Eishockey: DEG fährt zum neuen Spitzenteam nach Bremerhaven

Deutsche Eishockey Liga : DEG fährt zum neuen Spitzenteam nach Bremerhaven

Obwohl sie finanziell zu den ganz Kleinen der Deutschen Eishockey gehören, stehen die Fischtown Pinguins derzeit auf Rang drei. Am Freitagabend fordern sie die DEG.

Die Laune rund um die Düsseldorfer EG war zu Wochenbeginn alles andere als gut. Die unnötige Derbyniederlage bei den Kölner Haien hatte trotz der guten Gesamtsituation — neun Siege aus 13 Spielen, Platz vier — aufs Gemüt geschlagen. Doch lange hielt das nicht an. Am Mittwoch trafen sich die Eishockey-Profis zu einem Spaß-Wettkampf mit den Bundesliga-Fußballern der Fortuna, und da wirkte die Stimmung schon wieder sehr gelöst.

Das mag im Falle von vier Spielern auch an der erfreulichen Nachricht gelegen haben, die sie von Bundestrainer Toni Söderholm erhalten hatten. Der hat in Torhüter Mathias Niederberger, den Verteidigern Bernhard Ebner und Marco Nowak sowie Stürmer Max Kammerer gleich ein ganzes DEG-Quartett für den Deutschland Cup nominiert. Das Testspiel-Turnier gegen die zweite Mannschaft Russlands, die Schweiz und die Slowakei steigt vom 7. bis zum 10. November in Krefeld.

Bis dahin stehen für die DEG noch vier Spiele an. Und rein vom Papier her gehören alle Gegner zu den finanziell wie sportlich Kleinen der Deutschen Eishockey Liga: Bremerhaven, Iserlohn, Krefeld, Schwenningen. Die DEG dürfte also durchaus in der Lage sein, bis zur Länderspielpause noch ein paar Punkte zu holen und in der Tabelle weiter zu klettern.

Bremerhaven punktete in elf von 13 Spielen

Mit dem Papier und der Realität ist das im Sport aber natürlich so eine Sache. Sicher, Iserlohn (12.), Schwenningen (13.) und Krefeld (14.) stehen ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten entsprechend ganz unten. Aber ein Team weigert sich seit Jahren standhaft, sich in der Etat-Tabelle zu fügen: die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven. Nicht nur, dass das Team von der Nordsee in seinen ersten drei Jahren jedes Mal die Play-offs erreichte, diese Saison ist es gemeinsam mit dem Tabellenzweiten aus Straubing sogar die Geschichte der DEL. Mit 24 Punkten steht Bremerhaven auf einem sensationellen dritten Platz. Weil das Team in elf von 13 Spielen punktete, nur Tabellenführer München ist besser.

Das ist auch DEG-Trainer Harold Kreis nicht verborgen geblieben und lobt den kommenden Gegner (Freitag, 19.30 Uhr) als „starke, ausgeglichene Mannschaft, die sich auch durch eine gute Defensivarbeit und Disziplin auszeichnet“. Das sind in der Tat zwei Attribute, auf die sie in Bremerhaven Wert legen. Sei es Trainer Thomas Popiesch bei Aufstellung und Taktik. Sei es Manager Alfred Prey bei der Zusammenstellung des Kaders. Der besteht zu einem Großteil aus Nordamerikanern und Osteuropäern, nicht wenige davon aufgrund familiärer Wurzeln mit deutschem Pass ausgestattet. Nur drei Spieler im aktuellen Kader haben das Eishockeyspielen in Deutschland erlernt.

Das gefällt längst nicht jedem Beobachter, Bremerhaven umgehe so die Ausländerregel (neun so genannte Kontingentspieler dürfen auf dem Spielberichtsbogen stehen) und tue nichts fürs deutsche Eishockey, heißt es immer wieder. Doch Prey bleibe gar nichts anderes übrig, entgegnet er, DEL-taugliche Spieler, die in Deutschland ausgebildet wurden, seien schlichtweg zu teuer.

Urbom fällt aus, Adam ist wieder fit

Natürlich ist die Debatte auch ein wenig verlogen. Vor allem dann, wenn sich die Konkurrenz im Sommer fleißig bei den Pinguins bedient und selbst von den „Doppelpässen“ profitiert. Auch die DEG tut das, Topstürmer Chad Nehring kam jüngst von der Nordsee an den Rhein. Bei seiner Verpflichtung erwähnte die DEG ausdrücklich, dass der 32-Jährige „auch über einen deutschen Pass verfügt und dementsprechend nicht unter die Kontingentregel fällt“.

Nehring, vier Tore und fünf Vorlagen nach 13 Spielen, ist nicht der einzige Bremerhavener, der im Sommer nach Düsseldorf wechselte. Auch Nicholas Jensen spielte vergangene Saison für die Pinguins. Bei seiner Rückkehr muss er nun allerdings auf Defensivpartner Alexander Urbom verzichten, der bis nach dem Deutschland Cup verletzt ausfällt. Die Personaldecke wird also immer dünner bei der DEG. Zwar ist Stürmer Luke Adam wieder fit, aber dennoch sehnen sie an der Brehmstraße die Länderspielpause herbei. Die einen, weil sie sich dann von den harten vergangenen Wochen erholen oder sich vollständig auskurieren können, sie anderen, weil die mit der Nationalmannschaft spielen dürfen.