Der Däne Nicholas Jensen sorgt in der Abwehr der DEG für mehr Physis

Eishockey : Nicholas Jensen: Groß, robust und "hyggelig"

Der Däne soll in der Abwehr der DEG für mehr Physis sorgen. Getreu dem Motto seiner Landsleute geht er seine Aufgabe in Düsseldorf entspannt an.

Laut einer Studie leben in Nordeuropa die glücklichsten Menschen der Erde. Einer der Gründe dafür ist sicher das „Hygge“-Gefühl. Hygge bedeutet soviel wie Wohlbefinden und besonders in Dänemark hat sich dieser Begriff inzwischen fest im Sprachgebrauch verankert. Die Dänen mögen es entspannt, gemütlich und sie werfen auch gerne einen Blick auf die kleinen Dinge des Lebens. Ein positives Lebensgefühl, unaufgeregt und... na, „hyggelig“ eben.

„Diesen Begriff gibt es nur in Dänemark“, sagt Nicholas B. Jensen und grinst. Klar, dass der Verteidiger der Düsseldorfer EG den Raum auf der DEG-Geschäftsstelle an der Brehmstraße zum verabredeten Gespräch mit unserer Zeitung zuvor inklusive einer unaufgeregten kleinen Verspätung sehr entspannt betreten hatte. „Hyggelig zu sein, ist mir schon wichtig. Alles im Leben hat seine Zeit. Man sollte Dinge nicht versuchen zu beschleunigen oder zu erzwingen. Man muss den Augenblick, der gerade da ist, genießen. Das macht es einfacher, die Dinge zu erledigen, die zu erledigen sind“, meint Jensen.

Eine Einstellung, die ihm selbst in der hektischen Sportart Eishockey hilft. Der 30-Jährige behält auch in turbulenten Szenen zumeist den Überblick. Bei inzwischen schon drei Weltmeisterschaften und jüngst in zwei Jahren bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven konnte der 1,89 Meter lange sowie 102 Kilo schwere Däne sowohl defensiv als auch offensiv Akzente setzen. Groß, kräftig und robust - Eigenschaften, die der DEG vergangene Spielzeit besonders in der Abwehr durchaus abgingen. „Das kann ich nicht beurteilen. Aber ich komme auf alle Fälle über das physische Element“, sagt Jensen.

„Der Spielplan hätte nicht besser geschrieben werden können“

Er ist nun in Begleitung seiner Frau Michelle sowie Tochter Avery (2 Jahre) und Sohn Lenox (sechs Monate) von der Wesermündung an den Rhein gezogen. „Bremerhaven war eine schöne Zeit. Ich habe jede Minute genossen, kann mich über nichts beklagen und wir stehen auch noch in Kontakt mit vielen Personen dort. Aber manchmal muss eine Luftveränderung einfach sein und die Möglichkeit, bei der DEG spielen zu können, hat mich natürlich fasziniert. Ich kann es kaum erwarten, bis die Vorbereitung vorbei ist und die Saison endlich los geht“, erklärt Jensen.

Wo diese endet kann der gebürtige Kopenhagener natürlich nicht sagen und weil Dinge nach „hyggeliger“ Art bekanntlich weder beschleunigt noch erzwungen werden sollen, will er es auch gar nicht erst versuchen. „Ich kenne die anderen Teams noch nicht gut genug. Wir haben natürlich Ziele, aber eine Saison ist immer auch ein Prozess. In dem gilt es zunächst Zwischenziele zu erreichen und auf diesen dann aufzubauen. Wir können sicher nicht sagen, dass wir Deutscher Meister werden wollen, aber... nur der Himmel ist das Limit.“

Erster Stolperstein auf der Höhenleiter sind dabei zum Saison-Start ausgerechnet die Fischtown Pinguins Bremerhaven. „Das wird aufregend, der Spielplan hätte nicht besser geschrieben werden können“, sagt Jensen lachend und blickt voraus. „Beide Teams haben gute Spieler, das wird eine enge Partie. Ich hoffe, die Fans helfen uns, diese Hürde zu überspringen.“ Gleich im ersten Spiel nach dem Club-Wechsel gegen den Ex-Verein - da könnte es selbst für einen Dänen mit „hyggelig“ mal vorbei sein.