Eishockey DEG: Jeder Schuss ein Treffer

Eishockey Mannheim spielt die DEG an die Wand, doch die kontert eiskalt und siegt mit 6:2.

 Die DEG-Spieler Rihards Bukarts, Niclas Lucenius, Charlie Jahnke und Alexander Urbom (v.l.n.r.) bejubeln das 2:0.

Die DEG-Spieler Rihards Bukarts, Niclas Lucenius, Charlie Jahnke und Alexander Urbom (v.l.n.r.) bejubeln das 2:0.

Foto: Birgit Häfner

Was für ein denkwürdiger Abend, was für ein Auftritt der Düsseldorfer EG. Dank des überragenden Torhüters Mathias Niederberger und einer selten gesehenen Kaltschnäuzigkeit bei der Verwertung der wenigen Chancen gewann das Team von Harold Kreis bei den Adlern Mannheim am 47. Spieltag der Deutschen Eishockey Liga vor 13 392 Zuschauern mit 6:2 (2:0/0:0/4:2). Nach 48 Minuten stand es 6:0, dabei hatten die Gastgeber die DEG fast permanent eingeschnürt. „Das war schon ein sehr außergewöhnliches Spiel, aber etwas weniger Arbeit dürfte es dann doch sein“, sagte Niederberger. Mit dem Sieg hat die DEG weiterhin vier Punkte Vorsprung auf Rang sieben.

Sportdirektor Niki Mondt hatte schon vergangene Woche betont, wie wichtig die direkte Qualifikation für das Play-off-Viertelfinale sei. „Es wäre nicht nur ein toller Erfolg, die Vor-Playoffs bergen auch eine große Gefahr. Das ist eine kurze Serie von maximal drei Spielen und die potenziellen Gegner bewegen sich mit uns auf Augenhöhe. Anders als in den langen Serien wie im Viertelfinale kann eine einzige Partie, ja sogar eine einzige Aktion schon das Aus bedeuten“, meinte Mondt.

Nach der Schweigeminute für die Opfer des rechtsextremistischen Anschlags in Hanau warf das Mannheimer Karnevals-Prinzenpaar den Puck symbolisch zum ersten Bully aufs Eis. Ein bizarrer Kontrast, den die auf dem glatten Untergrund wenig sichere Prinzessin ungewollt auch optisch untermauerte. Nicht weniger krass war der Gegensatz, den sich dann im ersten Drittel die beiden Teams lieferten. Die Adler schnürten die DEG in ihrer Verteidigungszone ein, doch mit den ersten beiden Schüssen überhaupt führte „Helau“ gegen „Ahoi“ mit 2:0.

Eiskalt hatte Jerome Flaake in der 13. Minute einen Alleingang abgeschlossen, nur 66 Sekunden später schob Rihards Bukarts die Scheibe aus ähnlicher Situation heraus zwischen die Schoner von Mannheims Torhüter Gustafsson hindurch über die Linie. „Die Mannheimer haben uns klar dominiert, aber wir unsere Chancen genutzt“, sagte Flaake. Gleichwohl wusste der Gubener, dass es für einen Sieg so nicht weitergehen konnte. Wie zur Bestätigung landete der Puck dann auch im Düsseldorfer Tor. Glück jedoch, dass der Treffer in der 25. Minute wegen Behinderung von Torwart Mathias Niederberger nicht anerkannt wurde.

Wenn Niederberger freie Sicht hatte, dann hielt er seine Farben immer wieder mit glänzenden Paraden im Spiel. Besonders der agile Matthias Plachta verzweifelte im zweiten Drittel ein ums andere Mal an dem 27-Jährigen. Von den rund 600 in die Quadratestadt mitgereisten DEG-Fans wurde Niederberger dafür entsprechend gefeiert. Im Dauersturmlauf des MERC machte sich allerdings auch die Rückkehr von Marco Nowak äußerst positiv bemerkbar. Doch noch immer waren 20 lange Minuten zu bestreiten.

Bereits nach 40 Sekunden im Schlussabschnitt scheiterte — logisch — Plachta an Niederberger. Was jedoch danach passierte, war an Paradoxität nicht mehr zu überbieten. Binnen 30 Sekunden erhöhten Alexander Urbom (44.) und Reid Gardiner (45.) auf 4:0, drei Minuten darauf ließ Flaake das 5:0 folgen und weitere zwei Minuten später machte Luke Adam das halbe Dutzend voll. Für ihn nach den Vorkommnissen beim jüngsten Spiel in Düsseldorf natürlich eine besondere Genugtuung. Dass die DEG im Gefühl des sicheren Sieges noch zwei Treffer zuließ, konnte an diesem Abend niemanden in rot und gelb über Gebühr ärgern.