DEG verliert zum vierten Mal, holt aber einen Punkt

Düsseldorfer EG : DEG erneut in der Verlängerung besiegt

Im elften Spiel ging das Kreis-Team bereits zum sechsten Mal in die Extra-Zeit. Wie schon gegen Krefeld und in Ingolstadt musste es sich in München mit einem Punkt begnügen.

Die Düsseldorfer EG hat nach sieben Siegen am Stück zum vierten Mal in Folge eine Niederlage hinnehmen müssen, konnte dabei aber zum dritten Mal punkten. Das Team von Trainer Harold Kreis unterlag am Sonntag beim Meister EHC München vor 3680 Zuschauern in der Verlängerung mit 4:5 (1:1/2:3/1:0/0:1) und fiel auf den dritten Platz zurück. „Wir hatten Probleme mit der Spielweise der Münchener. Insgesamt aber haben wir bei zwei sehr guten Teams zwei Punkte geholt. Jetzt wird es jedoch wirklich Zeit, dass wir mal wieder gewinnen“, sagte Angreifer Alexander Barta.

Das Wetter in Oberbayern war am Wochenende nicht wirklich für Eishockey gemacht. Bei für den Oktober ungewöhnlichen 26 Grad schien die Sonne von einem strahlend blauen Himmel. Biergarten-Wetter, doch die Spieler der DEG konnten weder am Freitag in der Geburtsstadt des deutschen Reinheitsgebotes noch am Sonntag im Weizen- und Weißbier-Mekka ans Ausspannen denken. Mit dem ERC Ingolstadt sowie Meister EHC München hatten die Rot-Gelben zwei dicke Brocken vor der Brust. Also bat Harold Kreis am Samstag in Ingolstadt auch noch zum Training.

Während der einzelnen Übungen schüttelte Stürmer Alexander Barta immer wieder den Kopf und sagte schließlich zu Angriffs-Kollege Philip Gogulla: „Dieses Spiel dürfen wir nie und nimmer verlieren.“ Barta konnte das 2:3 in Ingolstadt noch immer nicht fassen. „Wir haben die Hälfte der Partie ein perfektes Auswärtsspiel abgeliefert. Wenn der Gegner besser ist, müssen wir das akzeptieren. Aber nicht, wenn wir ihn durch unsere Fehler wieder aufbauen“, sagte der 35-Jährige und fügte mit Blick auf München hinzu: „Dort sollten wir gewinnen, vier Niederlagen in Folge wären nicht gut.“

Dass Barta beim amtierenden Titelträger sein 750. DEL-Spiel bestritt, interessierte den Jubilar dann auch wenig. Eher schon, dass die DEG ordentlich begann und unmittelbar nach Ablauf einer Strafe gegen München durch einen Distanzschuss von Marco Nowak früh in Führung gehen konnte (6.).

In der Abwehr aber unterliefen etliche Fehler und so gelang Matt Stajan schon 157 Sekunden später der Ausgleich. Was die DEG in der Folge mit vier weiteren Überzahlsituationen anstellte, war grotesk. Eigene Chancen gab es nicht, stattdessen ging die Scheibe oft verloren und Torhüter Wentzel musste das Remis in Eins-gegen-Eins-Duellen ebenso mehrmals retten wie gegen Ende des ersten Drittels bei doppelter Unterzahl.

Stefan Reiter trifft in seiner Heimatstadt zum ersten Mal

War dieser Abschnitt von etlichen Unzulänglichkeiten geprägt, so wurde das Spiel im zweiten Abschnitt äußerst unterhaltsam. Beide Teams suchten mit viel Tempo den Weg zum gegnerischen Tor. Mauer fand ihn als erstes (23.), doch die DEG schlug zurück. Kretschmanns feinen Pass verwertete Reiter in der 25. Minute zum 2:2, für Reiter ein ganz besonderes Tor. Der 22-Jährige ist gebürtiger Münchener, hat in dieser Stadt das Schlittschuhlaufen gelernt und wusste viele Verwandte in der Halle. Vier Minuten später gelang Ken-André Olimb gar das 3:2 für die DEG, mit der aggressiven Art der Münchener aber kamen die Rot-Gelben überhaupt nicht zurecht. Immer wieder wurden sie sehr früh attackiert und so Scheibenverluste provoziert.

Beinahe nach dem gleichen Schema drehte Kastner mit zwei Treffern (32./34.) die Partie noch vor der zweiten Pause. Im Schlussabschnitt wollten die Gastgeber diese Führung nur noch nach Hause bringen. Die DEG kämpfte sich zurück — Descheneau wurde stärker, Barta und Gogulla übernahmen Verantwortung. Bartas Vorarbeit verwertete Gogulla (56.) nicht nur zum 4:4, sondern auch zu seinem 500. Scorer-Punkt in der DEL. Der überragende Matt Stajan verhagelte 70 Sekunden nach Beginn der Verlängerung auch dieses Jubiläum.

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