Eishockey: Die DEG in der Einzelkritik

Eishockey : Ist Niederberger in Form, ist es auch die DEG

Zum Abschluss der Hauptrunde der Deutschen Eishockey Liga zieht die WZ Bilanz. Der erste Teil der Einzelkritik dreht sich um die Torhüter der Düsseldorfer EG.

52 Spiele sind absolviert in der Jubiläumssaison der Deutschen Eishockey Liga, die Hauptrunde der 25. Spielzeit ist Geschichte. Und im Gegensatz zu den Vorjahren ist die DEG noch im Rennen um die Deutsche Meisterschaft. Nach zwei elften Plätzen und viel schlechter Laune beendete die Mannschaft von Trainer Harold Kreis die Saison diesmal auf Rang sechs — und hat sich direkt für das Viertelfinale qualifiziert. Das beginnt nächsten Dienstag, 12. März, in Augsburg. Für die WZ Grund genug, ein Zwischenfazit zu ziehen: Wer hat die Erwartungen erfüllt? Wer liegt drüber? Wer hat enttäuscht? Der erste Teil unserer Einzelkritik dreht sich um die Torhüter.

Allgemein

Die drittwenigsten Gegentore, die zweitbeste Fangquote: Der Erfolg der DEG hängt vor allem mit den guten Leistungen ihrer Torhüter zusammen. Während die Formkurven der anderen Mannschaftsteile Schwankungen erlebten, blieben die Goalies konstant. Mathias Niederberger gehört gar wieder zu den Besten der Liga, der vor der Saison neu verpflichtete Schwede Fredrik Pettersson Wentzel schaffte es zwar nicht, Niederberger als Nummer eins zu verdrängen, spielte aber deutlich mehr als andere Reservisten, auch mal mehrere Spiele am Stück. Toptalent Hendrik Hane bekam noch keinen Einsatz.

Mathias Niederberger

Statistik: 33 Spiele – 92,9 Prozent Fangquote – 2,19 Gegentore

Wer auf die vergangenen vier Spielzeiten schaut, darf sagen: Ist Niederberger in Form, ist es auch die DEG. 2015/16 war er DEL-Torhüter des Jahres, die DEG kam auf Rang fünf. Es folgten zwei schwächere Jahre, prompt gab es in Düsseldorf kein Play-off-Eishockey zu sehen. Nun ist Niederberger wieder voll da, weil er mehr Ruhepausen bekommt. Der 26-Jährige kassiert kaum noch Tore über die Schulter wie in den Vorjahren, hat die beste Fangquote der Liga und den drittbesten Gegentorschnitt. Und das, obwohl ihn seine Vorderleute zwischendurch arg im Stich ließen.

Besonders beeindruckend ist seine Leistung in Unterzahl: Mit 92,57 Prozent Fangquote bei Vier-gegen-Fünf hat er den besten Wert der Liga, bei doppelter Unterzahl blieb er sogar komplett ohne Gegentor. Wer einen Grund sucht, warum die DEG das beste Unterzahlspiel der Liga hat: Er steht im Tor. Auch bei Fünf-gegen-Fünf sind seine 93,34 Prozent Fangquote herausragend. Vorbei die Zeiten, in denen sich manch ein Beobachter fragte, warum Niederberger immer wieder zur Nationalmannschaft eingeladen wird. Er gehört endgültig zu den besten Torhütern des Landes.

Das weckt Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen. Den 2020 auslaufenden Vertrag zu verlängern, dürfte für Manager Niki Mondt in den nächsten Monaten eine der Hauptaufgaben werden. Niederberger zeigt ja nicht nur Leistung, er ist als Sohn einer DEG-Familie und gebürtiger Düsseldorfer auch eine Identifikationsfigur. Note: 2+

Fredrik Pettersson Wentzel

Statistik: 20 Spiele – 90,5 Prozent Fangquote – 2,71 Gegentore

Der Schwede wollte in Deutschland neu durchstarten und sich mindestens eine halbe Stelle erkämpfen. Das hat nicht ganz geklappt, er machte nur etwas mehr als ein Drittel der Spiele. Dennoch redet niemand schlecht über „FPW“, auch auf ihn war stets Verlass. Besonders stark war sein Start: Nach einigen Wochen auf der Bank machte er gleich mehrere Spiele am Stück und gehörte danach statistisch zu den besten Torhütern der Liga.

Pettersson Wentzel kratzte gar an Niederbergers Thron, konnte den König aber nicht stürzen. Trotzdem sorgte er dafür, dass sich Niederberger mehr Pausen gönnen und deswegen konstanter spielen konnte. Ende November und zuletzt hatte der Schwede zwar etwas schwächere Phasen, fiel auch mal aus oder musste als überzähliger Ausländer draußen bleiben. Trotzdem war das bislang eine mindestens solide Saison des 27-Jährigen. Ob sein auslaufender Vertrag verlängert wird, ist dennoch unklar. Note: 3

Hendrik Hane

Statistik: kein Einsatz

Das liegt auch an Hendrik Hane. Noch saß der 18-Jährige lediglich auf der Bank, gilt aber als eins der größten Torhütertalente Deutschlands. Er durfte diese Saison bereits beim Kooperationsparter Bad Nauheim in der zweiten Liga ran — unter Trainer Christof Kreutzer, der ein Faible für junge Torhüter hat: In seinerZeit als DEG-Trainer setzte er allen Kritikern zum Trotz auf den 22-jährigen Niederberger als Starter. Die viele Spielpraxis in jungen Jahren zahlt sich heute für ihn aus.

So soll es auch bei Hane sein, noch reicht es aber nicht für die DEL. Umso besser ist er bei den Junioren: Im Dezember führte Hane die U 20-Nationalmannschaft mit herausragenden Leistungen zurück in die A-WM. In fünf Turnierspielen kassierte er nur ein Tor bei Fünf-gegen-Fünf. In einigen Jahren könnte ihm auch das DEG-Tor gehören. ohne Note

Der zweite Teil unserer kleinen DEG-Serie dreht sich am Freitag um die Verteidiger.

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