DEG vor dem Derby gegen Kölner Haie unter Druck

Vor dem Derby gegen Köln : DEG vor dem Derby gegen Kölner Haie unter Druck

Will die DEG im Viertelfinale Heimrecht haben, muss sie die Kölner Haie am Dienstag schlagen. Trainer Harold Kreis weiß auch, wie das geht: mit mehr Gradlinigkeit.

Ob im Profi- oder Amateursport: Kaum etwas ist aus Sicht von Trainern und Spielern meist so wertlos wie der Blick zurück. Auf der einen Seite verblassen Erfolge schnell und sind keine Garantie für eine ebenso erfolgreiche Gegenwart und Zukunft. Auf der anderen Seite erinnert sich verständlicherweise auch niemand gerne an den Misserfolg. Harold Kreis, Cheftrainer bei der Düsseldorfer EG, blickte am Montagmittag dann aber doch noch einmal auf die jüngste Niederlage seiner Mannschaft in der Deutschen Eishockey Liga zurück. „Der Eindruck hat nicht getäuscht. Ich war sehr aufgebracht nach der Niederlage in Nürnberg“, gab der 60-Jährige zu. Das 2:3 bei den die komplette Saison über instabilen Franken wühlte den DEG-Trainer mehr auf als so manch anderes negatives Resultat der vergangenen Wochen.

Und von diesen gab es einige. Seit dem umjubelten 3:2-Erfolg nach Verlängerung im Winter Game bei den Kölner Haien am 12. Januar gewann die DEG nur vier der folgenden zwölf Begegnungen. Lediglich beim 4:3 gegen die Augsburger Panther am 27. Januar erfolgte dies nach 60 Minuten und brachte drei Zähler für das Punktekonto ein. Am Dienstagabend (19.30 Uhr/WZ-Liveticker) steht das Kreis-Team erneut den Haien gegenüber. Zum vierten — und je nach Konstellation für die Play-off-Runde — nicht unbedingt letzten Mal in dieser Saison. „Es gab zuletzt Momente, in denen uns das Einfache in unserem Spiel abhanden gekommen ist“, versuchte Kreis einen Erklärungsansatz für die schwache Schlussphase in Nürnberg zu finden, nachdem die DEG die Ice Tigers zweieinhalb Drittel lang komplett unter Kontrolle hatte. „Es muss wieder gradliniger und konsequenter werden. Niederlagen entstehen aus Inkonsequenz und Unaufmerksamkeiten. Wir müssen wieder Wechsel für Wechsel denken.“

Unabhängig vom weiteren Verlauf eine erfolgreiche Saison

Stefan Adam, der ebenso wie der Sportliche Leiter Niki Mondt seinen Vertrag in der vergangenen Woche bis 2022 verlängert hatte, möchte sich „nicht mehr mit den vergangenen Wochen beschäftigen“. Wenngleich Mannschaft und Trainerteam intern Fehler auf- und Lösungen erarbeiten sollen und werden, wünscht sich der Geschäftsführer, dass Fans und Umfeld „nach vorne schauen“. Unabhängig vom Verlauf der finalen Hauptrundenwoche und den Play-offs habe die DEG ihr sportliches Ziel in dieser Saison ohnehin erreicht — und abseits des Eises Zugewinne bei den Zuschauerzahlen, dem Sponsoring und Merchandising verzeichnt. „Wir sind nicht in einer großen Krisensituation, sondern haben alles selbst in der Hand, auch die Chance auf das Heimrecht im Viertelfinale.“

Diese Möglichkeit haben auch die Haie, die sich unter Trainer Dan Lacroix stabilisieren konnten. Mit dem Kanadier, der hinter der Bande Peter Draisaitl ablöste, haben die Kölner fünf ihrer acht Spiele gewinnen können. Da der ewige Rivale der DEG seine drei verbleibenden Begegnungen allesamt auswärts absolvieren muss, sind die Haie im Rennen um das Heimrecht in der Runde der letzten Acht gegenüber Düsseldorf, Augsburg und Ingolstadt für viele eher der Außenseiter.

„Wir wollen mit harter Arbeit und einfacher Spielweise wieder zum Erfolg kommen“, gab Kreis als Rezept für die DEG aus und bezog sich damit nicht allein auf das Köln-Spiel. Von seinen Spielern erwarte er in den Derbys am Dienstag und Freitag gegen Krefeld sowie am Sonntag in Berlin, dass sie „mit weniger Raum wieder schnellere Entscheidungen treffen“. Zuletzt schienen die zahlreichen Ausfälle auch für so manche Konzentrationsschwäche zu sorgen. Mit Christian Kretschmann steht am Dienstag einer der zuletzt Verletzten möglicherweise wieder zur Verfügung und Kreis könnte, anders als zuletzt in Nürnberg, mit zwölf Stürmern antreten.

Nach drei Siegen in den bisherigen drei Partien gegen Köln winkt der DEG die perfekte Derby-Saison. Das würde der Stimmung zweifellos gut tun und alle Rot-Gelben dann doch noch mal mit Freude zurückblicken lassen.

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