Eishockey: DEG verliert Spitzenspiel gegen Tabellenführer Mannheim

Fehler entscheidet : DEG verliert Spitzenspiel gegen Tabellenführer Mannheim

Die Düsseldorfer Eishockeyprofis machen gegen den Tabellenführer aus Mannheim erneut ein starkes Spiel, verlieren aber am Ende.

Hinterher wusste Kevin Marshall nicht so recht, wie er sich fühlen sollte. War das nun ein guter Abend für das Düsseldorfer Eishockey, weil die DEG mehr als 12 000 Zuschauer angelockt und dem Tabellenführer der Deutschen Eishockey Liga alles abverlangt hatte? Oder war das alles doch nichts wert, weil sie wegen eines unnötigen Fehlers in der Schlussphase ohne Punkte dastand?

„Es ist ein bisschen von beidem“, sagte der Verteidiger nach einigem Überlegen, „das Ergebnis ist nicht gut, aber es ist positiv zu sehen, wie wir gespielt haben.“

Marshall macht eins seiner besten Spiele

Das galt vor allem für Marshall selbst, der trotz der 1:2-Niederlage gegen die Adler Mannheim eins der besten Spiele machte, seit er im Laufe der vergangenen Saison an den Rhein wechselte. „Ich hab mich gut gefühlt, meine Füße bewegt, war defensiv gut und habe aufs Tor geschossen“, fasste der 29-jährige Kanadier seinen Arbeitstag zusammen — und hatte nicht übertrieben.

Marshall war kompromisslos in der Defensive, ungewohnt spielfreudig und stets hart am Mann. Im zweiten Drittel war er einmal sogar kurz davor, sich mit Mannheims Hünen David Wolf zu schlagen. Nur die Schiedsrichter verhinderten das.

Das mag für Marshalls Gesundheit besser gewesen sein, aber es zeigte mal wieder, wie motiviert die DEG stets ist, wenn es gegen das Überteam der Saison geht. Auch im vierten Duell lieferten sich der Tabellendritte (Düsseldorf) und der Spitzenreiter (Mannheim) ein Duell auf Augenhöhe.

In vier Spiele gegen die Adler nur acht Gegentore

Jeder hat nun zweimal gewonnen, insgesamt kassierte die DEG nur acht Gegentore. „Wir haben Charakter und mögen Herausforderungen. Also machen wir gute Spiele gegen gute Gegner“, sagte Marshall.

„Wir haben alles gegeben, was wir geben konnten“, fand auch Trainer Harold Kreis, der wegen der Fülle an Verletzungen erneut keine vollen vier Reihen aufstellen konnte. Und dennoch startete sein Team stark und ließ kaum etwas zu. Nach 26 Minuten hatte Mannheim erst fünfmal aufs Tor geschossen.

Selbst als Marcus Eisenschmid dann zum 0:1 traf, fiel die DEG nicht in sich zusammen, fast im Gegenzug traf Ken-André Olimb zum Ausgleich. Danach sprach viel für eine Verlängerung, doch kurz vor Schluss sorgte der Fehler von Alexandré Picard für den zweiten Adler-Treffer.

DEG lässt vier Powerplays ungenutzt

Die Schuld für die Niederlage nur beim erfahrenen Abwehrmann zu suchen, wäre allerdings zu einfach, hätten die Düsseldorfer ihre vier Überzahlspiele nicht so schlecht ausgespielt, Picards Missgeschick wäre wohl nicht ins Gewicht gefallen. 

Besser kann es die DEG gleich am Sonntag (14 Uhr) machen. Dann steht das nächste Topspiel an, beim Meister aus München. Kevin Marshall freut sich drauf.

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