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DEG zwischen Vorfreude auf die Play-offs und Sorge vor dem Coronavirus

Eishockey : Die DEG zwischen Vorfreude auf die Play-offs und Sorge vor dem Coronavirus

Sportlich läuft es für die Düsseldorfer EG, die Play-offs können kommen. Doch die könnten aufgrund der aktuellen Situation um das Coronavirus in Deutschland ausfallen.

Am Sonntagnachmittag herrschte zwischen dem Hinterausgang der Nürnberger Arena und dem Mannschaftsbus der Düsseldorfer EG eine entspannte Atmosphäre. Natürlich freute sich niemand über die 2:3-Niederlage bei den Ice Tigers. Auch die schwere Verletzung von Stürmer Charlie Jahnke — die DEG meldete am Montag einen „Wadenbeinbruch und mehrere Bänderrisse“ — kamen nicht gut an. Aber weil die Hauptrunde in der Deutschen Eishockey Liga nach 52 Spieltagen endlich vorbei war und die DEG die auf Rang fünf beendet hatte, schien der Druck der vergangenen Monate wie verflogen zu sein.

Das hatte etwas vom letzten Schultag vor den Ferien. Hier standen ein paar Spieler und plauderten mit Freunden, Familien oder Fans, dort gaben andere Autogramme oder posierten für Selfies, wieder andere verabschiedeten sich in ein paar freie Tage. Das nächste Spiel steht erst am 17. März an.

Dann tritt die DEG zum ersten von maximal sieben Spielen im Viertelfinale der Play-offs bei den Eisbären Berlin an. Was keinem Düsseldorfer tiefe Sorgenfalten ins Gesicht trieb. Nicht, dass jemand den Tabellenvierten auf die leichte Schulter zu nehmen schien, aber mit Blick auf die guten Auftritte und drei Siege aus den vier direkten Duellen hätte es schlimmer kommen können. „Mit Berlin haben wir einen guten Gegner erwischt“, sagte beispielsweise Verteidiger Marco Nowak, „jetzt hoffen wir noch, dass Ignaz (Bernhard Ebner) und der Victor (Svensson) zurückkommen, dann können wir richtig durchstarten.“

Auch Niki Mondt war nach dem ersten Etappenziel auffallend entspannt: „Ich bin ja oft kritisch und habe bei der Mehrheit der Spieler etwas zu stänkern, aber alles in allem muss man der Mannschaft gratulieren“, sagte der Manager. Er sei „stolz auf die Truppe, dass sie sich in einer so ausgeglichenen und starken Liga und bei unserem nicht so extrem tiefen Kader mit vielen Verletzungen durchgebissen hat und auf Rang fünf steht.“

Entsprechend gut gelaunt schaute Mondt auf das anstehende Viertelfinale. Nicht nur aus sportlichen Gründen, sondern auch, weil die Eisbären ja nicht irgendwer sind. Sind einer der größten Klubs der Liga, der DEL-Rekordmeister, mit dem die DEG durchaus Geschichte hat. 2006 und 2009 standen sich die beiden Teams jeweils im Finale gegenüber. Eisbären Berlin, das sei ein „klangvoller Name“, sagte Mondt, einer, der sicher auch beim Publikum gut ankommt. Und wer wie die DEG einen Großteil seiner Einnahmen über Tickets erwirtschaftet, der darf sich auch deswegen auf die Play-offs freuen.

Absage von Großveranstaltungen steht wegen Corona im Raum

Das Problem ist allerdings: Bis heute weiß niemand, ob die Play-offs in Zeiten des Coronavirus überhaupt gespielt werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn empfahl am Sonntag, wie in anderen Ländern Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen. In der Schweiz wurden die Play-offs bereits verschoben, der Eishockey-Weltverband IIHF hat diverse Turniere abgesagt, auch hinter der Herren-WM im Mai in der Schweiz steht ein Fragzeichen. Zwar wird die Entscheidung in Deutschland auf lokaler Ebene getroffen, aber auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sprach sich für Absagen aus. Dann könnte zwar immer noch ohne Zuschauer gespielt werden, aber würde sich das lohnen ohne die Haupteinnahmequelle? „Uns bleibt nichts übrig außer Aufpassen und Hoffen“, sagte Mondt am Sonntag.

Am Montag verschickte die DEG Statements von Geschäftsführer Stephan Adam zum Thema. Da es derzeit von „keiner offiziellen Instanz formelle Vorgaben, Beschlüsse oder Erlasse“ gebe und „lediglich Empfehlungen im Raum“ stünden, gehe die DEG aktuell davon aus, ihre Heimspiele „wie geplant mit Zuschauern“ austragen zu können, ließ sich Adam zitieren. Was wohl vor allem dafür sorgen soll, dass die Fans trotz der Unsicherheit Tickets kaufen. Dabei entstehe „kein Risiko“, falls die Spiele ausfallen oder ohne Zuschauer stattfinden, „bekommen alle Ticketkäufer gezahlte Eintrittsgelder natürlich zurückerstattet“. Von der entspannten Athmosphäre am Sonntag war am Montag nicht mehr viel zu spüren.