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Eishockey: DEG-Torwart Niederberger hält Sieg fest, beendet Interview

Düsseldorfer EG : Mathias Niederberger: „Auf diese Fragen gehe ich nicht ein“

Der DEG-Torwart Mathias Niederberger will nicht über seine Zukunft reden. Derweil geht für die Düsseldorfer EG der Kampf um Platz sechs in Ingolstadt weiter.

Mathias Niederberger war gut gelaunt, als er am Mittwochabend vor die Reporter trat. Die DEG hatte ihr Nachholspiel gegen die Augsburger Panther 1:0 gewonnen und ihren sechsten Platz in der Deutschen Eishockey Liga gefestigt. Was mal wieder an Niederberger lag. Zum fünften Mal blieb er in dieser Saison ohne Gegentor, obwohl 35 Schüsse auf sein Tor geflogen waren. Aber so geht das ja seit Monaten. Allein während der jüngsten vier Siege wehrte der Nationaltorhüter 97,5 Prozent der Schüsse ab und kassierte insgesamt nur drei Tore.

Niederberger durfte mit sich im Reinen sein. Und so wirkte er auch, als er über das Spiel, die Lage der DEG und sich selbst sprach. „Es macht Spaß, so viel zu spielen“, sagte er nach seinem 38. Einsatz. Das sind bereits fünf mehr als in der kompletten Hauptrunde der Vorsaison. Dass er nun die klare Nummer eins ist, helfe ihm: „Das ist viel entspannter. Es ist eine Tendenz in der Liga, dass das nicht immer klar kommuniziert wird. Aber das bringt für die meisten nur Stress, das ist in der heutigen Zeit total kontraproduktiv.“

Natürlich habe aber auch er die kurze Länderspielpause gebraucht, um nach anstrengenden Wochen „den Kopf freizubekommen“, wie er sagte. Er tat das mit einen Kurztrip zu einem Teil seiner Familie nach Mailand. Doch als die Frage aufkam, ob es beim Kopffreikriegen auch um die Diskussionen um seinen auslaufenden Vertrag ging, änderte sich Niederbergers Laune schlagartig: „Auf diese Fragen gehe ich nicht ein.“ Das Gespräch war beendet.

Das war ein interessanter Blick in Niederbergs Innenleben. So entspannt, wie er sich seit Wochen gibt, ist er also nicht. Seine Zukunft treibt ihn um. Wie sollte es auch anders sein? Er muss sich entscheiden, ob er Heimatstadt und Jugendverein verlässt, um bei einem ambitionierteren Klub um Titel spielen zu können. Und um mehr Geld zu verdienen. Was angesichts seiner überragenden Leistung der normale Lauf der Dinge wäre.

DEG kann die Verfolger auf acht Punkte distanzieren

Ihm selbst scheint die Diskussion allerdings unangenehm zu sein. Es wirkt, als wolle er unter allen Umständen vermeiden, als der zu gelten, der die DEG-Fans für Geld im Stich lässt. Dabei darf davon ausgegangen werden, dass ihm niemand wirklich böse wäre. DEL-Profis verdienen im Gegensatz zu Fußballern keine Millionen, niemand kann sich nach der Karriere zur Ruhe setzen. Was soll also verwerflich daran sein, zu einem Klub zu wechseln, der neben den sportlichen Perspektiven auch mehr Gehalt bietet?

In der Mannschaft sei das alles ohnehin „kein Thema“, wie Trainer Harold Kreis sagt. Der Fokus liegt auf dem Kampf um Platz sechs. Der geht schon am Freitagabend (19.30 Uhr) mit dem 44. Spieltag weiter. Und der könnte ein ganz entscheidender werden, weil die DEG sich von den Verfolgern absetzen kann.

Das liegt nicht nur daran, dass die Mannschaften auf den Plätzen acht (Wolfsburg) und neun (Nürnberg) gegen die Topteams aus Straubing und Mannheim spielen, sondern auch daran, dass die DEG als Sechste auf den Siebten trifft. Gewinnt sie auch in Ingolstadt, hat sie sieben oder gar acht Punkte zwischen sich und die Verfolger gebracht.

Entsprechend druckvoll dürften die Ingolstädter am Freitagabend spielen. Sie stehen deutlich mehr unter Druck. Zudem sind sie ohnehin die wildeste Truppe der Liga. Während die DEG das Team ist, bei dem die wenigsten Tore pro Spiel fallen (4,7), ist der ERC das mit den meisten (6,2). Abwarten, den Gegner kommen lassen und im Notfall auch ein Unentschieden über die 60 Minuten retten, stehe trotzdem nicht auf dem Plan, sagt Kreis: „Wir spielen nicht, um nicht zu verlieren, wir spielen, um zu gewinnen.“

Da passt es ihm natürlich weniger, dass sich am Mittwoch Bernhard Ebner verletzte, nun zwei Wochen ausfällt und Kreis erneut nur sechs Verteidiger zur Verfügung hat. Einer davon, Alexander Urbom, kehrte erst gegen Augsburg nach wochenlanger Verletzungspause zurück. Am Mittwoch spielte er noch lediglich 16:38 Minuten, am Freitag dürften es gleich wieder mehr als 20 Minuten sein. „Jemanden langsam heranzuführen, ist bei uns nicht möglich“, sagt Kreis, „aber ich habe sich noch keinen beschweren gehört, dass er zu viel spielt.“