DEG-Trainer Harold Kreis über die Nationalmannschaft

Düsseldorfer EG: Wäre Kreis einer für die Nationalmannschaft?

Der DEG-Coach ist im Gespräch als Nachfolger von Bundestrainer Sturm.

Eigentlich sollte es bei der Pressekonferenz des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) am Mittwoch in Krefeld um den anstehenden Deutschland Cup gehen. Kader, Gegner, Erwartungen, das Übliche. Doch dann verkündeten die Los Angeles Kings aus der NHL am Sonntag, dass Marco Sturm ihr neuer Co-Trainer wird. Und so wird nicht nur die Presserunde, sondern das ganze Vier-Länder-Turnier zur Abschiedsvorstellung des erfolgreichsten Bundestrainers der DEB-Geschichte.

Der Verband, vor Kurzem noch beselt vom Olympia-Silber, steht plötzlich vor der Aufgabe, einen neuen Bundestrainer zu finden. Was mit Blick auf Sturms übergroße Fußstapfen nicht einfach wird. Also wird nun wild spekuliert: Holt der Verband wieder ein Neuling, wie es Sturm bei seinem Amtsantritt 2015 war? Oder wie früher meist einen erfahrenen Coach? Muss es direkt einer für eine längere Zukunft sein? Oder funktioniert auch eine Interimslösung?

Ein Name, der nun häufig fällt, ist der von DEG-Trainer Harold Kreis. Der 59-Jährige war von 2010 bis 2012 Co-Trainer bei der Nationalmannschaft. Und er zählt mit seiner Erfahrung, seinem Renomme (Schweizer Meister) und seiner höflichen wie entspannten Art zu dennen, die in der Szene besonders viel Ansehen genießen.

Natürlich habe er das Gerücht schon gehört, sagt Kreis, ein Thema sei das aber nicht: „Erstens: Wenn mein Telefon nicht klingelt, kann ich nicht rangehen. Zweitens: Ich bin bei der DEG angestellt, das hat Priorität.“ Was nicht bedeute, dass er grundsätzlich ablehne, „für die Nationalmannschaft zu arbeiten, ist immer eine Ehre“.

Das weiß auch Niki Mondt, und dennoch wäre der Sportliche Leiter der DEG nicht gerade angetan, wenn der DEB an seinen Verein herantreten würde. Das sagt er so natürlich nicht, aber da bereits sein Co-Trainer Tobias Abstreter in derselben Funktion für das Nationalteam arbeitet, kann sich Mondt nicht vorstellen, dass der DEB auch nach dem Chef fragt. Zudem hätten sich Liga und Verband darauf verständigt, dass es „keine Doppelfunktionen mehr auf der Cheftrainer-Position“ geben soll. „Wie soll das funktionieren, wenn der Trainer mit seinem Verein in den Play-offs weit kommt? Soll er dann fünf Tage vor der WM erst zur Nationalmannschaft stoßen?“ Zwar sage auch er „nicht kategorisch nein“, aber: „Zeitlich ist das als Cheftrainer nicht zu machen.“

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