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DEG: Geburtstag wird zur Zeitreise für Spieler und Fans

DEG : Geburtstag wird zur Zeitreise für Spieler und Fans

Spieler aller acht Meisterschafts-Teams der DEG stehen gemeinsam gegen Köln auf dem Eis.

Düsseldorf. Als sich der Abend langsam seinem Ende zuneigte und all die ehemaligen Größen des Düsseldorfer Eishockeys bei Kartoffelsalat, Leberkäse und Altbier über der zweiten Eisbahn beisammensaßen, war es Zeit für große Gefühle. „Eigentlich“, begann Dieter Hegen, „hätte man an der Brehmstraße bleiben müssen. Natürlich ist das mit einem alten Stadion heute schwierig, aber man hätte ja umbauen können“, sagte der ehemalige Torjäger und war mit seiner Meinung nicht allein.

Denn jetzt, wo sie alle noch mal am Ort ihrer größten Erfolge zusammengekommen waren, schossen ihnen die Erinnerungen nur so durch den Kopf: Die rauschenden Siege und die vielen Meisterschaften, die vollen Tribünen und die Gesänge der Fans. Egal, wer da sprach, irgendwann war so gut wie jeder, der zuvor im Legenden-Spiel gegen die Kölner Haie auf Seiten der Düsseldorfer EG gespielt hatte, bei der Magie angekommen, die das alte Eisstadion am Zoopark seit Jahrzehnten auf Spieler und Zuschauer ausübt.

Weil es die DEG geschafft hatte, Spieler aller acht Meistermannschaften von 1967 bis 1993 zu ihrem 80. Geburtstag aufs Eis zu stellen, waren auch die Fans zahlreich erschienen. Weit mehr als 3000 sahen und jubelten den alten Helden zu. Vor allem Spielern wie Walter Köberle, Peter Gregory, Peter Hejma und Wolfgang Boos, die teilweise längst eine „7“ vorne stehen haben, aber trotzdem die Schlittschuhe schnürten und keinem Zweikampf aus dem Weg gingen.

„Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Leute kommen. Aber die wollten die alten Säcke eben noch mal sehen“, lachte Otto Schneitberger, der als Trainer dabei war und deswegen Zeit hatte, auch auf das Drumherum zu achten. Und dabei feststellte, dass auch der Altersdurchschnitt der Besucher höher war als bei den Spielen der aktuellen Mannschaft: „Es waren viele aus früheren Zeiten da. Für die alten Fans ist die Brehmstraße einfach die DEG“, sagte Schneitberger, dessen Team 7:6 gewann und am Ende sogar noch die „Raupe“ für die jubelnden Fans machten.

Ein gelungener Abschluss eines Spiels, das natürlich kein allzuhohes Tempo hatte, aber dafür durchaus einige schöne Kombinationen, die immer wieder für Szenenapplaus und minutenlange Gesänge sorgten.

Bereits die Begrüßung von Stadionsprecher Volker Boix ging im Jubel der Fans unter. „Es ist Samstag, 16.15 Uhr, hier ist die Brehmstraße“, begann Boix, wie er es früher immer getan hatte. „Es hat mich sehr gefreut, dass die Fans sofort reagiert haben“, sagte er hinterher lachend.

Dabei fing der eigentlich so heitere Nachmittag alles andere als fröhlich an. Mit einer Schweigeminute für die Opfer der Anschläge von Paris am Abend zuvor. Zwischenzeitlich hatten die Organisatoren sogar überlegt, die ganze Feier abzusagen. „Wir haben uns mit den Gremien und der Stadt abgestimmt, wie wir damit umgehen sollen“, sagte DEG-Vorstand Frank Merry, der es letztlich mit Oberbürgermeister Thomas Geisel hielt. Der hatte nicht nur das symbolische erste Bully gemacht, sondern auch eine kurze Rede gehalten: „Wir lassen uns nicht vom Terror einschüchtern. Deswegen ist es richtig, dass wir heute feiern“, sagte Geisel unter dem Applaus der Zuschauer.

Die durften über das Wochenende nicht nur die Legenden bejubeln, sondern auch das Showtraining der aktuellen Profis, die Vorführungen der jungen Eiskunstläuferinnen sowie die Spiele der Junioren und des neuen Damen-Teams. So war der Geburtstag, was er sein sollte: eine Mischung aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.