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Eishockey: Patrick Reimer könnte Daniel Kreutzers Punkterekord knacken

DEG-Urstein ist Topscorer der DEL : Daniel Kreutzers ewiger Punkterekord wackelt

Ein alter Freund und Mitspieler könnte das DEG-Urgestein (796 Punkte) schon nächste Saison überholen.

Am Dienstagabend hat Yannic Seidenberg seinen großen Aufritt. Zum 1000. Mal läuft der Verteidiger des EHC Red Bull München in der Deutschen Eishockey Liga auf. Als sechster Spieler betritt er den elitären 1000er-Klub. Gleich drei davon erlebten ihr Jubiläumsspiel im DEG-Trikot: Der heutige Manager Niki Mondt (insgesamt 1060 Spiele), sein jetziger Assistent Daniel Kreutzer (1066), zuletzt Verteidiger Patrick Köppchen (1025).

Für ein Rekord reicht das nicht, den hält der Kölner Mirko Lüdemann (1199). Kreutzer ist allerdings an der Spitze einer anderen Rangliste. Weil er im Laufe seiner mehr als 20 Jahre andauernden Karriere 0,75 Punkte im Schnitt sammelte, ist er der Topscorer der DEL: 796 Punkte (268 Tore, 528 Vorlagen).

Doch nun könnte der Rekord des heute 40-Jährigen, der an der Brehmstraße aufwuchs und sämtliche Jugendteams bei der DEG durchlief, wackeln. Der Grund ist ein guter Freund und langjähriger Mitspieler: Patrick Reimer. Gerade mal 46 Punkte ist Reimer noch entfernt, nach 353 Toren und 399 Assists steht er bei 752 Zählern. 333 davon sammelte er während seiner acht Jahre bei der DEG — viele an Kreutzers Seite.

Doch als 2012 die Metro als Haupt- und Namenssponsor ausstieg, wechselte Reimer nach Nürnberg, wurde dort Kapitän und das Gesicht der Ice Tigers. Bei denen erlebt Reimer aber nun eine ähnliche Zeit wie einst in Düsseldorf: Wieder hat der Haupt- und Namenssponsor (Thomas Sabo) seinen Abschied angekündigt, wieder ist die Zukunft unklar. Geht es nach den Verantwortlichen, gibt es aber auch in der nächsten Saison Erstliga-Eishockey zu sehen. Am Wochenende vermeldete die Liga, dass sämtliche 14 Teams die Lizenz für die Spielzeit 2020/21 beantragt haben, also auch die Nürnberger. Überraschend kommt das nicht, Ende Januar verlängerte Patrick Reimer demonstrativ seinen auslaufenden Vertrag.

Zwar ist Reimer bereits 37 Jahre alt und hat in den vergangenen Jahren etwas abgebaut, Saisons mit 50 oder gar 60 Scorerpunkten gab es zuletzt nicht mehr, aber für 30 ist er immer noch gut. „Er ist ein Torjäger, das verlernt man nicht, außerdem ist er läuferisch gut“, sagt Daniel Kreutzer, der immer noch Kontakt zum ehemaligen Mitspieler hat. „Wenn wir uns sehen, quatschen wir immer, hin und wieder telefonieren wir auch mal“.

Auf Reimers Zahlen achtet Kreutzer allerdings weniger. Dass dem nicht mal mehr 50 Punkte zum Rekord fehlen, hatte der Düsseldorfer gar nicht auf dem Schirm. Und sollte ihn Reimer in der nächsten oder übernächsten Saison wirklich vom Thron stoßen, hätte er „keine Probleme damit“. Natürlich sei das „ein schöner Rekord“, sagt Kreutzer, „aber alles ist endlich, und dem Patrick gönne ich das natürlich“.