DEG - Debakel Eines Giganten

DEG - Debakel Eines Giganten

Play-off-Aus gegen die Grizzly Adams Wolfsburg

Wolfsburg. Mit 1:3 (0:1/1:1/0:1) verlor die Düsseldorfer EG am Samstag auch das dritte Spiel in der Play-off-Viertelfinalserie gegen die Grizzly Adams Wolfsburg und ist damit im Kampf um die deutsche Eishockey-Meisterschaft 2010 bereits frühzeitig ausgeschieden. Vor 3302 Zuschauern in der EisArena im Allerpark erreichte die peinliche Bilanz des selbsternannten Titelanwärters mit der 13. Niederlage aus den vergangenen 16 Partien ihren unrühmlichen Höhepunkt. Das Team von Manager Lance Nethery, der nach der Entlassung von Trainer Harold Kreis den havarierten Luxusliner auch nicht mehr vor dem Untergang bewahren konnte, hat somit im immer noch frostigen Frühling einen eiskalten Winter mit dem vorzeitigen Sommer-Urlaub "gekrönt".

"Die Mannschaft hat während der ganzen Saison ihre Identität nicht gefunden. Das beweist vor allem die Tatsache, dass wir gegen die schwächeren Teams der Liga viele Spiele verloren haben, denn das ist nie ein gutes Zeichen. Am Ende war es dann zu spät, die Spieler zu erreichen. Mehr als Aggressivität und Biss konnte ich ihnen nicht mehr vermitteln", sagte Lance Nethery und zog ein erstes bitteres Fazit.

Immerhin das gelang dem 52-Jährigen noch. Die DEG war gewillt, um ihre letzte Chance zu kämpfen und wer weiß, wie die Partie gelaufen wäre, wenn Shane Joseph in der 13. Minute statt den Pfosten das Tor getroffen hätte. Doch im Sport zählen keine Konjunktive, sondern ausschließlich Fakten und die schufen die Wolfsburger nur drei Minuten später mit dem 1:0 durch Ken Magowan. Das Unheil begann seinen Lauf zu nehmen, auch wenn Craig MacDonald in der 23. Minute unter dem Jubel der zahlreich mitgereisten Anhänger der Ausgleich gelang. Doch sofort zogen die Hausherren das Tempo an, machten mächtig Druck und DEG-Torhüter Jean-Sebastien Aubin musste seine Farben mit zahlreichen Glanzparaden gleich mehrfach vor Gegentoren bewahren. Das 1:2 durch Sebastian Furchner in der 31. Minute konnte aber auch er nicht verhindern.

Den Angriffswellen der Niedersachen konnten die Düsseldorfer teilweise nur mit Fouls begegnen. Kurz vor Ende des zweiten Drittels mussten sie dafür sogar längere Zeit mit drei gegen fünf agieren. Sie überstanden diese brenzlige Situation mit großem Einsatz und die Fans witterten noch einmal Morgenluft. "Werdet zu Legenden, kämpfen bis zum Ende, für den Meistertitel, DEG...", skandierten sie in der zweiten Pause ohne Unterlass. Doch der Akku war leer und ein schönes Solo von Norm Milley machte in der 47. Minute allen Freunden der Rot-Gelben schmerzhaft klar: Das war's.

"Was soll ich jetzt sagen? Es ist sehr, sehr bitter und ich bin maßlos enttäuscht", sagte Kapitän Daniel Kreutzer. DEG - das Elend grassiert.

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