Eishockey: DEG-Stürmer Jerome Flaake ist ein Gewinner des Wochenendes​

DEG-Stürmer : Der Gewinner des Wochenendes

Drei Verletzungen, nur 22 Spiele: DEG-Stürmer Jerome Flaakes Saison war zum Vergessen. Jetzt ist er fit — und trifft.

Die vergangene Saison der Deutschen Eishockey Liga kannte aus Sicht der DEG viele Gewinner. Jerome Flaake gehörte nicht dazu. Dabei war nach seinem Weggang vom Serienmeister aus München zunächst alles nach Plan gelaufen. Der Flügelstürmer schien in Düsseldorf den Verein gefunden zu haben, bei dem er wieder mehr Verantwortung übernehmen kann. Trainer Harold Kreis stellte ihn in eine der beiden Topreihen, und Flaake spielte gleich im ersten Vorbereitungsspiel in Essen groß auf. Doch dann der Schock: Mittelfußbruch, monatelange Pause. Seinen Platz in den Top-6 war er erst mal los. Und kaum war er wieder fit, zog er sich einen Muskelfaserriss zu. Später gar noch einen. Am Ende kam er gerade mal auf 22 Spiele und drei Tore.

„Ich habe versucht, positiv zu bleiben, aber wenn einmal etwas passiert, dann passiert alles auf einmal“, erinnert sich Flaake, der mehr Zeit auf der Tribüne als auf dem Eis verbrachte. „Zuschauen ist das Schlimmste, man sitzt da oben und kann nicht helfen.“

Nun sieht das ganz anders aus. Am Wochenende war Jerome Flaake nicht nur auf dem Eis, er half seinem Team auch entscheidend: Beim 4:3 am Freitag in Augsburg traf der 29-Jährige doppelt und war neben Torhüter Mathias Niederberger der Mann des Spiels. Und auch wenn er beim 3:2 am Sonntag in Straubing leer ausging, war Flaakes Reihe erneut eine der auffälligeren. Weil er bereits in der Vorwoche beim 2:3 in München ein Tor vorbereitet hatte, gehört er nun zu den besten Punktesammlern der DEG.

Den Grund dafür sieht er in seinem harten Sommertraining: „Ich habe alles gegeben, was ich geben kann“, sagt Flaake, der nach seinen Verletzungen neue Wege ging. Er stellte nicht nur seine Ernährung um und nahm einige Kilo ab, er ging neben dem Programm mit Fitnesstrainer Danny Beckers privat zum Thaiboxen. Was nicht heißen soll, dass er in der neuen Saison besonders oft die Handschuhe fallen lassen will, „das ist ein Ganzkörpertraining, und das merke ich auf dem Eis, ich fühle mich gut“.

Da stört es ihn auch nicht, dass er erneut nicht zu den Top-6-Stürmern gehört: „Die Reihen spielen alle ziemlich gleich viel, außerdem darf ich auch Powerplay spielen“, sagt Flaake, der davon profitiert, dass seiner dritte Sturmreihe in dieser Saison eine neue Rolle zugeteilt wird: Geht es nach Trainer Kreis, soll sie nicht nur die Topspieler der Gegner in Schach halten, sondern wie die ersten beiden Reihen selbst offensive Akzente setzen.

Dafür wurden der schwedische Mittelstürmer Victor Svensson und der lettische Außen Rihards Bukarts verpflichtet. Zwei Mitspieler, an deren Seite sich Flaake sichtlich wohlfühlt. Das war schon in der Vorbereitung zu sehen. „Wir sind alle drei läuferisch gut und haben von Spiel zu Spiel besser zusammengefunden.“ Geht es so weiter, wird Jerome Flaake in dieser Saison zu den Gewinnern gehören.

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