DEG kassiert Niederlagen in Ingolstadt und München

Eishockey : Die Tops und Flops des DEG-Wochenendes

Zwei Mal Verlängerung, zwei Niederlagen. Was lief gut und was lief schlecht?

Die Euphorie ist weitestgehend verflogen. Nach sieben Siegen und dem Sprung an die Tabellenspitze der Deutschen Eishockey Liga gab es zuletzt vier Niederlagen für die Düsseldorfer EG. Während der Bayern-Reise am Wochenende kamen die nächsten beiden hinzu: 2:3 in Ingolstadt, 4:5 in München. Deswegen spricht an der Brehmstraße aber keiner von einer Krise, denn die DEG kam beide Male in die Verlängerung und punktete.

Top: Der Start in Ingolstadt

Wer dachte, die ersten Niederlagen gegen Wolfsburg und Krefeld in der Woche zuvor hätten die DEG nachhaltig verstört, sah sich früh eines Besseren belehrt. Das erste Drittel in Ingolstadt erinnerte nicht bloß an die Siegesserie, es war vielleicht das beste der Saison. Die DEG hatte weder Probleme, die eigene Zone zu verlassen, noch welche, in die gegnerische zu kommen. Weil sie schnell war und direkt spielte. Der Lohn: Ein 2:0 nach 20 Minuten.

Flop: Die Einbrüche

Die Annahme, eine Mannschaft könne ihr Niveau über 60 Minuten halten, ist utopisch. Die Kunst ist es, die Drangphasen des Gegners kurz und den Schaden gering zu halten. Doch das gelang der DEG am Wochenende kaum. Brach sie ein, verlor sie komplett ihre Linie. Dann lief sie mehrere Wechsel nur hinterher, kassierte Strafen und Tore.

Top: Die Offensive

An der Offensive liegt es nicht. Am Wochenende traf die DEG im Schnitt drei Mal — auch zu wichtigen Zeitpunkten. Beide Male ging sie früh in Führung, gegen München drehte sie das Spiel zwischendurch und glich am Ende aus. Zudem waren die Tore gut verteilt: Topreihen trafen ebenso wie die hinteren, selbst das phasenweise schwache Powerplay schlug zwei Mal zu. Marco Nowak, Ryan McKiernan und Stefan Reiter gelang das jeweils erste Saisontor. Für Reiter war das besonders schön als gebürtiger Münchener.

Flop: Die Defensive

Ganz anders sieht das in der Defensive aus. Das Prunkstück des Saisonstarts ist längst keins mehr. Nach nur zehn Gegentoren in den ersten sieben Spielen (Schnitt: 1,4) kamen nun 16 während der vier Niederlagen hinzu (Schnitt: 4,0). Das ist kein Pech oder Zufall, die DEG steht nicht mehr so kompakt. Insgesamt ließ sie am Wochenende 90 Schüsse zu, davon kam weit mehr als die Hälfte aus der gefährlichen Zone direkt vor dem Tor. Deswegen ist Torhüter Fredrik Pettersson Wentzel kein Vorwurf zu machen. Seine schwache Fangquote von 87,7 Prozent erzählt nur die halbe Geschichte des Wochenendes.

Top: Die Selbstkritik

Kein Schönreden, kein Verweis auf die vorherigen Siege. Zwar verfällt niemand in Panik, die Gegner waren stark und die DEG verlor erst ein Spiel nach 60 Minuten, aber alle Beteiligten wissen, was die Stunde nun geschlagen hat. Am Freitag (19.30 Uhr/WZ-Liveticker) im Derby gegen die Kölner Haie muss ein Sieg her. Vor allem für die Stimmung: Die Halle ist voll, die Aufmerksamkeit ist da, das sollte die DEG nutzen, will sie die Euphorie wieder anheizen.

Flop: Bullys

Es gibt Trainer, die lassen ihre Stürmer die Bullys vor manchen Spielzügen absichtlich verlieren. Doch das ist sicher nicht der Grund, warum die DEG am Wochenende nur knapp jedes dritte Anspiel gewann. So hatte sie es schwer, in Scheibenbesitz zu kommen. Das schmerzte vor allem bei Überzahl, wenn sie in die Formation wollte, aber auch in Unterzahl, wenn sie sich befreien wollte.

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