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Düsseldorfer EG: Ende für eine echte Eishockey-Legende

Düsseldorfer EG : Ende für eine echte Eishockey-Legende

Daniel Kreutzer beendet seine erstaunliche Karriere bei der Düsseldorfer EG.

Düsseldorf. Als die Meldung am Donnerstag in der Welt ist, dauert es nur wenige Minuten, bis die Sozialen Netzwerke glühen. So etwas kommt nicht häufig vor, wenn es um Eishockey geht, allerdings beendet auch nicht jeden Tag ein Mann wie Daniel Kreutzer seine Karriere.

Kreutzer, 37, Urgestein und Gesicht der Düsseldorfer EG, hätte gern noch „zwei, drei Jahre weitergemacht“, aber sein Körper will nicht mehr. Ende. Nach 20 Profi-Jahren, nach 1066 Einsätzen in der Deutschen Eishockey Liga, nach 268 Toren, nach 528 Vorlagen. Zweimal war er Spieler des Jahres. Hinzu kommen zwei Olympische Spiele und zwölf Weltmeisterschaften mit dem Nationalteam.

Dabei ist Kreutzer weder der Schnellste noch der beste Techniker. Aber vielleicht hat er den größten Willen. Und er liebt seinen Verein, weil er an der Brehmstraße aufwächst. Buchstäblich. Seine Eltern führen die Stadion-Gastronomie, er verbringt jeden Tag in der legendären Eishalle. Bereits als Kleinkind steht er auf dem Eis, wird Jugend-Meister, schafft es mit 17 zu den Profis unter dem eisenharten Hans Zach.

Kreutzers Problem: Er ist ein paar Jahre zu spät geboren. In der goldenen Zeit der DEG, als die Brehmstraße jahrelang ausverkauft ist, Geld keine Rolle spielt und der Verein von 1990 bis 1996 die letzten vier seiner acht Meisterschaften gewinnt, ist Kreutzer zu jung. Als er Ende 1996 dazukommt, vertrauen sie ihm nach nur einer halben Saison nicht mehr. Er geht nach Oberhausen und Kassel, reift zu einem Klassespieler und kehrt 2002 zurück. In der Zwischenzeit geht die DEG in die 2. Liga, mehrmals droht dem Verein die Pleite.

2006 und 2009 schafft er es ins Finale, doch den Titel holt er nie. Ob er seine Karriere deswegen unvollständig ist? „Nein, natürlich hätte ich gern das Gefühl gehabt, die Party miterlebt. Aber ich vermisse es nicht. Man kann das nur fühlen, wenn man es erlebt hat.“

Als Haupt- und Namenssponsor Metro 2012 aussteigt, droht dem Club erneut die Pleite. Kreutzer verzichtet auf Gehalt, um bleiben zu können. Bruder Christof wird Trainer. Zusammen holen die zwei von der Brehmstraße die DEG wieder hoch, kommen in die Champions League. Es ist fast zu kitschig. Kreutzer wird in der Zeit ewiger Topscorer der Liga, macht sein 1000. Spiel.

Doch sein Körper streikt immer öfter. Bereits 2013 bricht er sich einen Nackenwirbel, landet fast im Rollstuhl und spielt trotzdem weiter. Vergangene Saison verletzt er sich an der Schulter. Danach geht es nur noch mit Schmerzmitteln. Im Sommer versucht er alles, aber es reicht nicht mehr. „Es war keine leichte Entscheidung“, sagt er am Donnerstag, „es war eine sehr schöne Zeit.“