Düsseldorfer EG: Die DEG setzt auf die deutsche Karte

Düsseldorfer EG: Die DEG setzt auf die deutsche Karte

Trainer Christof Kreutzer und Assistent Tobias Abstreiter starten mit nur sechs ausländischen Spielern in die neue DEL-Saison. Das ausgegebene Ziel ist das erneute Erreichen der Play-offs.

Düsseldorf. Zwei Jahre in Folge hat die Düsseldorfer EG in der Deutschen Eishockey Liga den fünften Tabellenplatz belegt. Einmal ging es in den Play-offs bis ins Halbfinale, im März dieses Jahres war im Viertelfinale Endstation. Dann stand die Zukunft des achtmaligen Deutschen Meisters wieder einmal auf dem Spiel. Gesellschafter Mikhail Ponomarev zahlte weniger Geld als angenommen, bei der Stadt stand die DEG mit drei Millionen Euro in der Kreide und Geschäftsführer Paul Specht machte den vorzeitigen Abflug. Im Mai war das Fortbestehen gesichert, nicht zuletzt weil Stephan Hoberg, Bruder von Gesellschafter Peter Hoberg, mit ins Boot stieg und Ponomarev sich verabschiedete. Ab morgen geht es für die Mannschaft um Trainer Christof Kreutzer und Co-Trainer Tobias Abstreiter wieder um Tore und Punkte. Am ersten Spielwochenende finden gleich zwei Heimspiele statt, gegen Iserlohn und gegen Berlin.

„Die Jungs sind heiß, das ist spürbar“, sagt Kreutzer. „Wir werden jedes Spiel so angehen, dass wir es gewinnen wollen. Ich traue meiner Mannschaft in jedem Spiel den Sieg zu, aber in dieser ausgeglichenen Liga musst du immer 100 Prozent bringen.“ Der 49-Jährige und sein drei Jahre jüngerer Assistent, der bei der Olympia-Qualifikation des Nationalteams wieder an der Seite von Bundestrainer Marco Sturm arbeitete, setzen in dieser Saison noch mehr als zuletzt auf deutsche Spieler. Nur sechs von elf verfügbaren Ausländerlizenzen hat die DEG vergeben. Drei Spieler kommen aus Kanada, drei aus den USA, die übrigen 17 Stammspieler haben allesamt einen deutschen Pass. Der Kader besteht erneut aus einer Mischung aus erfahrenen Profis wie Kapitän Daniel Kreutzer und Rob Collins sowie jungen Spielern wie Maximilian Kammerer und Henry Haase. Ein echter Ersatz für den abgewanderten Spielmacher Ken André Olimb wurde nicht verpflichtet.

Trotz zwei erfolgreichen Jahren haben die Verantwortlichen hinter der Bande und im Verein die eigene Erwartungshaltung nicht verändert. Das Ziel ist das Erreichen der Play-offs. Dabei darf es, wenn nötig, auch der „Umweg“ über die Pre-Play-offs sein. Mit Henry Haase und Marco Nowak soll der Verteidigung in dieser Saison noch mehr Stabilität verliehen werden, im Sturm sind Alexander Barta und Daniel Weiß neu dabei. Nach einem Jahr Verletzungspause ist Angreifer Christoph Gawlik so etwas wie der fünfte Neuzugang bei den Rot-Gelben.

Mit mehr als 3000 verkauften Dauerkarten hat der Club vor Beginn dieser Spielzeit so viele wie zuletzt vor zehn Jahren abgesetzt. Die jüngsten Erfolge haben die DEG für die Menschen wieder attraktiv gemacht, wenngleich der Eishockey-Sport in Düsseldorf - wie in der gesamten Republik - nicht mehr den Stellenwert erreichen wird, den er in den 90er-Jahren inne hatte. Das Akquirieren von großen Sponsoren ist indes nicht einfacher geworden. Dennoch ist wieder etwas mehr Eishockey-Euphorie rund um den Verein zu spüren. Mit dem Rückenwind aus den vergangenen beiden Spielzeiten sowie der eingespielten Mannschaft ist eine direkte Play-off-Qualifikation im Bereich des Möglichen. Doch dazu muss bei der DEG erneut (fast) alles passen, angefangen von Torhüter Mathias Niederberger, der in sein zweites Jahr als unumstrittene Nummer Eins geht, bis hin zur Verteilung beim Toreschießen, da es im Kader mit Ausnahme von Drayson Bowman an einem 20+-Tore-Stürmer fehlt. Einen Platz unter den ersten Zehn erreicht die DEG in jedem Fall.

Mehr von Westdeutsche Zeitung