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Düsseldorfer EG: Marcel Brandt - Zwischen Nationalmannschaft, Skaterhockey und Kinderfußball

Düsseldorfer EG : Marcel Brandt - Zwischen Nationalmannschaft, Skaterhockey und Kinderfußball

Während sich die meisten Spieler der Düsseldorfer EG auf die Sommerpause freuen, hat Marcel Brandt einen engen Terminkalender.

Düsseldorf. Wer es einmal nach oben geschafft hat, der vergisst gern seine alten Freunde an der Basis. So funktioniert zumindest das Klischee über abgehobene Profisportler. Marcel Brandt gehört nicht zu dieser Gattung Mensch. „Sowas kommt für mich nicht in Frage“, sagt der Eishockey-Spieler, der zu den Gewinnern in der abgelaufenen Saison der Düsseldorfer EG gehört, ganz entschieden.

Als Stürmer, der eher für die vierte Reihe, wenn nicht gar für die Tribüne eingeplant ist, kam der gebürtige Dingolfinger im Sommer 2015 aus Straubing an den Rhein. Mittlerweile ist der 23-Jährige eine feste Größe bei der DEG, spielt nun in der Verteidigung und darf sich gar Nationalspieler nennen. Deswegen aber auf seine Sommer-Beschäftigung Skaterhockey zu verzichten, käme Brandt nicht in den Sinn: „Ich denke nicht, weil ich jetzt Nationalspieler bin, dass ich das nicht mehr brauche“, sagt er mit Blick auf den Bundesligisten Düsseldorf Rams vom Sportpark Niederheid, wo er „viele Freunde“ habe.

So wird er — falls er den Sprung in den endgültigen WM-Kader von Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm nicht schafft — möglichst bald für die Rams auflaufen. Und damit bei Auswärtsspielen stundenlang in Bussen sitzen, um fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit einem Randsport nachzugehen.

Warum macht man das, während andere Eishockey-Profis sich im Sommer an den Strand legen? „Mich verbinden Leidenschaft und Liebe mit dem Sport. Wenn ich Freizeit habe, werde ich immer versuchen, anderweitig Sport zu machen“, sagt Brandt, dem aber selbst das nicht reicht. So heuerte er jüngst auch noch als Co-Trainer bei den D-Jugend-Fußballern des SFD 75 an..

Seine Leidenschaft gehört aber nach wie vor dem Eishockey. Gerade, wenn er so eine aufregende Saison wie seine erste in Düsseldorf erlebt: „Einmal vorne, einmal hinten, Torwart hat noch gefehlt“, sagt er lachend. Zwar sei der Saisonstart schwer gewesen, „weil ich mich erst an alles gewöhnen musste, aber je länger die Saison lief, umso besser lief es. Die Nationalmannschaft ist natürlich eine Krönung.“.

Dass er dort nun auch in der Abwehr eingesetzt wird, gibt ihm allerdings zu denken: „Ich habe wohl mein Leben lang die falsche Position gespielt, wenn ich nach 15 Spielen (als Verteidiger) gleich in der Nationalmannschaft spiele.“ Deswegen hoffe er, in Zukunft dauerhaft in der Abwehr zu spielen. Zumal er „als gelernter Stürmer, eine bessere Übersicht von hinten heraus“ habe. Seine Fähigkeiten, von der blauen Linie zu schießen, seinen nicht großen, aber kraftvollen Körper einzusetzen und einen „guten ersten Pass“ zu spielen, könne er auch weiter hinten einsetzen.