Derby gegen Krefeld: DEG-Niederlage 68 Sekunden vor dem Ende

Derby gegen Krefeld: DEG-Niederlage 68 Sekunden vor dem Ende

Die Düsseldorfer verlieren ein dramatisches Derby und kassieren vier Tore im Schlussdrittel.

Düsseldorf. Es sollte der große Tag von Stephan Daschner werden. Seitdem der 26-Jährige vor der Saison vom Zweitligisten Landshut an den Rhein gewechselt ist, hat er sich sensationell entwickelt, spielt wichtige Minuten in den kritischen Phasen sowie in Über- und Unterzahl. Das ist auch Pat Cortina nicht verborgen geblieben. Und so schaute der Eishockey-Nationaltrainer am Freitag Abend im Rather Dome vorbei, um vor allem Daschner zu beobachten. Doch großartige Erkenntnisse dürfte Cortina nicht gesammelt haben. Nicht mal fünf Minuten waren zwischen der Düsseldorfer EG und den Krefeld Pinguinen am 41. Spieltag der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gespielt, da musste Daschner bereits unter die Dusche.

Die erneut erschreckend schwachen Schiedsrichter gaben dem DEG-Verteidiger nach einem harten Check gegen Norman Haumer fünf Minuten sowie eine Spieldauerstrafe. Und man musste es nicht mal mit der DEG halten, um das für überzogen zu halten. Selbst Niklas Sundblad, Trainer der Kölner Haie, der zur Gegnerbeobachtung da war, beschwerte sich in der zweiten Drittelpause darüber, dass die Schiedsrichter dieses Jahr kaum eine klare Linie fahren.

Für die DEG glich der Ausfall von Daschner einer Katastrophe. Waren die Düsseldorfer doch ohnehin bereits ohne die verletzten Defensivstützen Tim Conboy, Drew Schiestel und Shawn Belle in die Partie gegangen. Nun fehlte der vierte Verteidiger.

Trotzdem sah es lange Zeit gut aus für die Düsseldorfer, weil die Jungspunde Corey Mapes (22), Jonas Noske (19) und Hagen Kaisler (18) die Lücken schlossen. Dazu drehten auch die zuletzt schwachen Norweger Andreas Martinsen und Ken-André Olimb wieder auf. Beide trafen, beide bereiteten Treffer vor, beide zogen Strafzeiten. So waren die DEG-Fans unter den 8500 stimmungsvollen Zuschauern im Rather Dome lange Zeit bester Laune. 3:1 stand es bis ins letzte Drittel, völlig verdient für die DEG, die ihren Vorsprung auf die Nicht-Play-off-Plätze auf acht Punkte ausgebaut hätte, wäre es so geblieben.

Doch dann drehten die Krefelder Pinguine plötzlich auf, schossen aus allen Lagen und hatten das Glück, dass DEG-Torwart Tyler Beskorowany ein rabenschwarzes drittes Drittel erwischt hatte. Vier Mal trafen sie noch gegen den sonst so sicheren Rückhalt und drehten eine verloren geglaubte Partie. „Es lag an Kleinigkeiten, wir haben kein schlechtes Spiel gemacht“, sagte DEG-Stürmer Daniel Fischbusch, der ebenfalls stark gespielt, ein Tor erzielt und eins vorbereitet hatte. Doch das interessierte nachher keinen mehr.

Viel wichtiger waren die Punkte. Die nahm der KEV mit nach Krefeld. Für die DEG geht es nun darum, diese am Sonntag beim nächsten direkten Duell um die Play-off-Plätze Wolfsburg zurückzuholen. Einfach wird das nicht. Das erste Spiel der Saison in Wolfsburg ging mit 0:7 verloren.

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