DEG schlägt Eishockey-Meister Red Bull München

Sieg gegen Meister München : Erfolgreiche Zeitreise für die DEG

Trikots, Gesänge und Ergebnis beim 3:1 gegen den EHC Red Bull München erinnern an die großen Tage der Düsseldorfer Eishockey-Profis.

Irgendwo hatte man das doch schon mal erlebt. Die DEG wirbelte im türkisen Trikots übers Eis, einer mit dem Namen Niederberger gehörte zu den Besten, die Fans sangen davon, dass sie bis zum Ende trinken und der KEC Letzter wird, und auf der Gegenseite stand ein hochgezüchteter Verein aus München, der sich zwar Meister nennen darf, aber selbst in der eigenen Stadt kaum Fans hat.

Fachkundiges Publikum nennt diese Zeit die Neunziger und verortet sie vor allem an der Brehmstraße. Aber all das passierte an diesem Freitagabend im Rather Dome, wo die DEG so etwas wie eine Zeitreise unternahm. Da passte es nur zu gut, dass prägende Figuren der Vereinsgeschichte wie Petr Hejma oder Wolfgang Boos auf der Tribüne saßen. Und natürlich gab es am Ende einen umjubelten Heimsieg. 3:1 gewann die DEG gegen Titelverteidiger EHC Red Bull München und steht nach 23 Spieltagen auf Rang vier der Deutschen Eishockey Liga.

„Wir haben das gespielt, was wir spielen sollten“, befand Verteidiger Marco Nowak hinterher und wurde ob des gelungenen Abends gar ein wenig übermütig: „90 Prozent der Zweikämpfe“ habe sein Team gewonnen, sagte Nowak. Was natürlich nicht stimmte, vor allem im letzten Drittel schnürten die schnellen und beeindruckend passsicheren Gäste die DEG immer wieder ein. Da trafen sie zum 1:2 und waren drauf und dran, auch den Ausgleich zu erzielten. Doch das passierte nicht, weil sie immer wieder an Mathias Niederberger scheiterten, der einen überragenden Abend im DEG-Tor erlebte. 40 der 41 Münchener Schüsse wehrte er ab. Und als die Schlusssirene ertönte, reckte er mehrmals die Arme in die Luft.

Zuletzt hatte es drei vermeidbare Niederlagen in Folge gegeben

Niederberger ist kein unemotionaler Typ, aber so ausgelassen jubeln sah man ihn selten nach einem vermeintlich schnöden Hauptrundenspiel. Aber das war es eben nicht. Unter der Woche hatte es ja zum ersten Mal in dieser bislang so erfolgreichen Saison schlechte Laune bei der DEG gegeben. Weil sie – ebenfalls zum ersten Mal – zwei Spiele in Folge ohne Punkt geblieben war, insgesamt hatte es sogar drei Niederlagen am Stück gegeben. Und noch schlimmer: Alle drei waren aus der Kategorie vermeidbar.

Umso wichtiger war nun der Sieg gegen den Meister, den John Henrion mit einem satten Schuss in Überzahl zum 1:0 einleitete. Ken-André Olimb erhöhte im Schlussabschnitt mit einem ähnlichen Geschoss. Nach dem Anschluss der Gäste traf Calle Ridderwall nach feinem Zuspiel von Jerome Flaake zum 3:1. Der Rest war Jubel. So wie damals in den Neunzigern.

Mehr von Westdeutsche Zeitung