Eishockey: Die DEG-Verteidiger in der Einzelkritik

Eishockey : Die DEG-Verteidiger in der Einzelkritik

Die Hauptrunde der Deutschen Eishockey Liga ist Geschichte, die erste Play-off-Runde läuft bereits. Bevor es auch für die DEG erst wird, blicken wir im zweiten Teil unserer Hauptrunden-Analyse auf die Verteidiger.

Noch hat die DEG Pause, ernst wird es ab Dienstag (19.30 Uhr/WZ-Liveticker), wenn das Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga gegen die Augsburger Panther beginnt. Die WZ überbrückt die Pause mit der Einzelkritik nach der Hauptrunde. Teil zwei: die Verteidiger.

Allgemein

An keinem Mannschaftsteil lässt sich die Saison der DEG besser ablesen: Überragender Start, immer noch starkes Jahresende, ein von Verletzungen und weiteren Problemen geprägter Schlussspurt. Das zeigt auch der Gegentorschnitt: Spieltag 1 bis 7: 1,43, Spieltag 8 bis 35: 2,57, Spieltag 36 bis 52: 3,06. Nun hat ein Abwehrspieler natürlich weitere Aufgaben: Er eröffnet das Spiel, ist eine wichtige Anspielstation und im Powerplay sogar häufig Organisator. All das machten die DEG-Verteidiger über weite Strecken gut, erzielten selbst aber aber nur 18 Tore.

Bernhard Ebner (28 Jahre)

Statistik: 36 Spiele – 5 Tore – 13 Vorlagen – 18:28 Minuten

Musste nach dem Abgang von Tim Conboy eine wichtigere Rolle einnehmen und entwickelte sich zum klaren Nummer-eins-Verteidiger. An den ersten 20 Spieltagen war er auf beiden Seiten des Eises überragend und sammelte 17 Scorerpunkte. Doch dann verletzte er sich zweimal. Von den letzten 32 Spielen machte er nur noch 16, erzielte kein Tor mehr und bereitete nur eins vor. Note 2-

Johannes Huß (20 Jahre)

Statistik: 29 Spiele – 0 Tore – 0 Vorlagen – 7:25 Minuten

Wollte und sollte den berühmten nächsten Schritt gehen, kam aber nicht in Tritt und musste in die 2. Liga. Der einzige DEG-Verteidiger unter 28 Jahre habe keine gute Vorbereitung gehabt, hieß es. Erst ab Ende November sah der 20-Jährige DEL-Eis, als sich immer mehr Kollegen verletzten, durfte er auch länger ran, zwischendurch gar als Flügelstürmer – ehe er sich selbst verletzte und die Saison vorbei war. Note: 4

Patrick Köppchen (38 Jahre)

Statistik: 46 Spiele – 0 Tore – 6 Vorlagen – 19:07 Minuten

Wurde verpflichtet, um die Abwehr zusammenzuhalten, Unterzahl zu spielen und durch harte Arbeit Vorbild zu sein. Tat das über Monate. Seine 71 geblockten Schüssen sind der Bestwert der DEL. Durch Erfahrung und Stellungsspiel machte der 38-Jährige auch seine Schnelligkeitsdefizite wett. Doch als die Belastung durch Spielplan und Verletzte größer wurde, stand er oft bei Gegentoren auf dem Eis. Fällt nun selbst seit Wochen aus. Note: 3-

Kevin Marshall (29 Jahre)

Statistik: 52 Spiele – 3 Tore – 10 Vorlagen – 19:21 Minuten

Einer der wenigen, die Gegnern unter die Haut gehen können. Und das meist ohne krachende Checks oder Prügeleien. Überzeugte durch harte Zweikämpfe, gutes Stellungsspiel und klare Pässe. War in der Offensive aber meist blass, weil er wenig riskierte. Gerade mal 7,7 Prozent seiner 91 Schüsse kamen aus der Zone direkt vor dem Tor, nur 3,3 fanden das Ziel. Note: 3

Ryan McKiernan (29 Jahre)

Statistik: 51 Spiele – 6 Tore – 25 Vorlagen – 21:08 Minuten

Kam mit der Empfehlung von 17 Toren und 20 Vorlagen aus Wien. Ist der einzige DEG-Verteidiger, der mit seinem Schlagschuss für Respekt beim Gegner sorgt, hat zudem ein gutes Auge. Mit 31 Punkten bester DEG-Verteidiger, ligaweit auf Rang acht, im Powerplay (18 Punkte) sogar Erster. Leistete sich durch seinen Offensivdrang zwar Stellungsfehler oder ermöglichte Konter, ist aber eine der Entdeckungen der Saison. Zuletzt deutlich über 25 Minuten pro Spiel auf dem Eis. Note: 2

Marco Nowak (28 Jahre)

Statistik: 51 Spiele – 4 Tore – 15 Vorlagen – 19:02 Minuten

Kam schwer in die Saison. Als Ebner sich verletzte und jemand einspringen musste, tat er das aber mit Bravour. Wurde defensiv stärker, traute sich offensiv mehr zu, organisierte das Powerplay und schoss Tore. Sammelte zwischendurch zehn Punkte in neun Spielen. Zuletzt musste er mit seinen Kräfte wegen der Verletzten aber haushalten, hatte nur noch wenige Offensivmomente. Note: 3

Alexandré Picard (33 Jahre)

Statistik: 50 Spiele – 0 Tore – 8 Vorlagen – 20:01

Kündigte im Sommer an, in seine letzte Saison zu gehen, lehnte sich aber nicht zurück. Bildete mit Köppchen das erfahrene Defensivpaar. Zunächst war der 33-Jährige fast fehlerfrei – besonders in Unterzahl. Gutes Stellungsspiel, konsequent im Zweikampf. Blockte 55 Schüsse. Baute aber ebenfalls etwas ab, als die Belastung zu groß wurde. Leistete sich Scheibenverluste, die zu Gegentoren führten. Offensiv kaum zu sehen – hat aber andere Aufgaben. Note: 3-

Nichlas Torp (29 Jahre)

Statistik: 9 Spiele – 0 Tore – 1 Vorlage – 18:56 Minuten

Kam im Februar, um die Ausfälle zu kompensieren. Soll Härte reinbringen und gilt als guter Schlittschuhläufer. Davon war bislang wenig zu sehen. Hatte das Pech, zu einer Mannschaft zu stoßen, sich im Abwärtstrend befindet, tat aber auch nicht viel, um das zu ändern. Was er wirklich kann, wird sich zeigen, die Zeit, für die er geholt wurde, kommt jetzt. Note: 4

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