Die Torhüter der Düsseldorfer EG: Still, bescheiden und leistungsstark

DEG-Torhüter Niederberger und Hane : Still, bescheiden und leistungsstark

Hendrik Hane und Mathias Niederberger sind die großen Rückhalte der DEG.

Über seine eigene Leistung wollte Hendrik Hane nicht sprechen. Da half selbst das explizite Bitten der vereinseigenen Presseabteilung nicht. Dabei war der gerade einmal 19 Jahre alte Torhüter der Düsseldorfer EG am Sonntagnachmittag beim 3:2-Auswärtssieg nach Penaltyschießen in Schwenningen der Matchwinner. Starke Paraden in der regulären Spielzeit sowie der Verlängerung und sieben gehaltene Penaltys hatten der DEG den achten Erfolg aus den vergangenen neun Begegnungen beschert.

Verdenken konnten und wollten die Medienvertreter Hane die Bescheidenheit nicht. Schließlich ist die große Bühne der Deutschen Eishockey Liga für das Eigengewächs immer noch Neuland — und der Teenanger grundsätzlich ein äußerst bescheidener Typ. Auch im Fernseh-Interview bei „Magenta Sport“ hob Hane die Mannschaftsleistung hervor.

Also müssen andere loben: „Er hat in den beiden Spielen in Iserlohn und Schwenningen sehr gute Leistungen gezeigt“, stellt Assistenztrainer Thomas Dolak dem Vertreter von Mathias Niederberger eine hervorragende Zwischenbeurteilung aus. Auch der Cheftrainer ist voll des Lobes. „Hendrik macht einen reifen Eindruck für sein Alter“, erklärt Haorld Kreis.

Woher kommt diese bemerkenswerte Ruhe, die der DEL-Neuling in seinen ersten Partien ausstrahlte? „Das ist ihm von Natur aus gegeben. Schon im Nachwuchsbereich hat man bei ihm immer wenig Stress bemerkt. Und wenn der Torhüter diese Ruhe ausstrahlt, gibt das auch der Mannschaft Ruhe“, sagt Dolak, der den 19-Jährigen bereits in seiner Jugendzeit trainierte.

Gegen Berlin und Köln setzen die Trainer auf ihre Nummer eins

Am Wochenende wird Hane — wenn alles planmäßig verläuft — jedoch wieder zwei Mal auf der Bank sitzen. Mathias Niederberger soll gegen die Eisbären Berlin (Freitag, 19.30 Uhr) und im Derby bei den Kölner Haien (Sonntag, 14 Uhr) das Düsseldorfer Tor hüten. Auch der 26-Jährige gilt grundsätzlich als still und bescheiden, trotz inzwischen mehrjähriger DEL-Erfahrung. „Es gibt keine bestimmte Rotation, nach der wir die Einsätze der beiden verteilen“, erklärt Kreis. „Wir schauen auf die Belastung und sprechen das auch mit Torwarttrainer Magnus Helin ab. Hendrik wird sicher bald auch in Hemspielen auflaufen. Aber zum Start sind Auswärtsspiele einfacher.“

Mit einem jugen, unerfahrenen Goalie als Nummer zwei in die Saison zu gehen, nahmen in der Sommerpause nicht alle Fans und Experten wohlwollend zur Kenntnis. Doch bisher geht der Plan der DEG perfekt auf. Niederberger und Hane kommen gemeinsam auf einen Gegentorschnitt von 1,86 pro Partie sowie eine Fangquote von 93,3 Prozent. Das vermeintliche „Experiment“ ist zur Basis für den erfolgreichen Start mit acht Siegen in elf Spielen geworden. Nationaltorhüter Niederberger ist seit Monaten in überragender Form und wurde von Mitspieler Marco Nowak kürzlich zum besten Torhüter der Liga erklärt.

In dieser Woche haben beide Torhüter eine zusätzliche Aufgabe zu erledigen. Gemeinsam mit den Derby-erfahrenen Profis wie Alexander Barta, Bernhard Ebner oder Marco Nowak gilt es, den Neuen im Team zu erklären, welche Bedeutung Spiele zwischen der DEG und den Kölner Haien haben. Doch wer könnte das eigentlich besser vermitteln als Niederberger und Hane? Beide wurden in Düsseldorf geboren und kennen die Derbys schon aus der Jugend.

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