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Eishockey: DEG-Manager Mondt glaubt nicht an pünktlichen Saisonstart

Eishockey : DEG-Manager Mondt glaubt nicht an pünktlichen Saisonstart

Der Sportdirektor der Düsseldorfer EG kann noch keine klare Perspektive für die nächste Eishockey-Saison erkennen. Trainer Harold Kreis wartet derweil zumindest auf den Startschuss für gemeinsames Training.

Eigentlich geht es in der Eishockey-Landschaft Ende Mai ja eher ruhig zu. Ligasaison und Weltmeisterschaft sind dann bereits vorbei — dieses Jahr sind Play-offs und WM sogar komplett ausgefallen. Niki Mondt aber ist dieser Tage wie all seine Kollegen äußerst umtriebig. Der Sportdirektor der DEG muss für seinen Verein die Saison 2020/21 planen, von der aktuell auf Grund der Corona-Pandemie jedoch noch niemand weiß, wann und wie sie beginnen wird. „Gefühlt bin ich am Tag 14 Stunden lang in Gesprächen“, sagt Mondt.

Immerhin eine Baustelle konnte er vergangene Woche schließen. Mit den Dresdener Eislöwen aus der DEL2 fand die DEG ihren neuen Kooperationspartner. „Von der Entfernung her ist das zwar eher noch ein Stück weiter als Landshut, ich habe allerdings einen sehr guten Kontakt zum Eislöwen-Manager Marco Stichnoth, und Harold Kreis kennt ihren Trainer Rico Rossi bestens. Die Kooperation mit dem EV Landshut war gut, aber wir erhoffen uns, dass sie mit Dresden noch besser wird“, sagt Mondt. Mit besser könnte er den Spieleraustausch meinen. Als die DEG etliche Verletzte zu beklagen hatte und die Personaldecke immer dünner wurde, hat sie in dieser Hinsicht von der Zusammenarbeit mit den Niederbayern schließlich nicht wie gewünscht profitieren können.

Im Hier und Jetzt könnte sie eigentlich recht schnell von den Lockerungen der Regierung profitieren, die nach dem Profi-Fußball ab dem 30. Mai alle Kontaktsportarten wieder erlaubt. Noch aber ruht der See bei den Rot-Gelben still, was nicht nur an den zu dieser Jahreszeit generell fehlenden Eisflächen liegt. „Wir befinden uns ja nach wie vor in Kurzarbeit. Zudem müssen zunächst einmal die Fragen nach Hygiene- und Sicherheitskonzepten sowie die Kosten für Trainingsstätten geklärt werden“, sagt Mondt.

„Bei 100 Prozent Kurzarbeit darf nicht trainiert werden“

Trainer Harold Kreis sind die Hände damit weiterhin gebunden, obwohl das Athletiktraining mit den für zwölf Monate unter Vertrag stehenden deutschen Akteuren eigentlich bereits am 1. Mai starten sollte. „Bei 100 Prozent Kurzarbeit darf allerdings nicht trainiert werden. Wir haben den Spielern lediglich Ergometer in die Wohnungen geliefert. Es gab eine Empfehlung, sich fit zu halten, doch eine Aufforderung dazu gab es nicht. Möglich, dass sich zwei oder drei der Jungs auch hier und da mal zu einem gemeinsamen Waldlauf verabredet haben. Organisiert hat die DEG in dieser Hinsicht aber nichts“, sagt Kreis.

Wie es weitergeht, ist wie andere Fragen offen. Noch bleibt Zeit, die nur mit Neun-Monats-Verträgen ausgestatteten ausländischen Spieler werden erst zum 1. August erwartet. Doch müssen die Profis aus Skandinavien und besonders die aus Nordamerika dann zunächst für 14 Tage in Quarantäne? Müssen Tests auf das Coronavirus durchgeführt werden? Und wenn ja: Wie viele in Folge müssen davon negativ sein, um am Mannschaftstraining teilnehmen zu dürfen? „Ich habe keine Vorstellung“, meint Kreis.

Spiele ohne Zuschauer sind langfristig keine Option

Niki Mondt hat noch nicht einmal die Vorstellung, ob der geplante Saisonstart am 18. September haltbar ist. „In Berlin sollen nach aktuellem Stand ja bis Ende Oktober keine Zuschauer zugelassen sein. Ich glaube nicht, dass es am 18. September losgehen wird. Spiele ohne Zuschauer sind nur für einen äußerst kurzen Zeitraum eine Option. Es könnte eine geringere Auslastung nach einem ausgearbeiteten Hygiene-Konzept geben.“

Was Stehplätze kategorisch ausschließen würde. Hier werden sich die Vereine den Richtlinien der Politik beugen müssen, in Sachen Vertragsklauseln haben sie das Heft des Handelns aber selbst in der Hand. So spricht Mondt mit allen Spielern über die Reduzierung ihrer Bezüge. „Es sind natürlich keine einfachen Gespräche, denn für jeden ist es hart, weniger Geld zu bekommen. Aber die Jungs laufen auch nicht blind durch die Welt, sie haben schon Verständnis für die Situation ihrer Klubs“, meint Mondt.