DEG-Sieg in Wolfsburg: Endlich wieder auswärts

DEG siegt in Wolfsburg : Endlich wieder auswärts

Nach vier Niederlagen klappt es wieder in der Fremde. John Henrion trifft für die Düsseldorfer Eishockeyprofis zum 3:2-Sieg im Penaltyschießen. Es war der vierte Auswärtssieg in Folge.

Patrick Köppchen spielt gern im Dome, hat er dieser Tage gesagt. Er mag die Halle, und das sei auch künftig der Fall. Das war den Nachrichtenagenturen jetzt keine Eilmeldung wert, aber mit Blick auf die jüngsten Heimspiele der Düsseldorfer EG war die Aussage des erfahrenen Verteidigers mindestens bemerkenswert. Zuletzt gab es im Dome ja fünf Niederlagen am Stück, insgesamt verlor die DEG sieben ihrer acht vergangenen Spiele auf eigenem Eis. Nicht mal während der Misere um den Jahreswechsel 2017/18 war die Bilanz so düster. Damals musste Trainer Mike Pellegrims gehen.

Dass bei der DEG bald wieder ein Trainerwechsel ansteht, ist natürlich nicht zu erwarten. Immerhin steht die Mannschaft trotz des Durchhängers weiter auf Rang drei, und Harold Kreis wird allseits geschätzt. Und trotzdem lautete die einhellige Meinung nach der neuerlichen Pleite am Mittwochabend gegen Nürnberg, dass die DEG langsam mal wieder gewinnen sollte, sonst verspielt sie sich noch ihre schöne Ausgangsposition und rutscht aus den Viertelfinalplätzen heraus.

Verteidiger Nowak spricht von einer „kleinen Befreiung“

Da passte es selbst dem Dome-Liebhaber Köppchen ganz gut, dass es am Freitag nach Wolfsburg ging. Nicht bloß, weil die Grizzlys zu den Enttäuschungen der Saison gehören, sondern weil es dem eigenen Team „aufgrund der Situation vielleicht mal ganz guttut, auswärts wieder das Heft in die Hand zu nehmen“. Das tat die DEG dann auch und gewann mit 3:2 nach Penaltyschießen.

Das war gleich auf mehrere Weisen „eine kleine Befreiung“, wie es Verteidiger Marco Nowak hinterher ausdrückte. Erstens brauchte es ja grundsätzlich einen Sieg, zweitens endlich mal einen im Penaltyschießen, drittens tat es auch Fredrik Pettersson Wentzel im DEG-Tor gut, mal wieder der Mann des Abends zu sein. Das letzte Mal war schon eine Weile her.

In den vergangenen Spielen hatten die gegnerischen Torhüter die Duelle mit den DEG-Goalies stets gewonnen. Deutlich unter 90 Prozent lag die Fangquote vom nun verletzten Mathias Niederberger und Pettersson Wentzel, während ihre Gegenüber die DEG-Stürmer regelmäßig zur Verzweiflung brachten.

Der Anfang erinnert an die jüngsten Spiele

Das hätte auch die Geschichte dieses Eishockey-Abends in Wolfsburg werden können, wo sich nicht mal 2500 Zuschauer in der Halle verloren. Wieder machte die DEG zunächst das Spiel, wieder hatte sie mehrere Großchancen, wieder fiel das Tor auf der anderen Seite, weil die Zuordnung überhaupt nicht stimmte.

So ging es weiter: Hier schoss Philip Gogulla am fast leeren Tor vorbei, dort passte Johannes Huß einmal zu viel, hier brachte Manuel Strodel bei einem Zwei-auf-Eins-Konter den Puck nicht unter Kontrolle. Erst beim nächsten Konter in der 28. Minute machte es Strodel besser, als er einen schönen Rückhandpass auf den hinter ihm kreuzenden Christian Kretschmann spielte, der zum 1:1 traf. Eben jener Kretschmann, der am Mittwoch gegen Nürnberg noch eine deutlich größere Chance ausgelassen hatte.

Im letzten Drittel ist die fehlende Leichtigkeit zu sehen

Diesmal machte er es besser, und plötzlich lief es, so wie meistens auswärts, wo die DEG ihre jüngsten drei Spiele gewonnen hatte. Fünf Minuten später nutzte Nowak ein Überzahlspiel zum 2:1. „Da kam dann alles raus“, sagte der Verteidiger hinterher. Trotzdem hielt die Freude nicht lange, noch vor dem Drittelende glichen die Gastgeber ebenfalls in Überzahl aus.

Danach passierte nicht mehr viel, was die DEG-Fans erfreute. Da war das zu sehen, was Köppchen am Mittwoch mit der fehlenden Leichtigkeit meinte. Plötzlich fiel den Düsseldorfern wieder alles schwer. Sie kamen kaum aus der Zone, sie liefen nicht in die Positionen, spielten Fehlpässe oder unerlaubte Weitschüsse. Ihr letztes Überzahlspiel in der Wolfsburg war fast schon eine Frechheit, Wolfsburg war dem Siegtreffer deutlich näher.

Pettersson Wentzel hält den Sieg fest

Verhindern konnte das nur noch „ein überragender Freddy“, wie Nowak seinen Torhüter nannte. Pettersson Wentzel hielt sein Team im Spiel und hielt auch in Verlängerung und Penaltyschießen, was zu halten war. Lediglich einen Schuss ließ er noch durch, aber weil Jaedon Descheneau und John Henrion trafen, nahm die DEG den Extrapunkt mit.

Weiter geht es am Sonntag (19 Uhr/WZ-Liveticker) gegen Augsburg. Unglücklicherweise daheim im Dome.

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