Teams. Es würde niemanden verwundern, wenn er in der nächsten Saison auch offiziell das „C“ trägt.

Folglich war es Barta, der sich am Sonntag das Hallenmikrofon schnappte, um ein paar Worte an die enttäuschten Fans zu richten. Das sei „keine schöne Saison“ gewesen, sagte er, die Spieler hätten „Verständnis dafür, dass ihr auch enttäuscht seid“. Nun hoffe er, „dass wir nächstes Jahr geschlossen angreifen — Mannschaft, Fans und Club“.

Das müssen sie auch. Denn ab September dürfte es um mehr gehen als nur den Kampf um die Play-offs. Die nächste Saison ist die vorerst letzte, die finanziell durch die Hoberg-Brüder sowie Peter Völkel abgesichtert ist. Zwar machen die Gesellschafter nicht den Eindruck, die Lust nach zwei Jahren ohne Play-offs bereits verloren zu haben. Aber ob das auch der Fall sein wird, wenn es nächstes Jahr wieder nichts mit der schönsten Zeit des Eishockey-Jahres wird? Wenn es erneut so viele unnötige Niederlagen gibt wie dieses Jahr gegen Schwenningen, Krefeld und Augsburg? Wenn die Fanseele wieder kocht, wie so oft in dieser Spielzeit?

Im vergangenen Sommer war ja immer wieder zu hören gewesen, dass man nach den vielen lustlosen Auftritten der Vorsaison wieder ein Team aufs Eis stellen will, das für den Verein und die Fans brennt. Das war an manchen Abenden durchaus zu sehen. An vielen anderen hingegen nicht. Hinzu kam die unnahbare Art von Ex-Trainer Mike Pellegrims. Anstatt wieder näher an die Mannschaft heranzurücken, entfernten sich manche Fans sogar noch ein Stück weiter vom ihrem Verein.

Aber anders war es auch nicht zu erwarten, wenn an den wichtigsten Stellen zwei rot-gelbe Urgesteine wie die Kreutzer-Brüder durch zumindest für die Öffentlichkeit emotionslos erscheinende Typen wie Trainer Mike Pellegrims und Kapitän Darryl Boyce ersetzt werden. Da mögen sie intern noch so gut angekommen sein. Ein Eishockey-Verein ist nun mal Teil der Unterhaltungsbranche. Und wenn dem Publikum bei seinen Gedanken an die Hauptdarsteller nicht warm ums Herz wird, ist es schwierig.

Geschäftsführer Stefan Adam, der den Umbruch vor der Saison zu verantworten hatte, hat jüngst dennoch darauf hingewiesen, dass der Club einen Schritt weiter sei als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres — vor allem infrastrukturell. Sei es auf der Geschäftsstelle mit neuen Mitarbeitern für Sponsoren oder Marketing oder im sportlichen Bereich mit erstmals festem Athletiktrainer oder neu angeschafften Fitnessgeräten. Das ist sicher richtig, aber den für Verein, Fans und Sponsoren wichtigsten Schritt ist die DEG eben wieder nicht gegangen: den in die Play-offs.