Der Tabellenfüher der DEL ist in der virtuellen Welt zuhause

Eishockey : DEG spielt ab sofort auch in der virtuellen Welt Eishockey

E-SPORTS Erster DEL-Klub mit eigenem Team für Videospiel „NHL 19“.

Früher wurden sie belächelt und galten blasse Außenseiter, die den Großteil des Tages am heimischen Computer oder vor der Spielekonsole verbrachten. Heute haben „Gamer“ mehr Anhänger in den sozialen Netzwerken als mancher Sportprofi. Sie sind zu echten Stars und E-Sports massentauglich geworden. In großen Hallen finden Turniere des Fantasy-Spiels „World of Warcraft“ vor Tausenden Zuschauern statt, an den TV-Geräten schauen mitunter mehr Menschen bei der Fußball-Simulation „FIFA“ zu als zuletzt beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Preisgelder für die bestdotierten Turniere haben die zweistellige Millionen-Euro-Grenze längst gesprengt. Selbst bei erstmalig ausgetragenen Wettbewerben gibt es für die Sieger schon bis zu 40 000 Euro zu gewinnen.

Nun wagt sich auch die Düsseldorfer EG in den E-Sports-Bereich. Als erster Klub in der Deutschen Eishockey Liga geht der aktuelle Tabellenführer mit einer eigenen E-Sports-Mannschaft an den Start. In mehreren Ligen spielt das aktuell 12 Mann umfassende DEG-Team dann die Eishockey-Simulation „NHL 19“ vom kanadischen Spielehersteller EA Sports. „Das ist eine hochinteressante Entwicklung in der E-Sports-Szene, die wir gespannt und aktiv verfolgen. Und nun wollen wir da künftig auch mitmischen“, sagt Geschäftsführer Stefan Adam. „Wir freuen uns, dass wir da Vorreiter sein können. Das Ganze soll keine Eintagsfliege sein.“

Das neu gegründete DEG-Team tritt in zwei Ligen an

Die Mannschaft um die beiden Gründer und DEG-Fans Tobias Anton und Steffen Seibert tritt künftig sowohl in einer europaweiten Liga (European Championship League) als auch in der nationalen German Championship League an. Im entsprechenden Modus steuert dabei jeder einen festen Spieler, mit sechs gegen sechs geht es im Duell gegen andere E-Sports-Teams. Eine Saison dauert drei Monate, in beiden Ligen werden pro Kalenderjahr zwei Saisons ausgetragen. Die Kommunikation untereinander findet über Headsets statt. „Es hat eine enorme Entwicklung stattgefunden. Das Spielen ist aus der Schmuddel-Ecke herausgekommen. Der gesamte E-Sports-Bereich in Deutschland hat mittlerweile Umsatzzahlen, die knapp hinter denen der Deutschen Eishockey Liga liegen“, sagt Anton.

Nach einer Hauptrunde werden wie in der DEL Play-offs gespielt, um den Meister zu ermitteln. Etwas weiter als die „echte“ Profiliga es trotz beschlossener Änderungen ist, sind sie in der ECL und GCL bereits. „Es gibt auch Auf- und Abstieg“, erklärt Anton. In der rund 100 Teams umfassenden europäischen Liga möchte das E-Sports-Team der DEG möglichst schnell in die nächsthöhere Klasse aufsteigen und in der GCL, in der etwa 20 Mannschaften dabei sind, um den Titel mitspielen. Ziele, die die „echten“ Profis um Mathias Niederberger und Bernhard Ebner trotz der aktuellen Tabellenführung natürlich so nicht formulieren. Vielleicht aber wird der eine oder andere DEL-Profi bei den „Gamern“ mal als Gastspieler dabei sein.

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