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Düsseldorfer EG: DEG zwischen Frust, Stolz und Zuversicht

Düsseldorfer EG : DEG zwischen Frust, Stolz und Zuversicht

Nach dem 1:4 in Wolfsburg ist die Saison für die DEG beendet. Die Reaktionen darauf fallen höchst unterschiedlich aus.

Wolfsburg. Es war eine merkwürdige Szenerie am Donnerstagabend in der Wolfsburger Eishalle. Die mitgereisten Fans der Düsseldorfer EG feierten ihre Mannschaft, als wäre sie und nicht der Gegner aus der Autostadt ins Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga eingezogen. Doch nach guter Laune und Dauergesang war niemandem aufseiten der Düsseldorfer zumute. Zu enttäuscht waren die Spieler über die vierte Niederlage im fünften Play-off-Spiel gegen die Grizzlys, die nicht nur das Viertelfinale, sondern gleich ihre ganze Saison zu Ende gehen ließ.

Auch Christof Kreutzer war weit davon entfernt, lachend durch die Halle zu spazieren. Doch wirklich mitgenommen sah der DEG-Trainer nun auch nicht aus: „Die Serie hätte sicher mehr Spiele verdient, dafür war sie zu eng“, sagte Kreutzer, „aber wenn man ausscheidet, muss man es akzeptieren und ein fairer Verlierer sein.“

Das waren die Düsseldorfer, die zugaben, den Wolfsburgern unterlegen gewesen zu sein. Dass das aber etwas mit der generellen Verfassung seiner Mannen in den vergangenen Wochen zu tun habe, bestritt Kreutzer vehement: „Waren wir langsam, müde oder sonst was? Haben wir schlecht gespielt?“, polterte der Trainer, als er auf den Umstand angesprochen wurde, dass sein Team seit der Länderspielpause nur drei der letzten 13 Saisonspiele gewonnen hatte.

In der Tat wirkte die DEG nicht müde. Aber es war schon auffällig, dass sie es nicht mehr schaffte, ein Spiel umzubiegen oder nach Enttäuschungen zurückzukommen. Eine Eigenschaft, die sie das ganze Jahr über ausgezeichnet hatte. In den Play-offs galt dafür eine andere Regel: Liegt sie einmal zurück, verliert sie.

Im dritten (1:5) und fünften (1:4) Spiel war das gar passiert, obwohl sie beide Male mit 1:0 geführt hatte und das bessere Team gewesen war. Doch mit dem Ausgleich war schnell alles vorbei. Keine dreieinhalb Minuten hatten die Wolfsburger am Donnerstag gebraucht, um nach dem 1:1 das 2:1 und 3:1 nachzulegen. „Wenn du einen Doppelschlag kriegst, musst du das direkt verarbeiten, das ist nicht leicht“, sagte Kreutzer, dem allerdings auch nicht verborgen geblieben war, dass seine Topstürmer zu wenig gezeigt hatten.

Ganze drei Tore erzielten die etatmäßigen Top-6 in den fünf Spielen. Lediglich Drayson Bowman, Norm Milley und der wohl nach Schweden wechselnde Ken-André Olimb trafen. Daniel Kreutzer, Rob Collins und Manuel Strodel sorgten kaum für Gefahr. „Sicherlich kann man sagen, dass die beiden Reihen mehr hätten punkten müssen, aber das ist schwierig. Es war nicht nur für die ersten Reihen schwer, auch für die anderen“, sagte Trainer Kreutzer.

Tim Conboy sah das etwas anders. Zwar lobte auch er den starken Gegner, dass die DEG aber ausgeschieden war, sei allein ihre eigene Schuld: „Wir hatten alles, was man braucht. Wir können niemanden verantwortlich machen außer uns selbst“, sagte der Abwehrchef.

Dabei war bereits im Vorfeld klar, dass die DEG gegen die erfahrenen und eingespielten Grizzlys von jedem einzelnen 100 Prozent braucht, um erfolgreich zu sein. Doch jene 100 Prozent zeigten die wenigsten konstant. Auch die Defensivspieler nicht, die ihren überragenden Torwart Mathias Niederberger zu oft allein ließen.

Das hatte auch Kreutzer gesehen: „Wir müssen uns läuferisch in der Defensive verbessern“, sagte der Coach, der dennoch von einer guten Saison sprach. Man dürfe nicht vergessen, dass sich das Team nach den Jahren am Tabellenende noch immer im Aufbau befindet. Auch Manuel Strodel wollte nach dem Halbfinaleinzug in der Vorsaison nun nicht von einem Rückschritt sprechen: „Wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Und nächstes Jahr werden wir noch besser sein.“