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Düsseldorfer EG: Die DEG kämpft den Titelfavoriten nieder

Düsseldorfer EG : Die DEG kämpft den Titelfavoriten nieder

In einem durchweg unterhaltsamen Spiel schlägt die DEG Mannheim 4:3 nach Penaltyschießen.

Düsseldorf. Am Ende herrschte traute Einigkeit unter allen Beteiligten. Die knapp 6000 Zuschauer applaudierten artig beiden Mannschaften, die Spieler sprachen in höchsten Tönen von der Partie, ihren Kollegen sowie ihren Gegnern, und die beiden Trainer scherzten zunächst über ihre gemeinsame Vergangenheit, ehe sie sich und ihre Mannschaften lobten.

Die Laune konnte kaum besser sein auf den Tribünen sowie im Kabinengang des Rather Domes nach diesem aufregenden Spiel. Vor allem bei der Düsseldorfer EG. Die hatte gegen den Titelfavoriten Adler Mannheim zwar kurz vor Schluss den Ausgleich zum 3:3 kassiert, im Penaltyschießen aber die Nerven behalten und damit 4:3 gewonnen. So stand nach dem vierten Spieltag der Deutschen Eishockey Liga der zweite Saisonsieg.

„Insgesamt war das ein richtig gutes Spiel“, sagte Stürmer John Henrion, der so etwas wie der Mann des Tages war. Erst hatte der US-Amerikaner während der 60 Minuten und später auch im Shootout getroffen. Ein „sehr gutes Gefühl“ sei das, „früh in der Saison zu treffen“, sagte er. Und Bernhard Ebner sagte: „Wir haben heute 60 Minuten unser Eishockey gespielt.“ Wer den Bayern kennt, weiß, dass das ein fast schon euphorisches Lob für seine Mannen ist.

In der jüngeren Geschichte waren die Heimspiele gegen Mannheim ja alles andere als erfolgreich verlaufen. Neun der vergangenen elf gingen verloren. In besonders schlechter Erinnerung ist das bis Sonntag letzte Duell im Februar dieses Jahres geblieben. Und das nicht nur, weil es am Ende 2:7 geheißen hatte. Es war das Jubiläumsspiel der ersten Meisterschaft vor 50 Jahren, sämtliche Spieler von damals waren anwesend. So mussten Legenden wie Otto Schneitberger oder Sepp Reif eine DEG sehen, die sich fast wehrlos in ihr Schicksal ergab.

Mittlerweile ist das wieder anders. Elf Spieler- und einen Trainerwechsel später rennt und ackert die DEG wieder bis zum Umfallen. Das wirkt bisweilen sogar etwas zu wild. Aber es macht dem Publikum Spaß. Am Sonntag gab es mehrmals Szenenapplaus. In Unterzahl, weil sich die Düsseldorfer furchtlos in die Schüsse der Adler warfen und mehrmals für Entlastung sorgten. Und auch für Torhüter Mathias Niederberger. Der hatte in den ersten drei Spielen der Saison alles andere als sattelfest gewirkt, am Sonntag zeigte der immer noch erst 24-Jährige aber eine durchweg starke Leistung.

Das galt auch für seine Vorderleute, die gleich mit der ersten Chance durch Stephan Daschner nach starkem Zuspiel von Jeremy Welsh in Führung gingen. Danach dauerte es aber mehr als 40 Minuten, ehe die Fans erneut jubeln durften, als John Henrion (44.) und Spencer Machacek (48.) binnen weniger Minuten für eine 3:1-Führung sorgte.

Doch vorbei war das Spiel noch nicht. Chad Kolarik verkürzte mit einem Treffer Marke Tor des Jahres, als er alleine auf Niederberger zulief und den Puck durch die eigenen Beine unter die Latte schoss. Als die Szene auf dem Videowürfel gezeigt wurde, klatschten selbst die DEG-Fans. Kurze Zeit später war denen aber nicht mehr nach Applaus zu Mute, als Ex-NHL-Star Devin Setoguchi zum 3:3 ausglich. Doch im Penaltyschießen lachten wieder die Düsseldorfer. Weil Henrion traf, und Niederberger alles hielt.