Eishockey: DEG verliert Derby gegen die Kölner Haie und fällt zurück

Deutsche Eishockey Liga : DEG verliert Derby gegen Köln und fällt zurück

Im vierten Duell der Eishockey-Saison gibt es die erste Niederlage für die DEG gegen den Rivalen. Das Viertelfinale ist weiter nicht gesichert. Noch schlimmer: Die Kölner Haie ziehen wieder vorbei.

Mathias Niederberger wollte nur noch weg. Kurze Verabschiedung von den Gegnern, und schon verschwand der DEG-Torhüter wortlos in der Kabine. Kein Handschlag mit den Schiedsrichtern, kein Gruß ins Publikum. Zu enttäuscht war der 26-Jährige nach der 3:4-Niederlage nach Penaltyschießen im 223. rheinischen Derby gegen die Kölner Haie.

Das lag nicht nur daran, dass Pleiten gegen den alten Rivalen aus der Domstadt immer schmerzen, das tat zwei Spiele vor dem Ende der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey Liga auch tabellarisch weh: Erstens verpasste es die DEG, im 50. Saisonspiel endgültig das Viertelfinale klarzumachen. Zweitens fiel sie durch die dritte Niederlage in Folge auf Rang fünf zurück. Niederbergers Frust hatte zudem noch einen persönlichen Grund: Im Penaltyschießen hatte er sämtliche Kölner Versuche durchgelassen. Die erste Derbyniederlage der Saison war perfekt.

Die ersten drei Duelle der Saison waren noch allesamt an die DEG gegangen. Auch das größte im Kölner Fußballstadion vor fast 50 000 Fans. Doch gleichzeitig war der Erfolg im Winter Game eine Art Wendepunkt in dieser bis dahin so erfolgreichen Saison. Seitdem hat die DEG nur noch ein Spiel nach 60 Minuten gewonnen, dafür aber gleich sechs Mal glatt verloren.

Trainer Kreis war zuletzt alles andere als gut gelaunt

Nach der jüngsten Niederlage am Freitag, ein 2:3 nach 2:0-Führung in Nürnberg, reichte es auch Harold Kreis. Er sei richtig sauer gewesen, gab der Trainer am Montag zu. Weil er das Gefühl hatte, seine Mannen hätten zuletzt nicht mehr das getan, was sie in den vergangenen Monaten in die Spitzengruppe der Liga geführt hatte: harte Arbeit gepaart mit einfachem Spiel.

Lag das an den vielen Verletzten und den deswegen über Gebühr beanspruchten Gesunden? Oder ist die DEG eins dieser September-bis-Mitte-Januar-Teams? Also eins, das schön spielen, aber nicht dreckig gewinnen kann?

Gegen Köln bemühte sich die DEG nun auffallend, dem Eindruck etwas entgegenzusetzen. Körperlich ließ der Auftritt wenig zu wünschen übrig. Spielerisch gab es zunächst allerdings kaum Glanzpunkte. Beide Seiten konzentrierten sich vor allem darauf, den Gegner nicht mit Tempo durch die neutrale Zone kommen zu lassen, entsprechend selten ging es kontrolliert in die Angriffsdrittel. Trotzdem fielen Tore: Erst stocherte Kölns Felix Schütz eine hinter Niederberger liegende Scheibe ins Tor (6.), kurz vor dem Drittelende glich Calle Ridderwall aus. Es war das erste Tor des Schweden seit dem 30. November. Eine fast unglaubliche Durststrecke.

Wie stark ist die DEG wirklich?

Philip Gogulla trifft erneut gegenden Ex-Klub

Im Mittelabschnitt ging es dann weiter mit den besonderen Torschützen, als Philip Gogulla das 2:1 schoss. Gogulla hatte im Vorfeld nicht nur deswegen im Fokus gestanden, weil er im Sommer aus Köln nach Düsseldorf gewechselt war und seinem Ex-Klub bereits das Winter Game mit zwei Toren versaut hatte, dieser Tage gab es auch Wechselgerüchte.

Wie unsere Redaktion exklusiv berichtet hatte, könnte die DEG ihren besten Torjäger am Ende der Saison in Richtung München verlieren. Kurz vor dem Derby gab die DEG extra ein Statement heraus, dass Gogulla sich erst nach der Saison entscheiden werde, wie es für ihn weitergeht.

Auf dem Eis ging es mit dem nächsten DEG-Tor weiter. Ken-André Olimb traf nach herrlichem Zuspiel von Ryan McKiernan zum 3:1 (38.). Doch als alles dachte, die DEG richte sich mit der Führung ein, glichen die Haie binnen nicht mal eineinhalb Minuten aus. So ging es mit einem 3:3 ins letzte Drittel, in dem die DEG gleich drei Überzahlgelegenheiten fast ohne Chance verstreichen ließ.

Also ging es mal wieder in die Verlängerung, zum 20. Mal in dieser Saison. Auch dort fiel kein Tor, dafür gleich fünf im Penaltyschießen, drei davon kassierte Niederberger. Und verschwand danach enttäuscht in der Kabine.

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