DEG findet nicht zur gewohnten Leistung

Deutsche Eishockey Liga : Erinnerungen aus grauer Vorzeit

Eishockey Vor gerade mal zehn Monaten lag die DEG am Boden, während Schwenningen jubelte. Vor dem Duell am Sonntag haben die beiden Teams die Rollen getauscht.

Hinterher war die Laune im Keller. Bei Trainer Mike Pellegrims, bei seinen Spielern, und erst recht bei den Fans. 2:3 hatte die DEG ihr Heimspiel gegen die Schwenninger Wild Wings nach Verlängerung verloren. Es war die dritte Pleite in Serie und die vierte im Laufe der Saison gegen das Überraschungsteam aus dem Schwarzwald. Am Ende sollte es auch an den Duellen gegen die direkten Konkurrenten gelegen haben, dass die Play-offs 2017/18 der Deutschen Eishockey Liga zum zweiten Mal in Folge ohne die DEG stattfanden.

Nur etwas mehr als zehn Monate ist das Spiel her, aber mit Blick auf die aktuelle Verfassung des Düsseldorfer Profi-Eishockeys wirken die Erinnerungen an diesen Mittwochabend im Januar wie aus einer grauen Vorzeit. Der Trainer ist längst ein anderer — und wie seine Spieler und die Fans nach Spielen meist gut gelaunt. Weil die Düsseldorfer EG deutlich mehr Spiele gewinnt als verliert.

Das soll auch am Sonntagnachmittag (16.30 Uhr/Liveticker auf wz.de/deg) so sein, wenn die Schwenninger Wild Wings erneut im Rather Dome vorbeischauen. Unter geänderten Vorzeichen: Das Überraschungsteam der Liga kommt nun aus Düsseldorf, der Frust ist im Schwarzwald zu Hause. Nach einem Viertel der Saison stand der SERC mit gerade mal sechs Punkten abgeschlagen auf dem letzten Platz. Vor dem gestrigen Spieltag (beim Druck dieser Ausgabe noch nicht beendet, siehe Infokasten) waren es bereits zwölf Zähler Rückstand auf Rang zehn, den letzten Play-off-Platz. Erst am vergangenen Sonntag gab es den ersten Saison zu feiern, ein 5:3 über Iserlohn. Die DEG fuhr zum selben Zeitpunkt in Straubing bereits ihren neunten Sieg ein.

Actons Abgang nicht zu kompensieren

Dass es diese Saison schwer werden würde, die erste Play-off-Teilnahme seit dem Wiederaufstieg in die DEL 2013 zu bestätigen, war allen bewusst. Aber wie sehr der SERC von seinem abgewanderten Topstürmer Will Acton (ging nach Nürnberg) abhing, wurde erst jetzt deutlich. Nach elf Spieltagen hatten die Schwenninger erst zehn Tore erzielt, nicht mal eins pro Spiel. Die DEG durfte da bereits 37 Mal jubeln.

Der erste Sieg könnte nun aber etwas freigesetzt haben bei den Wild Wings. „Wir waren alle schon mal in einer ähnlichen Situation, da fällt dir ein Stein vom Herzen und du sagst dir: Wir können doch noch gewinnen“, sagt DEG-Trainer Harold Kreis, der eine völlig andere Schwenninger Mannschaft erwartet als beim 3:0-Erfolg im ersten Saisonvergleich: „Ich denke, die sind ihre Trainingswoche mit mehr Freude und mehr Elan angegangen. Die kommen hier hin und haben nichts zu verlieren.“

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