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DEG trifft auf München und fährt nach Nürnberg

Eishockey : Ein Wochenende der Gegensätze für die Düsseldorfer EG

Am Freitag kommt der Dauermeister aus München in den Dome, am Sonntag geht es zu den kriselnden Nürnberg Ice Tigers.

Wenn vor der Saison nach den Titelfavoriten in der Deutschen Eishockey Liga gefragt wird, klingen die Antworten stets ähnlich: München, Mannheim, Nürnberg, Berlin, Köln. Das sind nicht zufällig die Teams mit großzügigsten Mäzenen, sie haben auch die entsprechend prominenteren Kader. Am Wochenende trifft die DEG auf zwei aus den vermeintlichen Top-5, doch die Voraussetzungen könnten kaum unterschiedlicher sein.

Am Freitagabend (19.30 Uhr/WZ-Liveticker) kommt das überragende Team der vergangenen Eishockey-Jahre in den Dome, der dreifacher Meister EHC München, der auch diese Saison weit oben steht. Am Sonntag (14 Uhr/WZ-Liveticker) geht es gleich zum nächsten Dauergast in den Play-offs, zuletzt kamen die Nürnberger drei Mal in Serie ins Halbfinale. Doch nach diversen Abgängen hängen die Franken durch: Nicht nur, dass sie sich in der Champions League gegen ein international drittklassiges Team aus Frankreich blamierten, in der DEL stecken sie auch noch im Tabellenkeller fest. Nicht mal der Trainerwechsel nach gerade mal vier Spieltagen konnte das ändern.

Der EHC trotzt allen Abgängen und Verletzungen

Dass der Verlust zahlreicher Stützen nicht zwingend in den Abgrund führen muss, beweisen die Münchener. Die verloren vor der Saison Topscorer Keith Aucoin, Toptorjäger Brooks Macek, Play-off-Held Jonathan Matsumoto und den überragenden Wirbelwind Dominik Kahun. Aucoin ist in Rente, Macek und Kahun schafften es nach Nordamerika, Matsumoto hatte schon vor seinen vielen entscheidenden Toren zur dritten Meisterschaft in Iserlohn unterschrieben. Und dennoch reicht es wieder für Platz zwei. Zudem ist der EHC jüngst als erste deutsche Mannschaft ins Viertelfinale der Champions League eingezogen.

Das ist umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass die Münchener neben den vielen Abgängen auch enormes Verletzungspech haben. Nur fünf Stürmer haben jedes Spiel gemacht, im Gegenzug fallen vor allem die aus den beiden Topreihen aus. Doch selig ist, wer einen Konzern wie Red Bull in der Hinterhand hat. Der hat nicht nur für einen breiten Kader gesorgt, der garantiert auch immer neue Talente aus seinem Nachwuchszentrum in Salzburg, die die Lücken schließen.

Bei der DEG wird also niemand den Fehler machen, sich über einen geschwächten EHC-Kader zu freuen. München habe „eine der besten Mannschaften der Liga“, sagt Co-Trainer Tobias Abstreiter, der aber nicht den Hauch von Unbehagen beim Gedanken an den Meister versprühte. Vielmehr sollten sich alle freuen, eine solch knifflige Aufgabe zu erhalten. Vielleicht kommt die ja gerade recht. Nach drei Niederlagen in Folge wäre es an der Zeit, sich selbst und der Konkurrenz zu zeigen, dass der gelungene Saisonstart kein Zufall war. Was wäre da passender als ein Sieg gegen das Spitzenteam aus München?