DEG: Rettung in kleinen Schritten

DEG: Rettung in kleinen Schritten

Der DEG fehlen 635 000 Euro, um den Etat der nächsten Saison zu decken. Zwei Zwei-Jahres-Verträge mit neuen Sponsoren.

Düsseldorf. Zehn Jahre spielte Peter John Lee für die Düsseldorfer EG. Sein Trikot hängt an der Decke des Rather Domes, die Nummer 12 dieses Ausnahmespielers wird bei der DEG nicht mehr vergeben. Beim Gastspiel seines ehemaligen Klubs in Berlin mischte sich der jetzige Eisbären-Manager aus alter Verbundenheit im „Alles aus Liebe“-Trikot spontan unter die Fans und ließ sich fotografieren. „Eine DEL ohne die DEG wäre kaum vorstellbar. Düsseldorf ist ein wichtiger Bestandteil im Profi-Eishockey“, sagte der 56-Jährige, der mit der DEG viermal den Titel holte und in 450 Spielen 340 Tore erzielte.

Am Montag präsentierte der Traditionsklub von der Brehmstraße den aktuellen Stand der Rettungsaktion. „Wir benötigen noch 635 000 Euro, um den Etat zu decken“, sagte Arndt Rautenberg vom Wirtschaftsprüfungsunternehmen Rölfs Partner. 265 000 Euro konnten in den vergangenen beiden Wochen akquiriert werden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir den Rest auch noch schaffen und die DEG unbeschwert in die nächste Saison gehen kann.“ Ein Silbersponsor im sechsstelligen Bereich (Clinicall) sowie die BKK sind neu hinzugekommen. Beide haben für zwei Jahre unterschrieben. Rautenberg erläuterte die gesamte Rettungsaktion: „Wir haben 500 Unternehmen angesprochen, davon die 300 größten, die in Düsseldorf und Umgebung ansässig sind. Es sind etwa noch 400 Anfragen draußen, die bei den Unternehmen noch durch die Entscheidungs-Gremien müssen. Das nimmt Zeit in Anspruch.“

Bei der Etatplanung nannte DEG-Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp Zahlen. Beim Spieleretat kann Manager Walter Köberle über 2,3 Millionen Euro verfügen, wenn der Etat gedeckt ist. „Die Gelder kommen nach und nach herein, darum ist es nicht so einfach.“ Wie bei den „Alles aus Liebe“-Trikots, von denen bisher 3500 verkauft wurden. Bei einem Umsatz von 300 000 Euro beträgt der Gewinn 150 000 Euro. Außerdem seien über 400 Dauerkartenbestellungen für die kommende Saison eingegangen, berichtete Schmellenkamp.

Wirtschaftlich ist die laufende Saison finanziell gesichert, sie könnte sogar noch Profit abwerfen, wenn die Zuschauerzahlen ordentlich sind. Falls die DEG in die Vor-Play-offs muss, würde der Gewinn aus den Zuschauer-Einnahmen in den Etat der kommenden Spielzeit fließen. Den DEG-Spielern wurden indessen in jeweils zwei Heimspielen eines möglichen Viertel- oder Halbfinals Prämien zugesichert, was den Gewinn dann schmälern würde. „Wenn wir die Kröte Vor-Play-offs schlucken müssen, dann wären Köln oder Krefeld natürlich die liebsten Gegner. Die Derbys bringen uns die meisten Zuschauer und die höchsten Einnahmen“, sagt Schmellenkamp.

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