Die Glücksgriffe der DEG

Die Glücksgriffe der DEG

Manager Lance Nethery hatte oft ein glückliches Händchen. Ab er auch schon mal Pech.

Düsseldorf. Verpflichtungen aus Übersee sind so eine Sache. Trotz aller Referenzen und Anpreisungen durch die jeweiligen Spieleragenten wird erst in der Saison klar, ob es ein Glücksgriff oder ein Flop war, den man unter Vertrag genommen hat.

Auch Zugänge aus der Deutschen Eishockey Liga können sich als Fehlgriff entpuppen, falls sie nicht ins Mannschaftsgefüge passen sollten. Bei der Düsseldorfer EG ist seit 2006 Lance Nethery für Verpflichtungen zuständig. Der Manager verfügt über glänzende Kontakte nach Übersee und hat nicht erst in dieser Saison gezeigt, dass er ein glückliches Händchen hat.

Als absoluter Glücksgriff hat sich Bobby Goepfert entpuppt. Der 28-Jährige spielte in der Saison 2009/2010 zwar schon 25 Mal für Hamburg in der DEL, aber durchsetzen konnte er sich nicht.

Bei der DEG hat der Amerikaner mit deutschen Vorfahren den 219-fachen NHL-Goalie Jean-Sebastien Aubin als Nummer eins abgelöst. „Ich liebe es zu spielen. Jedes Mal aufs Neue“ sagt Goepfert. Dabei wurde er als Nummer zwei verpflichtet. „Er wusste um seine Rolle bei der DEG“, sagt Nethery. „Bobby ist nicht wegen des Geldes gekommen. Er hat die Herausforderung gesucht und ist beim Preis-Leistungsverhältnis sicherlich die Nummer eins in der DEL.“

Ähnlich stark eingeschlagen ist Ben Gordon, ein Freund von Evan Kaufmann aus Universitäts-Zeiten. „Ben hat sich schnell an unser System und das Tempo der Liga gewöhnt. Erst passt absolut in die Mannschaft“, sagt sein Trainer Jeff Tomlinson.

Gordons Kumpel Evan Kaufmann spielt mittlerweile in der vierten Saison in Düsseldorf. Wie Gordon spielte er einige Jahre für die University of Minnesota. Der 28-jährige Stürmer ist ebenfalls ein Glücksgriff des DEG-Managers.

Lance Nethery hatte aber auch bei Verpflichtungen aus der DEL ein glückliches Händchen. Ob Tyler Beechey und Connor James (beide 2010 aus Augsburg) oder Adam Courchaine (2008 aus Duisburg), diese drei Stürmer gehören zu den Top-Leuten im Team.

Auch Stürmer Simon Danner und Verteidiger Derek Dinger haben sich Stammplätze erarbeitet. Dinger wird heute in Ingolstadt als Stürmer eingesetzt, weil Diego Hofland in Duisburg Spielpraxis sammeln soll. „Derek ist sehr flexibel“, sagt Tomlinson. Was auch für Danner gilt, der bei der DEG Nationalspieler wurde.

Aber es gab auch Flops bei den Verpflichtungen. Wie 100-Tage-Trainer Slavomir Lener, der von Nethery verpflichtet und auch entlassen wurde, die Verteidiger Anton Bader, Eric Werner, Sean Brown oder Robert Kantor. Der Tscheche absolvierte nur 20 Spiele für die DEG, ehe sein Vertrag aufgelöst wurde. Aber auch das gehört zum Geschäft.

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