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Eishockey: DEG-Stürmer Victor Svensson fehlt, Mondt sucht Verstärkung

Düsseldorfer EG : Svenssons Ausfall kommt zur Unzeit

Der DEG-Stürmer fehlt 14 Tage. Manager Niki Mondt möchte noch einen Spieler nachverpflichten.

Es kommt nicht häufig vor, dass ein Sportler binnen weniger Tage auf fast jede erdenkliche Weise auffällt. Victor Svensson hat das am vergangenen Wochenende geschafft. Aufrücker, Buhmann, Held, Pechvogel — im 30-jährigen Schweden vereinte sich alles.

Erst wurde der Mittelstürmer der Düsseldorfer EG für das Spiel gegen Nürnberg in die zweite Reihe befördert, um den erkrankten Ken-André Olimb zu ersetzen. Dann krachte er einen Gegenspieler so brutal von hinten in die Bande, dass der raus musste und sich die Nürnberger Fans in den sozialen Netzwerken stundenlang ereiferten. Was auch daran lag, dass die Schiedsrichter das Foul übersehen hatten, Svensson weiterspielen durfte, zum 2:2 traf und der DEG damit einen Punkt sicherte. Doch lange hielt die gute Laune nicht. Im Penaltyschießen siegten die Franken, ehe sich Svensson im nächsten Spiel zwei Tage später verletzte und nach nur fünf Minuten Eiszeit in die Kabine musste.

Am Dienstag gab es die DEG dann das bekannt, was alle jene vermutet hatten, die Svensson nach dem 3:2 am Sonntag gegen Straubing aus der Kabine humpeln sahen: Der Mittelstürmer fällt zwei Wochen wegen einer Muskelverletzung aus. Nun sind Verletzungen nie schön, aber für die DEG kommt Svenssons Ausfall zur Unzeit. Nach Wochen und Monaten mit extrem dünner Personaldecke schien es zuletzt endlich wieder bergauf zu gehen. Doch nun sieht es fast noch schlimmer aus als zuvor.

Der Mittelstürmer steht beim Trainer und Manager hoch im Kurs

Neben den Langzeitausfällen Marco Nowak und Alexander Sulzer fehlt in der Defensive auch Alexander Urbom, im Angriff sind es in Chad Nehring und Victor Svensson zwei wichtige Stürmer aus den ersten drei Reihen. Und dann ging zuletzt ja auch noch etwas in der Kabine rum, weswegen am Wochenende Ken-André Olimb, Tobias Eder und Johannes Huß für jeweils ein Spiel fehlten. Mitte des Straubing-Spiels hatte die DEG noch 14 Feldspieler — normal sind 19.

Da werden die Rufe nach Nachverpflichtungen lauter, zumal mindestens Nowak, Sulzer und Nehring länger fehlen werden. Es wäre auch Geld da, noch kam niemand im Laufe der Saison hinzu. Und im Gegensatz zu der ersten Verletztenmisere hat es nun auch ausländische Spieler erwischt, deren reglementierte Stellen nun mit neuen Ausländern besetzt werden könnten. Der Neue könnte aus Europa kommen, wahrscheinlicher ist aber jemand aus Nordamerika. Also geht Manager Niki Mondt „nicht davon aus, dass wir bis zum Wochenende einen neuen Spieler haben“, allerdings wisse man ja nie, „manchmal geht das auch ganz schnell“.

Darüber hinaus hofft Mondt natürlich, dass Svensson mit seiner Muskelverletzung wirklich nur knapp 14 Tage draußen bleiben muss. Er und Trainer Harold Kreis sind nämlich außerordentlich zufrieden mit dem Center der dritten Reihe. Die war in der Vorsaison als Schwachpunkt ausgemacht worden. Nun sieht das ganz anders aus. Was auch an Svensson liegt. Als „kämpferisch gut, sehr vielseitig, verantwortungsvoll und pflichtbewusst“ beschreibt ihn Kreis. Mehr Lob aus dem Mund eines Trainer geht kaum, doch Svensson selbst war zuletzt nicht glücklich: „Mein Job ist es, auf beiden Seiten des Eises hart zu arbeiten, aber mit meiner offensiven Produktion war ich nicht zufrieden“, sagt Svensson, der erst Mitte dieses Monats sein erstes Tor erzielte. Deswegen habe er sich „an manchem Abend gefragt, ob ich überhaupt noch treffen kann“, erzählt er. Bis zum 37. Spieltag in Ingolstadt musste er warten, ein Spiel später gegen Nürnberg traf er gleich zum zweiten Mal.

Er habe eben eine Zeit gebraucht, sich an das neue Land, die neue Liga, den neuen Verein, die neuen Mitspieler, den neuen Trainer und die neue Taktik zu gewöhnen. „In Deutschland wird sehr nordamerikanisch gespielt, das ist schon etwas anderes als in Schweden oder Norwegen“, sagt Svensson. Soll heißen: gradliniger, weniger Struktur, weniger defensiv. Nun schien er das endlich komplett verinnerlicht zu haben. Und ausgerechnet dann verletzte er sich. Zur Unzeit für ihn und die DEG.