Mathias Niederberger – wie der Vater so auch (fast) der Sohn

Mathias Niederberger – wie der Vater so auch (fast) der Sohn

Für Freitag (19.30 Uhr, Rather Dome) gegen Iserlohn ist nur eine Frage geklärt: Im Tor muss Mathias Niederberger wieder für Jean-Sebastien Aubin Platz machen.

Düsseldorf. Für den einen war es das Ende, für den anderen der Anfang. Nur einen Tag nach der 2:4-Niederlage gegen die Düsseldorfer EG trennten sich die Panther Ingolstadt mit sofortiger Wirkung von ihrem Trainer Greg Thomson. Dem 47-Jährigen wurde unter anderem die gute Leistung von DEG-Ersatztorhüter Mathias Niederberger zum Verhängnis.

Der vertrat am Wochenende Stammkeeper Jean-Sebastien Aubin, der zur Beisetzung seines Großvaters nach Kanada gereist war, und machte seine Sache mit einer Fangquote von 91,9 Prozent mehr als ordentlich.

"Natürlich bin ich überglücklich, dass ich helfen konnte, einen wichtigen Sieg einzufahren. Es war ein ziemlich knappes Spiel, und als wir das 4:2 gemacht haben, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen", sagte der 17-Jährige.

Sein Vater Andreas, der mit der DEG fünfmal deutscher Meister wurde, war im rund 540 Kilometer entfernten Ingolstadt nicht dabei. "Irgendwann müssen Kinder lernen, auf eigenen Füßen zu stehen und selbstständig werden. Ich habe Mathias lediglich mit auf den Weg gegeben, dass er das Spiel genießen soll."

Das tat der Filius dann auch, nahm danach die verdienten Glückwünsche seiner Kameraden entgegen und wurde von den gerade einmal 30 mitgereisten Anhängern auch noch zum Anstimmen der "La Ola"-Welle aufgefordert. "Sogar der Trainer hat mir gratuliert und gesagt, dass ich einen guten Job gemacht habe", sagte Niederberger junior.

Der begann seine Karriere eigentlich als Feldspieler, was aber nur von äußerst kurzer Dauer war. "Als ich bei den "Bambinis" gespielt habe, da fehlte eines Tages der Torwart. Also habe ich mich zwischen die Pfosten gestellt, und es hat mir riesigen Spaß gemacht."

Den hatte in Ingolstadt auch Trainer Jeff Tomlinson, der nach dem Erfolg erst einmal durchschnaufen kann. "Ich bin stolz auf das Team. Es hat sich den Sieg erkämpft." Doch war dieser nur ein Zwischenhoch oder der erhoffte Durchbruch zu endlich konstant guten Leistungen?

Bisher präsentierte sich die DEG 2010/11 zu sehr als unberechenbare Wundertüte. Für Freitag (19.30 Uhr, Rather Dome) gegen Iserlohn ist daher erst einmal nur eine Frage geklärt: Im Tor muss Mathias Niederberger wieder für Jean-Sebastien Aubin Platz machen.

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